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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

LzO fördert Schuldnerberatung

10.10.2018

Brake /Nordenham „Am häufigsten geraten Menschen in Verschuldung durch unplanbare Änderungen der Lebensumstände“, kann Frerk Hinrichs, Sprecher der Diakonie Oldenburger Land sagen. In der Trägerschaft des Diakonischen Werkes befindet sich die soziale Schuldner- und Insolvenzberatung. Und diese bekam am Dienstag einen finanziellen Zuschuss durch die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO). Im Wert von 17 500 Euro viel diese Summe, die sich aus dem Lotteriespiel „Sparen+Gewinnen“ ergab, dieses Mal deutlich größer aus. Sie ergibt sich aus den Summen beider vergangen Jahre, (2017 kamen 8800 Euro zusammen und 2018 waren es 8700 Euro). „Wir freuen uns, dass wir unsere Förderungen für die sozialen Schuldnerberatungsstellen fortführen können“, sagte Regionaldirektor der LzO-Wesermarsch Andreas Vollert am Dienstag.

„Es gibt viele die zu uns kommen und einfach den Überblick verloren haben“, sagt Karin Schelling-Carstens, die die Kreisgeschäftsführung des Diakonischen Werkes Wesermarsch innehat. Gemeinsam mit dem Klienten wird dann zunächst ein Überblick geschaffen und nach einer Lösung gesucht. Ganz so einfach wie bei Peter Zwegat im TV-Format „Raus aus den Schulden“, sei das aber nicht. „Oft ist das ein längerer Prozess und nicht immer ist Insolvenz eine gute Lösung“, so Schelling-Carstens. „Schuld“, findet sie, sei eigentlich auch kein gut gewähltes Wort für ihre Arbeit: „Ich leiste eher Aufklärungsarbeit.“

Ein wesentlicher Bestandteil der Aufgaben, der rund 5 Personen, die in der sozialen Schuldnerberatung Diakonie Wesermarsch in Brake und Nordenham arbeiten, ist es, Bescheinigungen für ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto auszustellen. „Wenn man die nicht hat und es zu einer Pfändung kommt, kann es sein, dass alles Geld auf dem Konto eingezogen wird“, erklärt Schelling-Carstens. Durch das Gesetz gibt es für jede Lage eine bestimmte Pfändungsgrenze, diese soll gewährleisten, dass bei einer Pfändung die Person wenigstens weiterhin die Lebenserhaltungskosten decken kann.

Doch wie geraten Menschen in Verschuldung? Jede fünfte Person, die im Jahr 2017 einen Beratung wegen Überschuldung in Anspruch nahm, tat dies weil der Arbeitsplatz wegfiel, heißt es in einer Statistik der Diakonie. Das Werk in der Wesermarsch begrüßte 2017 497 Klienten, zu Hochzeiten hatten sie auch mal 700 bis 800 Menschen in steter Beratung. „Momentan kommen immer mehr, die die P-Konten-Bescheinigung (Pfändungsschutz-Konten-Bescheinigung) bekommen wollen“, sagt Schelling-Carstens.

Und wenn es schon zu spät ist? „Die Einsicht ist wichtig. Dass die Klienten verstehen, was schiefgelaufen ist“, weiß Andreas Vollert. Oft erlebe auch er es, dass Kunden mit Verschuldung weiterhin Geld ausgeben, für Dinge, für die eigentlich keine Kapazitäten da sind. Die Bildung in finanziellen Sachlagen fehle, häufig bei Jüngere. Prävention ist da das Stichwort. Vollert sieht da die Bildungseinrichtungen wie Schulen in der Verantwortung, aber auch das eigene Elternhaus. Auch Schelling-Karstens sieht da einen tragischen Trend: „Überzogene Konten sind mittlerweile gesellschaftsfähig geworden.“ Da ist sie sogar TV-Formaten wie dem von Peter Zwegat dankbar: „Das verschafft dem Thema wenigstens öffentliche Aufmerksamkeit.“ Letztendlich seien sie dankbar, für jeden, der es in die Räumlichkeiten der Beratung schafft. „Die kommen gekrümmt hinein und gehen etwas gerader wieder heraus“, das freue alle Mitwirkenden. Letztendlich läge es den Mitarbeitern beim Diakonischen Werk Wesermarsch am Herzen, dass die Klienten aus ihren Fehlern lernen: „Wir wollen ja nicht, dass die wiederkommen“, sagt die Leiterin.

Freya Adameck Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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