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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Harriersand: Zukunft der „Guntsiet“ auf der Kippe

15.02.2018

Brake Unverhofft geriet die „Guntsiet“ am Dienstagabend in schwere See. Auf der Tagesordnung des Ausschusses für Sport, Kultur und Tourismus stand eigentlich nur die Gebührenkalkulation für die kommende Saison. Das soll die erste werden, die nach dem Ausstieg von L.I.T. von den Inselfreunden Harriersand verantwortet wird. Der Braker Logistiker hatte sein Engagement mit Ablauf des vergangenen Jahres beendet. Auch Versuche, andere Unternehmen ins Boot zu holen, waren gescheitert – aus wirtschaftlichen Gründen.

Geplante Preise

Teurer wird die Saisonkarte: 80 statt 70 Euro. Im Preis ist die Mitnahme von Hund, Karre und Fahrrad enthalten (bisher 10 Euro/Saison). Für Einzelkarten zahlen Erwachsene statt 1,50 künftig 2 Euro, Kinder statt 60 Cent 1 Euro. Karten für Hin- und Rückfahrt (bisher 2,50 Euro) soll es nicht mehr geben. Für Hunde sollen 2,50 Euro pro Fahrt fällig werden (bisher 80 Cent), die Mitnahme von Fahrrädern kostet pro Fahrt künftig 2 statt 1 Euro. Die 50-prozentige Ermäßigung für Schüler, Studenten, Arbeitslose und Schwerbehinderte soll entfallen.

Kinder fahren künftig bis zum Alter von sechs Jahren kostenfrei mit, bisher vier Jahre. Dafür gilt der Kindertarif nur noch bis 12Jahre, bisher waren es 16 Jahre. Statt bisher 16 Tarifen sind künftig nur noch elf geplant.

Wer übernimmt den Betrieb der „Guntsiet“?

Rettung versprachen die Inselfreunde Harriersand. Der Vereinsvorstand hatte in den vergangenen Wochen mit der Verwaltung einen Vertrag ausgehandelt. Der Verein soll den regelmäßigen Fährbetrieb – die Saison startet traditionell Ende März – übernehmen und organisieren. Weil der Vertrag dem Ausschuss allerdings nicht vorlag, gab es dort Unstimmigkeiten. Dabei sieht ein einstimmiger Beschluss vor, dass Stadtverwaltung und Inselfreunde den Vertrag aushandeln. Diese beiden Seiten sind auch weitgehend einig.

Worum wird gestritten?

Inhaltlich kritisierten Ratsmitglieder vor allem zwei Details: den Preis für Hunde (der von 0,80 Cent auf 2,50 Euro steigen soll) sowie fehlende soziale Staffelung der Preise. Während Nicole Buntrock (SPD) – als Stellvertreterin im Ausschuss – vor allem auf die Hundepreise abhob, die sie „völlig absurd“ nannte, war Hans-Otto Meyer-Ott (Grüne) am Sozialtarif gelegen.

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Auch die Erläuterungen von Carsten Renken, Schatzmeister des Inselrats, konnte den Ausschuss nicht mehrheitlich für die vorgeschlagene Gebührenstaffelung erwärmen. Die Preise seien so kalkuliert, dass „eine schwarze Null“ zumindest möglich sei – „wenn das Wetter mitspielt“. Wenn es Rabatte gebe oder Preise reduziert würden, steige das Risiko eines Defizits.

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Wer trägt das wirtschaftliche Risiko?

Die Stadt will dem Verein ein wirtschaftliches Risiko allerdings nicht aufbürden. Dies liegt bei der Stadt, sie müsste ein mögliches Minus ausgleichen. „Wenn es gut läuft, profitieren wir alle“, betonte Fachbereichsleiter Uwe Schubert. Neben dem regulären Fährbetrieb, der – so Renken – mit „Rentnerkapitänen“ zu deutlich geringeren Kosten gewährleistet werden und im Wesentlichen zu den alten Zeiten stattfinden soll, sind auch vermehrt Sonderfahrten im Gespräch.

Renken betonte im Ausschuss, dass der Fährbetrieb vor allem für Touristen gewährleistet sein müsse. „Das Risiko hängt nicht an den Hunden und nicht an Menschen mit Behinderungen“, signalisierte er hier Entgegenkommen. „Das Risiko hängt allein an rund 26 000 Touristen. Und ob die kommen, bestimmt allein das Wetter.“

Schatzmeister Renken verwies darauf, dass die vorgelegte Kalkulation so ausgelegt sei, dass am Ende eine schwarze Null erreicht werden könne. Dies allerdings nur, wenn das Wetter auch mitspiele. Sollte die Einnahmenseite reduziert werden, sei ein kostendeckender Betrieb voraussichtlich nicht möglich, die Stadt müsse dann einen entsprechend höheren Ausfall tragen.

Wie geht es jetzt weiter?

Eine Mehrheit fand sich im Ausschuss jedenfalls nicht: Nur zwei Mitglieder (WGB) sprachen sich für die vorgelegten Preise aus, dagegen ebenfalls zwei (SPD), vier enthielten sich. Die Entscheidung fällt im Verwaltungsausschuss am 22. Februar. Zwar trifft dieser so oder so die Entscheidung, Renken wäre allerdings gerne mit einem klaren Votum in die für diesen Sonntag angesetzte Mitgliederversammlung der Inselfreunde gegangen. Das letzte Wort haben nämlich die Vereinsmitglieder, die den von Vorstand und Stadt ausgehandelten Vertrag absegnen müssen.

Sowohl Ausschussvorsitzender Reiner Gollenstede (WGB) als auch Fachbereichsleiter Uwe Schubert sind sich aber sicher: „Wir kriegen das hin.“

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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