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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Gartenbaubetrieb In Brake: Nach 65 Jahre ist für Wilma Wieting Schluss

10.10.2018

Brake 68 Jahre ist sie alt und immer noch hat sie einen Zwölf-Stunden-Tag: Wilma Wieting wird Ende Oktober das Blumen- und Landschaftsbaugeschäft Wieting in Brake schließen.

Vor circa 65 Jahren wurde der Gartenbaubetrieb von Wilma Wietings Schwiegervater, Friedrich Wieting, in der Weserstraße in Brake gegründet. Alles fing mit Gemüse- und Schnittblumen an. Dazu kam auch schnell die Kranzbinderei. Seit 1955 gibt es das Blumengeschäft direkt vor Ort. 1977 übernahm der Sohn Frerk Wieting das Geschäft.

1982 stand erstmal ein umfangreicher Umbau des Geschäftes an. Schon mit im Boot war zu dem Zeitpunkt Frerk Wietings Partnerin und zukünftige Inhaberin Wilma. Sie und Frerk Wieting heirateten 1972 und führten das Geschäft zunächst gemeinsam.

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Das Unternehmen bietet Dienstleistungen im Bereich Schnittblumen, Pflanzenverkauf, aktuelle Dekorationen und individuelle Beratungen. „Für meinen Mann war es zudem immer eine Herzensangelegenheit auf dem Wochenmarkt zu verkaufen“, weiß Wieting.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes 2007 sah sich Wieting alleine mit der Aufgabe konfrontiert, das Geschäft zu leiten. „Wir fokussierten uns dann auf die Floristik und mussten in der Gärtnerei die Produktion einstellen“, weiß Wieting. Der Gartenbaubetrieb sei allgemein zu klein, um ihn weiterführen zu können. In dieser Branche würden sich, wie bei vielen anderen, besser die Größeren halten können.

Doch der Familienbetrieb hat eine unabdingbare Stärke: Der Kontakt zu den Stammkunden. Sich einen so soliden Kundenstamm zu erarbeiten geht nicht von heute auf morgen. Für mehrere Generationen hat Wilma Wieting Hochzeitskränze, Konfirmationsgestecke und andere Blumenarrangements erfinden dürfen. Seitdem bekannt ist, dass sie schließen, kämen jetzt regelmäßig Kunden auf sie zu; bestürzt, weil es bald zu Ende ist.

Riesige Blumen-Herzen

Wieting geht immer mit der Zeit: „Die Gestecke für Hochzeiten werden immer pompöser.“ Riesige Gestelle in Herzenform durfte die Floristin schon floral ausstaffieren. „Besonders war auch einmal ein Billardtisch. Da mussten wir alle sehr kreativ werden, wie wir den mit Blumen darstellen.“ Hinzu kommen Saaldekorationen und, nicht zu vergessen, das Gefährt: „Kutschen, Vans, alte Schrottkisten, wir haben schon alles für eine Hochzeit dekoriert“, sagt Wieting schmunzelnd. Ihre eigene Hochzeit sah dagegen noch etwas schlichter aus: „VW-Käfer, ein paar Blümchen dran und einen Brautstrauß, so war das früher.“

Neben Hochzeiten sind Beerdigungen ebenfalls Wietings Arbeitsgebiet. Ein Grabgesteck war lange Zeit die Norm und lag auf jedem Grab. Doch das ist nicht mehr so. Auch hier hat Wieting den Wandel der Zeit miterlebt: „Heute gibt es viel mehr Urnen- und Seebestattungen als früher und weniger Erdbestattungen.“ Woran das liegt? Wieting hat eine Vermutung: „Viele Menschen ziehen öfter um, verlassen ihren Heimatort. Sich dann dort noch um die Grabpflege zu kümmern, ist vielen zu umständlich.“ Eine Urne bringt keine Pflegepflichten, die Seebestattung auch nicht.

Ein bisschen Seelenklempner spielen, muss die Floristin gelegentlich auch in ihrem Job. Sowohl Hochzeiten als auch Beerdigungen sind Angelegenheiten, bei denen das Herz mitspielt. „Im Beratungsgespräch merkt man manchmal, wie orientierungslos und überfordert die Menschen gerade bei einer Beerdigung sind.“

Momentan stehen Verhandlungen mit Firmen an. Die erstellen Gutachten für den Abriss des Gebäudes.

Enkel und Radfahren

Ein paar Wochen noch, dann geht es für die Brakerin in den, wie sie findet, wohlverdienten Ruhestand. Was sie dann machen will, weiß die sechsfache Oma schon: „Meine Enkelkinder brauchen mich und ich brauche sie“, zwischen vier und elf Jahre sind diese alt. Und ihr Fahrrad: Wieting liebt Radreisen. „Ich bin kein Mensch dem es langweilig wird“, jede Menge hat sie vor.

Eines wird sie aber garantiert nicht machen: „Auf dem Sofa sitzen und warten, bis ich tot umkippe.“

Freya Adameck Redakteurin / Redaktion Ostfriesland
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