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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Um 5 Uhr beginnt das Ausschwärmen

20.08.2018

Brake Was erwartet ein Patient neben einer guten Behandlung vor allem in einem Krankenhaus? Klar, absolute Sauberkeit und Hygiene. Da diese aber nicht von alleine kommt, sind im St.-Bernhard-Hospital täglich zehn Raumpflegerinnen im Einsatz, zwei davon allein im Operationssaal. Neben den Stationen werden auch Kompetenzzentrum, Verwaltungstrakt und die chirurgische MVZ-Praxis mit gereinigt.

Für Roswitha Heß und ihr Team heißt es früh aufstehen: Um 5 Uhr holen sie ihre Reinigungswagen aus dem Zentrallager unterm Dach und schwärmen aus – jeden Wochentag, wechselweise auch samstags und sonntags. Die meisten Patienten schlafen noch, wenn die Frauen losziehen. Und sie dürfen auch noch etwas ausschlafen: die Patientenzimmer stehen erst ab 6.45 Uhr auf dem Plan. Dann sind Waschbereich, Fensterbänke, Fußboden und andere wischbare Flächen an der Reihe. Einen Blick haben die Reinigungskräfte dabei immer auf den täglichen Stationsablauf – bei Verbandswechsel, Visite, Frühstück machen sie sich unsichtbar.

Ansonsten reiche die Zeit meist auch für einen kleinen Austausch mit den Patienten. „Viele sind sehr dankbar für ein paar Worte“, weiß Roswitha Heß. „Die Reinigungskräfte sind für uns ganz wichtige Multiplikatoren“, bestätigt Norbert Poferl, als Fachkraft für Krankenhaushygiene für genau diese im St. Bernhard verantwortlich. Während es in der Pflege dienstplanbedingt ständig Wechsel gebe, seien beim Reinigungspersonal oft dieselben Personen vor Ort.

Aufgeteilt ist das Krankenhaus reinigungstechnisch in zwei Bereiche, den normalen und den Risikobereich mit OP, Dialyse und Intensivstation. Speziell geschultes Personal sorgt hier für Reinigung und Desinfektion – und das nicht nur einmal am Tag. „Nach jeder Operation muss der OP-Trakt gereinigt und desinfiziert werden“, betont Roswitha Heß. Wände, Tische, Boden, alles muss sauber und rein sein – „damit Keime nicht zur Gefahr für nachfolgende Patienten werden“. 30 bis 45 Minuten brauche man dafür im Normalfall. Der Anblick, der sich einem dabei nach einer Operation biete, sei „gar nicht schlimm“. Das Reinigungspersonal dürfe selbstverständlich erst rein, wenn der Patient raus sei, betont sie. Während Medizinprodukte tabu sind – diese werden vom OP-Personal in die Sterilisation gegeben – ist der anfallende Müll zu entsorgen. Das OP-Personal muss übrigens auch die Reinigung außerhalb der regulären Operationszeiten zwischen 8.30 und 17 Uhr übernehmen.

Auch wenn die meisten im Team schon lange dabei seien und die Treue zum Job groß sei, freue man sich immer über neue Bewerber, so Poferl. Denn mit der Erweiterung des Hospitals wird die zu reinigende Fläche nicht kleiner.

Roswitha Heß jedenfalls mag ihre Arbeit: „Man muss zwar früh anfangen, aber hat auch früh Feierabend.“ Einzig, dass man auch mal in Zimmer mit schwerkranken Patienten muss, müsse man abkönnen: „Das lässt sich im Krankenhaus nicht verhindern. Hier sind nun einmal nicht alle gesund.“

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

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