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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Neues Gesetz wertet das Handwerk auf

18.10.2019

Brake Neues von der Bundespolitik aus Berlin: Die große Koalition will zum 1. Januar 2020 ein Gesetz auf den Weg bringen, das der Meisterpflicht im Handwerk wieder höhere Bedeutung zukommen lassen wird. 2004 hatte die damals rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder beschlossen, die Zahl der meisterpflichtigen Handwerksberufe von 94 auf 41 zu reduzieren. Nun die Trendwende: In zwölf der zuvor 53 befreiten Berufe wird die Meisterpflicht wieder eingeführt (siehe Infokasten).

Die Meisterpflicht wird eingeführt für:


Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
 Betonstein- und Terrazzohersteller
 Estrichleger
 Behälter- und Apparatebauer
 Parkettleger
 Rollladen- und Sonnenschutztechniker
 Drechsler und Holzspielzeugmacher
 Böttcher
 Glasveredler
 Schilder- und Lichtreklamehersteller
 Raumausstatter
 Orgel- und Harmoniumbauer
 ab dem 1. Januar 2020

Richtiger Schritt

„Ich halte diesen Schritt für vollkommen richtig. Qualifizierte Handwerker zu finden, wurde zuletzt immer schwieriger“, freut sich Stephan Hayen von der Kreishandwerkerschaft der Wesermarsch. Vor 15 Jahren sei es zu der Lockerung der Verpflichtungen gekommen, um die Arbeitslosenzahlen bundesweit zu senken. Die Bundesregierung habe sich von dieser Reform außerdem mehr Wettbewerb und weitere Unternehmensgründungen versprochen, erinnert sich der Kreishandwerksmeister noch genau.

Dass sich die Bundespolitiker nun doch für einen anderen Weg entschieden haben, kommt nicht völlig überraschend. Schon im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD aus dem März 2018 heißt es, dass der „Meisterbrief erhalten und verteidigt“ werden solle. Nun lassen die Politiker den Worten also auch Taten folgen.

Ungleicher Wettbewerb

„Durch den Beschluss von 2004 ging es mit der Qualität im Handwerk stetig bergab“, findet Stephan Hayen, „es gab immer mehr Solo-Selbstständige, die den Markt kaputt gewirtschaftet haben.“ Während die renommierten Firmen mit Ausbildungs- und Sozialversicherungskosten hätten kämpfen müssen, hätten die neuen Mitbewerber diesen Aufwand nicht kalkulieren müssen. „Es gab schon damals eine riesengroße Protestwelle, die Verbände sind Amok gelaufen“, erzählt Hayen. Gebracht hätten die Unmutsbekundungen seinerzeit aber nichts mehr.

ansprechpartner

Kreishandwerkerschaft, Brake, Rönnelstraße 24

Geschäftsführer: Thomas Sturm, Telefon  04401/855150

Assistentin der Geschäftsleitung: Birgit Kuiper-Bobic, 04401/8551511

Leiterin Abteilung Ausbildung: Brigitte Böse, Telefon  04401/8551512

Kreishandwerksmeister: Stephan Hayen, Telefon  04401/850105

Stellvertretender Kreishandwerksmeister: Walter Tapken, Telefon  04401/5158

Weitere Vorstandsmitglieder: Andre Kuhlmann, Telefon  04401/82268. Sven Placküter, Telefon  04732/308. Jens Thormählen, Telefon  04485/285

Ab dem kommenden Jahr ist die Vorlage eines Meisterbriefes bei Neu-Anmeldungen vor der Stadt und der Handwerkskammer wieder Voraussetzung. Wer bereits angemeldet ist, braucht sich keine Sorgen machen. „Für diese Betriebe wird es einen Bestandsschutz geben.“, sagt Stephan Hayen. Der Kreishandwerksmeister sieht durch die Neuerung klare Vorteile in puncto Qualitätssicherung, Verbraucherschutz, Wettbewerb und Arbeitsplatzsicherung.

Politiker zufrieden

Susanne Mittag, Bundestagsabgeordnete der SPD, und CDU-Landtagsabgeordneter Björn Thümler freuen sich gleichermaßen über die aktuelle Entwicklung. Die Meisterpflicht würde die Karriere im Handwerk attraktiver machen, sagt Susanne Mittag. Der Meisterbrief sei ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Mittelstandes und des Handwerks, so Björn Thümler.

Tobias Göttler Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
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