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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Rettung kommt aus der Luft

25.02.2019

Brake Es ist ein grausamer Anblick, wenn im Frühsommer nach der Mahd ein geschreddertes Rehkitz im Mähgut gefunden wird. Alljährlich fallen bundesweit 500 000 Wildtiere den Mähmaschinen zum Opfer. In ihrem, von hohem Gras umgebenen Lager sind die jungen Kitze eigentlich gut geschützt vor Fressfeinden. Während die älteren Kitze bei Gefahr flüchten können und der Rehmutter folgen, drücken sich die jüngsten Tiere tief ihn ihr Lager – gegen Mähmaschinen aber haben sie keine Chance.

Seit Jahren machen sich Landwirte, Lohnunternehmen und Naturschützer Gedanken, wie man diese Zahl minimieren kann. Auch die Jäger des Hegerings Brake haben daran ein großes Interesse. Auf dem Hof Schildt hatte die Jägerschaft am Samstag zwei Fachleute in Sachen „Rehkitzrettung“ eingeladen. Thomas Hühne und Harald Dirks aus Wiesede, Gemeinde Friedeburg, hatten im vergangenen Jahr in ihrem Ort den gemeinnützigen „Verein Rehkitz-Rettung Wiesede“ gegründet.

„Unserem Verein gehören Nabu-Mitglieder, Landwirte, Jäger und Mitbürger unseres Dorfes an“, erklärte Harald Dierks. Versucht habe man zunächst die manuelle Rehkitzrettung mit Fluchtstangen, ergänzte Thomas Hühne. Diese Methode, bei der zwei Gruppen in engen Abständen von zwei bis drei Metern die Flächen absuchen, sei aber wenig erfolgreich gewesen, weil die Flächen viel zu groß seien.

Um sich über den Einsatz mit Multikopter gestützter Rehkitzrettung zu informieren, nahm der Verein mit der Gruppe Hegau am Bodensee Kontakt auf. Diese Rehkitz-Schutzgruppe verwendet spezielle Industriedrohnen, die auch bei Brückeninspektionen eingesetzt werden. Das überzeugte auch die Mitglieder des Vereins „Rehkitz-Rettung Wiesede“. Um einen hochwertigen Multikopter mit Wärmebildkamera zu finanzieren, hätten sie über das „crowd-funding“ in Kooperation mit einem Geldinstitut Spenden eingeworben“, berichtete das Wieseder Duo, „bereits am zehnten Tag hatten wir 6000 Euro zusammen bekommen. Am Ende waren es 12 110 Euro.“ Nach dem Erwerb einer „DJI Matrice 210“ war der Verein bald darauf in der Lage, eine zweite Drohne anzuschaffen.

Die praktische Vorführung des Multikopters fand auf einem nahe gelegenen Feld statt. Dort zeigte Thomas Hühne, wie das Gerät zusammengesetzt und die Wärmebildkamera befestigt wird. Nach dem Start konnten die Hegeringsmitglieder auf dem Monitor den Weg der Drohne exakt verfolgen. Dank der In-frarotkamera sei ein Tier durch seine Körperwärme gut zu erkennen, aber das genaue Hinschauen wolle geübt sein. „Hat die Kamera ein Kitz geortet, gehen die Helfer am Boden zum Kitzlager, stülpen einen luftigen Wäschekorb über das Tier, arretieren den Korb mit Metallstangen und legen Flatterbänder an. So kann der Fahrer der Mähmaschine diese Stelle exakt umfahren“, erklärte Dirks. So schnell wie möglich würden die Körbe wieder entfernt, damit die Tiermutter zu ihrem Kitz zurückkehren kann.

Über die Anwendung der Drohnen diskutierte die Jägerschaft anschließend lebhaft.

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