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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Abfallwirtschaft investiert Millionen in Käseburg-Deponie

01.03.2019

Brake Die Abfallwirtschaft Wesermarsch hat einiges vor: Das Entsorgungszentrum Wesermarsch soll umstrukturiert und erweitert werden und dabei bürgernäher werden. Das zumindest sind die Pläne von Geschäftsführer Hans Conze-Wichmann. Und noch etwas verkündete er in dem Zusammenhang im Betriebsausschuss Abfallwirtschaft des Kreistags: „Bis 2021 möchte ich den Standort Otto-Hahn-Straße verlassen.“ Im Braker Gewerbegebiet sind der Eigenbetrieb des Landkreises sowie GIB Entsorgung Wesermarsch GmbH (eine Landkreis-Tochter) ansässig. Auch die Verwaltung sowie dort genutzte Hallenkapazitäten sollen nach Käseburg umziehen.

Noch steht nur die Grobplanung. Die sieht einen Neubau der Verwaltung mit Bürgerbüro nördlich der Hauptzufahrt vor. Vor allem aber soll die Annahme von Sperrmüll und Gartenabfällen komfortabler organisiert werden. Derzeit müssen Bürger getrennte Wege fahren – je nachdem ob sie mit oder ohne Anhänger kommen: mit werden sie gewogen, ohne findet eine Volumenschätzung statt.

Geschäftsentwicklung ist positiv

Jahresüberschuss: 390 000 Euro dürfte der Überschuss der Abfallwirtschaft Wesermarsch 2018 betragen (vorbehaltlich der noch ausstehenden Jahresabschlussprüfung). Geplant hatte die Gesellschaft des Landkreises nur einen Überschuss von 39 000 Euro.

Bilanzverlust: Trotz des deutlichen Plus wird die Abfallwirtschaft einen Verlust von 221 000 Euro ausweisen – wegen hoher Verluste in den vorangegangenen Jahren von 803 000 Euro (2016) und 508 000 Euro (2017).

Erlöse: Grund für die positive Entwicklung der Gesellschaft sind die um 116 000 Euro höheren Erlöse. So haben die Bürger ihre Tonnen trotz Gebührenerhöhung häufiger leeren lassen. Zudem konnten durch einen monatlichen Abgleich mit Daten der Einwohnermeldeämter das Abrechnungssystem verbessert werden. Und bei Kontrollen wurden viele Haushalte entdeckt, die keine Tonne hatten oder einen Behälter ohne Transponder (über den Leerungen erfasst werden) genutzt hatten.

Kalkulationszeitraum: Derzeit kalkuliert die Abfallwirtschaft für einen Zeitraum von zwei Jahren – und damit auch die Gebühren. Künftig sollen es drei Jahre sein. Eine Anpassung ist allerdings in beide Richtungen zwischenzeitlich möglich. Eventuelle Über- oder Unterdeckungen müssen laut Gesetz dann in den folgenden drei Jahren ausgeglichen werden.

Noch müssen auf dem Recyclinghof vielfach Stufen erklommen werden, um den Abfall in die Container zu werfen. Das soll künftig vorbei sein: Die Rampe soll ausgebaut werden, statt vier sollen hier zehn Container Platz finden, in die Abfälle aus erhöhter Position entsorgt werden. Auch für Grünabfall, Sondermüll und Elektroschrott soll umgebaut werden.

Eine gravierende Änderung gibt es in einem anderen Bereich: Die Nachrotte der Kompostierung wird aufgegeben. Bereits im Oktober sei die Halle leer gefahren worden, berichtete der Geschäftsführer dem Ausschuss. Schäden am Hallenboden hätten dies nötig gemacht. Die Nachrotte soll zu einer Umschlaghalle für Hausmüll, Holz, Sperrmüll und Gewerbeabfälle werden. Biomüll soll nur noch in den vier Fermentern behandelt und einer Kurzrotte in der Halle unterzogen werden. „Die Kompostherstellung ist nicht wirtschaftlich“, so Conze-Wichmann. Die rund 7500 Tonnen Gärreste jährlich sollen künftig am Markt angeboten werden, um sie andernorts zu Kompost zu verarbeiten. So könne die Biogasanlage bis 2021 weiterbetrieben werden. „Dann können wir eine weitere Entscheidung in Ruhe treffen.“ Der Betrieb der Nachrotte – der stets mit Schwierigkeiten verbunden war – hatte immer wieder zu Beschwerden aufgrund von Geruchsbelästigung geführt.

Um die Pläne umzusetzen, ist vor allem die Stadt Brake gefragt. Die hatte zur Errichtung der Biogasanlage einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufgestellt. Conze-Wichmann will die Pläne am 19. März im Braker Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Verkehr vorstellen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaus.

Erst wenn die Stadt die Bereitschaft signalisiert, die Planungen mitzutragen, könne es in die Detailplanung gehen, so Conze-Wichmann. Dann könnte auch erst etwas zu Kosten und zur Wirtschaftlichkeit der Pläne berichtet werden. Alleine bei den Mietkosten für zwei Hallen an der Otto-Hahn-Straße könnte die Abfallwirtschaft aber ordentlich sparen: 10 600 Euro im Monat. Zehn Millionen Euro, die im Ausschuss in die Runde geworfen wurden, werden es ganz sicher aber nicht sein, betonte Conze-Wichmann.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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