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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Sie wollen den Menschen eine Brücke bauen

28.11.2018

Brake Nur wenigen Seeleuten ist es vergönnt, Weihnachten daheim im Kreis der Familie zu verbringen. Wer auf einem Schiff anheuert, der ist meist viele Wochen, wenn nicht gar mehrere Monate lang am Stück unterwegs. Und Landgang gibt es für den Seemann auch nur noch selten. „90 Prozent der Güter werden mit dem Schiff transportiert“, sagt Pfarrer Dirk Jährig. Da sei es kaum verwunderlich, dass nur wenige Besatzungsmitglieder zu Hause feiern können. Ohne die Seeleute, betont der Seemannspastor, gebe es kein Weihnachten – denn sie brächten ja die Geschenke übers Meer.

Für diejenigen Seeleute, die in der Weihnachtszeit die Häfen Brake, Nordenham und Elsfleth anlaufen, halten die Mitarbeiter der Deutschen Seemannsmission Unterweser sowie Stella Maris wieder Tüten mit Geschenken bereit. „Es ist unwichtig, welcher Konfession ein Besatzungsmitglied angehört“, betont Dirk Jährig. Seemannsmission ist eine Lebenshaltung, die sich weltweit trägt. Das Leitbild lautet: support of seafarers‘ dignity – für die Würde der Seeleute treten wir ein. Das ist die Motivation für alles Handeln und die Triebfeder der in der Seemannsmission tätigen Menschen.

Im Hafengebiet von Brake unterhält die Deutsche Seemannsmission Unterweser den Seamen’s Club. Auf einem Tisch stehen Kartons mit Duschgel, Zahnpasta, Wollmützen und Süßigkeiten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter füllen eine blaue Tragetasche nach der anderen, 250 werden es am Ende sein.

Gisela Bade aus Ovelgönne hilft wieder mit, Nächstenliebe an die Seeleute weiterzugeben. Etwas Gutes zu tun, das mache Spaß, sagt sie. „Ich bin von Beginn an dabei.“ Gemeinsam mit ihrem Mann ist sie schon mit vielen Menschen aus fernen Ländern ins Gespräch gekommen. Dieses Engagement wolle sie nicht missen, merkt Gisela Bade an.

Für den Betrieb im Braker Seamen’s Club sind 13 Frauen und Männer ehrenamtlich tätig. Der Deutschen Seemannsmission Unterweser hat der Oberkirchenrat in Oldenburg den Pfarrer Dirk Jährig aus Golzwarden als Seemannspastor zugeteilt, Vorsitzender des Vereins ist Ralf Schaefer. An drei Tagen in der Woche versieht die katholische Seemannsmission Stella Maris den Betrieb und die Betreuung im Club. Als ehrenamtliche Bordbesucher in den Häfen sind fünf Frauen und Männer tätig. Seit dem 1. April ist Marco Folchnandt als Seemannsdiakon von der Deutschen Seemannsmission angestellt. Die Stelle eines Mitarbeiters im Freiwilligen Sozialen Jahr ist zurzeit nicht besetzt.

Die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise aus dem Jahr 2008 spürt die Seemannsmission in Brake noch immer. „Noch vor zehn Jahren hatten wir jährlich 6000 Besucher“, erinnert sich Dirk Jährig. Die Besucherzahlen seien seitdem zurückgegangen: Im Jahr 2013 etwa waren es 2789, ein Jahr später 3003, im Jahr 2015 wurden 2901 Besucher gezählt (2016: 3078, 2017: 2535). In diesem Jahr liege der Besuch deutlich höher.

Die Schiffsbesucher haben im vergangenen Jahr 165 Schiffe (Vorjahr 217) besucht und sind dabei mit rund 800 Seeleuten (Vorjahr 1100) in Kontakt gekommen. Der Rückgang sei bedingt durch geringere Schiffsanläufe im zurückliegenden Jahr. „Weniger Schiffe, weniger Leute“, merkt Dirk Jährig an.

Ohne den Menschen an Bord funktioniert die Schifffahrt nicht. Und so besuchen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Deutschen Seemannsmission Unterweser auch weiterhin die Seeleute an Bord, bieten ihnen ein offenes Ohr und erfreuen sie um die Weihnachtszeit zusätzlich mit Nächstenliebe – und wärmenden Geschenken. Auch wenn die Seefahrer nicht bei ihren Angehörigen sein können, so dienen diese von Herzen kommenden Aufmerksamkeiten als Brücke, die Menschen aller Nationalitäten verbindet.

Ulrich Schlüter
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2320

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