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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Um Viertel nach sieben greift Plan B“

24.07.2018

Brake Tanja Thiele ist Gärtnermeisterin. Die 38-jährige hat aber auch noch so etwas wie einen Nebenjob: „Manchmal bin ich so etwas wie die Umweltpolizei“, schmunzelt sie. Dann weist sie – meist verbunden mit einem spaßigen Spruch – Patienten und Besucher mal wieder darauf hin, dass Zigarettenkippen nicht auf die Pflastersteine vor dem St.-Bernhard-Hospital gehören. „Wir haben wirklich genügend Aschenbecher.“

Immer einen Tipp parat

Doch zurück zum Hauptberuf: Gemeinsam mit ihrem Kollegen Markus Köhler ist Tanja Thiele für die Außenanlagen des Krankenhauses zuständig. Sie schneidet die Rosen und Hecken, bringt den Buchsbaum in Form, fegt und harkt – kurz, sie macht so ziemlich alles, was ein Gärtner so macht, „damit alles ordentlich aussieht“. Und auch Patienten ist sie immer gerne mit Rat zur Stelle, wenn diese mal wissen wollen, wie jene Pflanze am besten überwintert. Und auch an diesem Tag hat die Mutter zweier Kinder einen Tipp parat: „Buchsbaum schneidet man am besten bei bedecktem Wetter.“

Das St. Bernhard-Hospital blickt auf eine fast 140-jährige Geschichte in Brake zurück. Gegründet wurde es 1880. Heute verfügt das Haus über 103 Betten. Rund 30 000 Patienten werden jährlich versorgt. Im Krankenhaus sind rund 300 Mitarbeiter beschäftigt, 52 von ihnen sind Ärzte, 130 Pflegekräfte. Die übrigen arbeiten oft unbemerkt von Patienten und Besuchern hinter den Kulissen. Einige von ihnen stellt diese Serie vor.

Teil 1: Technische Abteilung

Tanja Thiele und Markus Köhler sind Mitarbeiter der Haustechnik. Mit Tischler Jan-Dirk Bruns, Maler Ralf Fuhrken und Elektriker Dirk Fasting sind schon einige Gewerke vertreten. Und mit dem Leiter der Abteilung, dem Heizungsbauer Guido Friehm, kommt ein weiteres hinzu. „Was der eine nicht kann, kann eben der andere“, lässt Jan-Dirk Bruns durchblicken, wie das Teamwork läuft und dass es nur wenig technische Probleme gibt, die nicht hausintern gelöst werden können. Wichtig dabei: Lebenslages Lernen und das Wissen auch von den Kollegen annehmen.

Denn die Männer wissen morgens meist nicht, was der Tag so bringen wird: „Um Viertel nach sieben greift immer Plan B“, meint Guido Friehm. Hier streikt ein Telefon, dort ein Patienten-Fernseher. In der Cafeteria will die Kaffeemaschine nicht, wie sie soll, dann ist auch noch ein Abfluss verstopft und die Klimaanlage macht Probleme, so dass es früh morgens schon 27 Grad im OP sind. Nur medizinische Geräte sind für die Techniker tabu, da dürfen nur Fachfirmen ran. In einem großen Haus mit ungezählten Räumen gibt es immer was zu tun. „Wenn man hinten fertig ist, kann man vorne wieder anfangen“, schmunzelt Ralf Fuhrken.

9000 Quadratmeter Fläche hat allein das Haupthaus des St.-Bernhard-Hospitals. Hinzu kommen Nebengebäude wie etwa Verwaltungstrakt und Kompetenzzentrum sowie die beiden Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Da kommen an einem Arbeitstag einige Kilometer zusammen. 24 Stunden am Tag ist mindestens einer der Techniker zu erreichen. Und wenn bei Starkregen mal wieder ein Wassereinbruch im Keller droht, sind auch schnell alle zur Stelle.

Und dann sind da ja noch die geplanten Arbeiten – wenn denn Zeit dafür bleibt: Türen auswechseln, Wände streichen, Raumbeschriftungen und Beschilderungen. Aber weil eigentlich immer etwas unvorhergesehenes dazwischen kommt, dauern Arbeiten, die normalerweise in drei Stunden erledigt sind, auch schon mal drei Tage.

Für Dirk Fasting gehören auch noch Schulungen der Kollegen dazu. Er ist Brandschutzbeauftragter im Krankenhaus. Zudem unterstützen die Techniker regelmäßig Veranstaltungen wie Vortragsabende.

Improvisationstalente

Auch die Sanierung der Stationen und die Erweiterung des Krankenhauses auf das Gebäude des früheren Gymnasiums kommen noch hinzu. Auch wenn die eigentlichen Arbeiten zumeist vergeben werden, sind Vorbereitungen zu treffen und technische Unterstützung gefragt.

Eine Schlüsselqualifikation bringen alle Mitarbeiter der Haustechnik mit, weiß Chef Guido Friehm: „Man muss gut improvisieren können.“ Und wer glaubt, dass Hausmeister sein vor allem aus dem Tauch von Glühlampen besteht, der irrt gewaltig.

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

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