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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Erfüllung des Freibad-Traums rückt näher

23.05.2019

Brake Es könnte vielleicht doch noch etwas werden mit der Wiederbelebung des Braker Freibades. Im Ausschuss für Sport, Kultur und Tourismus stellte Stefan Bruns vom Planungsbüro Polyplan (Bremen) eine mögliche Planung vor. Deren zentrale Punkte: ein Ausbau in mehreren Bauabschnitten und Unterhaltungskosten, die durch Einsparungen beim Hallenbadbetrieb erzielt werden.

Und das sei möglich, betonte Bruns. Unterm Strich sieht er im energetischen Bereich (Heizung, Lüftung und elektrische Energie) ein Einsparpotenzial in Höhe von 47 000 Euro im Jahr. Allein durch eine Effizienzsteigerung durch Wärmerückgewinnung bei der Lüftung ließen sich jährlich rund 31 000 Euro einsparen, bei der Wärmeverteilung und beim Stromverbrauch noch einmal jeweils 8000 Euro, rechnete Bruns vor. Die notwendigen Investitionen in Höhe von rund 240 000 Euro hätten sich demnach nach rund fünf Jahren amortisiert.

Das Konzept

Brake solle dabei nicht mit Bädern im Umland konkurrieren, sondern seine Nische finden. Und das könnte ein „Ganztagesbad auf Standardniveau“ sein, „ein Bad, in dem man sich den ganzen Tag lang wohlfühlt mit ein bisschen Wellness-Ambiente“. Insbesondere im Bereich von Älteren und Kleinkindern gebe es in der Region nämlich ein Defizit, so Bruns. Dem Badplaner schwebt dabei ein Umbau in drei Bauabschnitten vor.

1. Bauabschnitt

Im Außenbereich unmittelbar neben dem Hallenbad wird ein Sandstrand angelegt. In weiteren Bereichen entstehen Liegewiesen. Das Becken mit dem Sprungturm wird zurückgebaut, hier entsteht eine Strandbar. „Damit haben Sie noch kein Freibad“, so Bruns, „aber einen Außenbereich, der das Hallenbad attraktiviert.“ Das bleibt im Sommer geöffnet. Die Kosten für diesen Bauabschnitt betragen knapp 600 000 Euro.

2. Bauabschnitt

Das eigentliche Freibad wird zu einem Naturbad mit organischer Form umgebaut. Das Wasser wird über biologische Filter gereinigt, was die Betriebskosten senkt. Es entstehen ein Nichtschwimmerbereich mit maximal 1,35 Meter Tiefe und ein Schwimmerbereich mit einer Wassertiefe von 2 Metern. Zwischen zwei Sonnendecks entstehen 25-Meter-Schwimmbahnen. Die Sohlen der jetzigen Becken können weiter genutzt werden, der Rest wird zurückgebaut. Kleinkinder-Planschbecken und ein so genanntes Splash-Feld (mit Wasserspielen) runden das Angebot ab. Es entsteht ein neuer Eingangsbereich. Die Umkleiden des Hallenbades werden weiter genutzt. Mit Fertigstellung schließt das Hallenbad im Sommer. Die Kosten betragen inklusive die für den ersten Bauabschnitt rund 2,2 Millionen Euro.

3. Bauabschnitt

Östlich vom Eingangsbereich entstehen eine Sauna und eine neue Gastronomie, die auch ohne Badbesuch genutzt werden kann. Das angrenzende Gelände wird zu einem ganzjährig nutzbaren Park ausgebaut, der im Sommer auch als Liegewiese genutzt werden kann. „Die Freiraumfläche ist ein Traum“, so Bruns. Hier könnten auch weitere Elemente wie Grillplatz und Boulebahn angelegt werden. Der Planer kann sich auch über dieses Außengelände weitere verteilte Saunen vorstellen. Diese Anlage ist noch nicht Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsprüfung, Kostenschätzungen liegen noch nicht vor. Erfahrungen aus dem Umland zeigen aber, dass gerade Sauna-Angebote gewinnbringend betrieben werden können.

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Freibad ist möglich

Die Wirtschaftlichkeit

Während bei Umsetzung des ersten Bauabschnitts schon 5000 Besucher mehr im Jahr dazu führen würden, dass im Vergleich zur jetzigen Betriebsweise ein Plus von rund 23 000 Euro erwirtschaftet werden könnte, seien im weiteren Verlauf mindestens 20 000 Freibadbesucher nötig, so Bruns. Dann könnte eine jährliche Einsparung von rund 13 000 Euro unterm Strich stehen, bei mehr Besuchern entsprechend höher. Allerdings: Derzeit liegt das Defizit des Hallenbades bei rund 506 000 Euro (2018). Kostensteigerungen beim Personal sind nicht vorgesehen, da das Hallenbad im Sommer schließen und das Personal außen eingesetzt würde.

Entscheidend für einen Erfolg sei auch das Marketing. „Das ist im Moment so schlecht, dass ich das Hallenbad beim ersten Mal gar nicht gefunden habe“, regt Bruns deutliche Verbesserungen an.

Das sagt die Politik

Jürgen Boom, der sich für die SPD-Fraktion seit Jahren um das Freibad bemüht, war begeistert. „Vor zwei Jahren bin ich belächelt worden, als ich von zwei Millionen Euro Kosten gesprochen habe. Jetzt legen Sie dieselben Zahlen vor.“ Mit Blick auf mögliche Förderungen sei eine Umsetzung für Brake realistisch. Auch Ausschussvorsitzender Reiner Gollenstede (WGB) wollte „nicht nach den Sternen greifen“, sieht aber eine Möglichkeit, ein Freibad „über einen längeren Zeitraum zu realisieren“.

Beim Thema Förderung bremste Fachbereichsleiter Uwe Schubert allerdings etwas. Ein spezielles Landesfördermittelprogramm gelte nur für Hallenbäder und komme für Freibäder nicht in Frage. Zudem sei es bereits um ein Vielfaches überzeichnet. Die Verwaltung werde sich aber selbstverständlich über weitere mögliche Fördertöpfe informieren.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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