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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Nwz-Sommerserie – Auf Ein Tässchen: Ein Leben mit der „Guntsiet“

20.07.2019

Brake Sanft wiegt sich die „Guntsiet“ in den flachen Wellen, die ein Binnenschiff hinter sich herzieht. Die Sonne scheint, an Deck ist es warm. Noch liegt das Fährschiff vertäut an der Braker Kaje. Doch gleich geht es auf der 900 Meter langen Strecke über die Weser ans gegenüberliegende Ufer. Die ersten Passagiere kommen an Bord, darunter sind auch zahlreiche Radfahrer.

Seit 36 Jahren steht Eberhard Dieckmann am Ruder des weißen Fährschiffs, das zwischen der Kaje und der Weserinsel Harriersand pendelt. Die „Guntsiet“ ist dem 71-Jährigen ans Herz gewachsen, sie ist sein Lieblingsplatz. Und weil er schon so lange über den Fluss setzt, kennt er auch viele der Passagiere, die täglich oder auch nur in der Ferienzeit mitfahren.

Eberhard Dieckmann ist ein Frühaufsteher. Er ist immer gut gelaunt, stets zu Gesprächen mit seinen Fahrgästen aufgelegt. Man kennt sich. Was es Neues auf der Insel gibt, ob die Strandhalle nach wie vor geöffnet ist und wie dort die Speisen munden, all das erfährt man, wenn sich nur etwas Zeit genommen wird während der ansonsten eher kurzen Überfahrt. Aber auf der Rückfahrt gibt es ja noch einmal Gelegenheit zum Klönschnack.

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Eberhard Dieckmann ist ein gebürtiger Butjenter. Er wurde in Iffens geboren. Nach seiner Schulzeit in Stollhamm und Nordenham wollte er eigentlich Koch werden. Doch das war nichts für ihn. Also ging er 1963 in die Binnenschifffahrt und fuhr drei Jahre lang als Schiffsjunge. Im Jahr 1966 machte er die Prüfung zum Bootsmann und fuhr danach einige Jahre als Matrose. 1971 legte er das Kapitänspatent für Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen bis zur Seegrenze ab. Seit 1973 lebt Eberhard Dieckmann in Brake. Als Steuermann und Kapitän fuhr er bei mehreren Reedereien. Ein schwerer Arbeitsunfall zwang ihn schließlich dazu, beruflich umzusatteln. 1983 wurde ein neuer Kapitän für die „Guntsiet“ gesucht – und Eberhard Diekmann bekam glücklicherweise den Zuschlag.

Meine Lieblingstasse

So sieht die Lieblingstasse aus.

Eberhard Dieckmann besitzt natürlich auch eine Lieblingstasse. Das gute Stück nimmt er jedoch nicht mit an Bord, sondern er bewahrt den Becher zuhause auf. Das darauf abgebildete Motiv zeigt ein bekanntes Braker Fährschiff – die „Guntsiet“ selbstverständlich – und die Braker Silos. „Den Becher habe ich vor ein oder zwei Jahren bei Famila gekauft“, erinnert sich Eberhard Dieckmann.

Mein Lieblingsplatz

Eberhard Dieckmanns Lieblingsplatz

Der Lieblingsplatz von Eberhard Dieckmann ist, wie könnte es auch anders sein, die „Guntsiet“. Selbst wenn er Freischicht habe, würde es ihn immer wieder an die Braker Kaje zur „Guntsiet“ ziehen. An Bord fühle er sich wohl unter all den freundlichen Menschen. „Das macht Spaß“, sagt er. Hinzu kommt nach seinen Worten die Besatzung, ein gutes Team. „Es macht einfach Spaß“, hier zu fahren.

Das mag ich an der NWZ

Natürlich liest der bekannte „Guntsiet“-Kapitän Eberhard Dieckmann auch die Nordwest-Zeitung. Neben dem Wesermarsch-Teil sind es vor allem die Todesanzeigen, die er aufmerksam liest. Und er ist erschrocken darüber, wie viele junge Menschen sterben. 1950er Jahrgänge seien keine Seltenheit.

Das macht mir Sorgen

Eberhard Dieckmann hat keine Sorgen. Er sei ein glücklicher Mensch, sagt der 71-Jährige. Allerdings könne er seine Arbeit nicht mehr bis ins hohe Alter ausüben. Jedes Jahr müsse er zum Gesundheitscheck. Die Augen würden schlechter, die Hörkraft ließe nach. Irgendwann, so sinniert er, sei sicherlich Schluss auf der „Guntsiet“.

Das macht mir Freude

„Die ,Guntsiet’ zu fahren, das ist eben so“, antwortet Eberhard Dieckmann auf die Frage. Als sich ein Kapitän verspätete, der ihn ablösen sollte, durfte er eine Kindergartengruppe fahren. „Die Kinder riefen alle, ,Eberhard, du bist ja da’“, erzählt der Braker Fährmann. Was könne es Schöneres geben, als so begrüßt zu werden.

Dafür stehe ich nachts auf

Die Antwort kommt ohne zu zögern: „Wenn einer dringend meine Hilfe braucht.“ So habe ihn nachts beispielsweise einmal ein Notruf erreicht. Jemand hing auf dem Harriersand fest. Und Eberhard Dieckmann überlegte nicht lange. Er eilte dem Gestrandeten sogleich zu Hilfe. In Not geratenen Menschen würde er immer helfen.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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