• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

UW sehen Klinikstandort im Norden skeptisch

10.05.2019

Brake /Nordenham Einen einzigen Klinikstandort in Rodenkirchen-Hiddingen für die Grund- und Regelversorgung in der „absoluten Mitte des Versorgungsbereiches für die mittlere und nördliche Wesermarsch zwischen Oberhammelwarden und Tossens“ hatten vier Fraktionsvorsitzende der im Kreistag vertretenen Fraktionen in der NWZ gefordert. Eine doppelt so große Wesermarsch-Klinik könnte dann wirtschaftlicher und breiter aufgestellt werden.

Hiddingen liege vier Autominuten von Esenshamm entfernt und drei Fraktionschefs kämen aus Nordenham, einer aus Rodenkirchen, geben die Unabhängigen Wähler (UW) in einer Reaktion zu bedenken. „Verrutschen hier vielleicht die Perspektiven? Besteht die Wesermarsch nur aus Nordenham, Butjadingen und Stadland?“ Der Fraktionschef der UW im Kreistag, Olaf Michalowski aus Jade, der das vielleicht etwas anders bewerten könnte, sei gar nicht erst einbezogen worden. Ein Blick auf die Landkarte zeige doch eindeutig, wo die Mitte der Wesermarsch ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?“

Die UW weist in ihrer Stellungnahme weiter darauf hin, dass „es einen funktionierenden Klinikstandort in Brake mit genügend Flächenkapazität und einer konzeptionelle abgesicherten Ausbauperspektive gibt“. Auch hierauf fehle jeder Hinweis der zitierten Fraktionschefs.

Die weitere Stellungnahme im Wortlaut:

Auch die UW-Fraktion im Kreistag würde es begrüßen, wenn sich die scheinbar festgefahrene Diskussion um die Krankenhausversorgung in der Wesermarsch durch die Initiative des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg wieder bewegen würde. Eine Fachklinik in Esenshamm und ein Akutkrankenhaus mit Grund- und Regelversorgung in der Mitte wäre eine Lösung, die die Situation in der Wesermarsch insgesamt verbessern könnte, auch wenn es dabei zu Einschnitten in der Akutversorgung für den Norden kommen würde. Aber auch das hat es in der Vergangenheit bedingt durch die verunsichernde Geschäftspolitik von Helios immer wieder gegeben. Die Politik habe den dann einsetzenden Prozess der Umstrukturierung kritisch zu begleiten, damit das berechtigte Interesse der Bürger dabei nicht auf der Strecke bleibt. Ein gut ausgestattetes Medizinisches Versorgungszentrum in Nordenham mit, in dem auch ambulanten Operationen durchgeführt werden, könnte dabei einen Beitrag leisten.

Der neue Aufschlag in der Diskussion um die Wesermarsch-Klinik ist diesmal nicht von Helios ausgegangen. Auch wenn die Gespräche mit dem ev. Krankenhaus Oldenburg dementiert werden, so wird allerdings auch von Helios eingeräumt, dass auch hier das Thema neurologische Früh-Reha für Esenshamm geprüft würde. Der Konzern plant einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Ministerium zu stellen. Die Helios Klinik schafft es seit Monaten nicht, aus den Schlagzeilen zu kommen. (...) Das Aus für die Geriatrie, die Restriktionen bei der Intensivstation, die Verabschiedung von Geburtshilfe und Gynäkologie haben den Ruf ramponiert. Leitende Mitarbeiter in der Verwaltung werden am laufenden Band ausgetauscht. Und alle Konzernentscheidungen sind immer „alternativlos“ und werden vorher nicht mit Politik und Verwaltung des Kreises erörtert. Das Vertrauen der Menschen in die Unternehmenspolitik von Helios ist tief erschüttert. Und es geschieht nichts, um diese Situation zu verbessern. Das ist Fakt und hat gar nichts mit dem Braker St. Bernhard Krankenhaus zu tun, das genau den gegenteiligen Eindruck vermittelt. Es arbeitet seit Jahren wirtschaftlich erfolgreich, unspektakulär und konstruktiv an der Weiterentwicklung und Differenzierung seines Leistungsspektrums. Wie vermessen ist es deshalb zu glauben, dass ein wirtschaftlich stark schlingerndes nur mit einem erfolgreichen Krankenhaus fusionieren sollte und alles in Ordnung. Wie vermessen ist es darüber hinaus, einem wirtschaftlich erfolgreichen Haus aus der Sicht der Politik vorschreiben zu wollen, wo der Standort einer Wesermarsch-Klinik sein könnte.

Zu den Fakten gehört nämlich auch, dass der Klinikstandort Nordenham schon immer wirtschaftlich problematisch war. Bereits das ehemalige Kreiskrankenhaus war vor der Übernahme durch die Rhön-Kliniken bereits hochdefizitär. Seit Eröffnung des Wesertunnels 2004 hat sich diese Situation noch weiter verschärft, denn seitdem gehört Nordenham und Butjadingen auch zum Bremerhavener Einzugsgebiet und speziell zum wirtschaftlichen Einzugsbereich des Klinikums Reinkenheide: „Wir sichern die Grundversorgung für die Stadt Bremerhaven und die gesamte Unterweserregion“, heißt es im Klinikleitbild: 723 Betten, 27000 stationäre Patienten im Jahr und 1300 Mitarbeiter bei 14 zertifizierten Fachabteilungen und ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Ein Haus der Maximalversorgung. Hinzu kommen zwei weitere Kliniken mit jeweils über 200 Betten: Ameos am Bürgerpark und das Josef Hospital (mittlerweile Ameos Klinikum Mitte, Anm. d. Red.). (...) Und das alles eine gute Viertelstunde von Esenshamm entfernt. Auch wenn von den 6000 stationären Patienten im Jahr gut 1500 aus der nördlichen Wesermarsch stammen, wird die Konkurrenz aus Bremerhaven gerne „weg geklickt“. Dieser schwierigen Standortsituation muss sich der ausschließlich gewinnorientierte Helios Konzern stellen. Es wird schwer sein, diesen Standort mit dem bisherigen Konzept wirtschaftlich zu betreiben. Der damalige Verkauf im Paket von Rhön an Helios war (lt. Horst Lohe in der NWZ) ein Glücksfall, sonst hätte Rhön die Wesermarsch Klinik bereits vorher dicht gemacht.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
Rufen Sie mich an:
04401 9988 2301
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.