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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Erntebilanz Für Die Wesermarsch: Landwirte blicken sorgenvoll in Zukunft

26.09.2019

Brake „Wir haben keine Angst vor Herausforderungen. Die hat es in der Landwirtschaft immer gegeben“, betonte Dr. Karsten Padeken. Der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch weiß aber: „Es gibt eine große Verunsicherung unter den Landwirten.“ Sogar eine „Mutlosigkeit“, die sich vor allem in Betriebsaufgaben und ungeklärten Hofnachfolgen offenbare, hat der Kreislandwirt ausgemacht.

Gründe, die den Bauern auch in der Wesermarsch Sorgen bereiten, gebe es viele: Milchpreis, „Rote Gebiete“ (Gebiete mit hoher hoher Nitrat- oder Phosphatbelastung), Breitbandausbau, Wasserschutz, Mercosur-Abkommen (Freihandelsabkommen mit Südamerika) und und und. Auch die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit wachse zunehmend: „Zu Discountpreisen kann Landwirtschaft nicht funktionieren“, betonte Padeken bei der Erntebilanz 2019 im Kreishaus. Mit Blick auf Wasser- und Klimaschutz beklagte der Kreislandwirt einen „großen Aktionismus ohne die Folgen für die Landwirtschaft und die Region zu kennen“. Vieles sei „sehr einfach gedacht“, es fehle aber eine Folgenabschätzung.

Landfrauen, Landjugend und Landvolk überbringen Landrat Thomas Brückmann traditionell kurz vor Erntedank (6. Oktober) die Erntekrone und nutzen den Besuch für eine Erntebilanz. In diesem Jahr wurde die prächtige Erntekrone für das Kreishaus von den Moorriemer Landfrauen gebunden.

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Der Landrat betonte, dass die Landwirtschaft für die Wesermarsch „strukturell prägend“ sei, dass sie „ein ganz bedeutender Wirtschaftsfaktor“ sei, „hohe Wirtschaftskraft“ habe und ein „bedeutsamer Arbeitgeber“ sei. Ihre „hohe gesellschaftliche Bedeutung“ beziehe sich nicht nur auf die Nahrungsmittelproduktion, „Landwirte werden immer mehr auch zu Landschaftspflegern.“

Landvolk-Geschäftsführer Manfred Ostendorf sieht insbesondere im Breitbandausbau eine große Herausforderung. Angesichts der weit fortgeschrittenen Digitalisierung in der Landwirtschaft gehe ohne schnelles Internet auf den Höfen nichts mehr. „Wir sind ortsgebunden und brauchen eine vernünftige Netzabdeckung.“ Brückmann verwies auf die zweite Förderrunde, für die der Landkreis sich bewerben will. Trotz einer 90-prozentigen Förderung kämen auf Landkreis und Kommunen aber dennoch bis zu 12 Millionen Euro Kosten zu.

Padeken zog auch eine erste Erntebilanz:

Grünland

Durch das frühe und trockene Frühjahr habe es relativ früh einen ersten Schnitt gegeben – „mengenmäßig okay und qualitativ top“. Schon mit dem zweiten Schnitt hätten Menge und Qualität aufgrund der Trockenheit aber nachgelassen, dritter und vierter Schnitt seien „sehr mau“ gewesen. Hinzu sei eine wahre Mäuseplage in Teilen der Wesermarsch gekommen. Unter dem Strich stehe damit „eine unterdurchschnittliche Ernte“. Bei den Futterreserven werde es „sehr, sehr eng“. Betriebe müssten zukaufen.

Mais

Mit Mais könnte der Verlust beim Grünland etwas ausgeglichen werden. „Der Mais steht super.“ Maisanbau könnte in der Wesermarsch auch eine Art Klimaschutzstrategie werden, sagte Padeken: „In trockenen Jahren wächst Gras wenig und Mais gut, in nassen Jahren Mais schlecht und Gras gut.“

Rinder

Schlechtes Preisniveau am Rindermarkt. Lediglich für gute und sehr gute Qualität würden noch Preise erzielt, die okay seien. Schleppend – und nur schlecht bezahlt – laufe der Markt bei Exportrindern. Nicht zuletzt auch angesichts der drohenden Futterknappheit im Winter seien Exporte aber sehr wichtig.

Gar als „Katastrophe“ bezeichnete Padeken den Kälbermarkt. Für Bullenkälber gebe es gerade einmal 60 bis 70 Euro, für Kuhkälber müsse man froh sein, wenn es überhaupt etwas gebe.

Milch

Zwar sei die Marktlage relativ stabil. 31 bis 34 Cent pro Liter seien aber immer noch nicht kostendeckend. 35, eher 40 Cent seien dafür notwendig. Biomilchproduzenten in der Wesermarsch könnten derzeit 47 Cent erlösen. „Die Situation ist für viele Betriebe angespannt“, so Padeken. „Es beschäftigen sich sehr viele damit, wie es weitergeht.“

Zuversichtlich blickte Ute Cornelius, Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes, in die Zukunft: Mittlerweile 16 Ortsvereine, vor allem aber auch die neu gegründeten Jungen Landfrauen gäben Anlass dazu. Insgesamt beobachte sie einen Trend „zurück zur Natur“. Sie nutzte die Übergabe der Erntekrone, um zum Herbstmarkt am 5. Oktober, 9 bis 13 Uhr, in der Braker Fußgängerzone einzuladen. ->   

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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