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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Schifffahrt: Letzte Fahrt für Eberhard

28.10.2017

Brake 35 Jahre gemeinsam durch Wind und Wetter, durch Nebel, Sturm und Regen. Das schweißt zusammen. Eberhard Dieckmann und die Guntsiet, das gehört in Brake fest zusammen. Jetzt geht der Kapitän nach 35 Jahren auf seinem Schiff von Bord – mit gemischten Gefühlen. „Zur Guntsiet habe ich ein besonderes Verhältnis. Sie hat uns nie hängenlassen“, sagt der 70-Jährige. Kaum ein Wetter, bei dem die beiden die Überfahrt nach Harriersand nicht gewagt haben. „Windstärke 10 aus Ost“, gibt Dieckmann als Anhaltspunkt für zu schlechtes Wetter.

Als er vor 35 Jahren an Bord der Fähre kam, gab es kaum moderne Ausrüstung. „Kein Radar, kein Kompass – es musste ohne gehen“, so Dieckmann. „Ich hatte früher eine Passagierin, die kam immer bei Nebel an Bord, weil sie es spannend fand, wie ich bei schlechter Sicht den Inselanleger finde“, erinnert sich der Kapitän. Heute ist die Guntsiet mit modernen Navigationsgeräten ausgestattet.

An manche Zwischenfälle im Dienst kann sich der 70-Jährige noch heute gut erinnern. „Vor 24 Jahren ist ein Ruderboot mit zwei Personen vor der Insel gekentert. Wir sind sofort losgefahren und konnten den Mann in letzter Minute mit dem Bootshaken packen“, so Dieckmann. „Er war so schwer an Bord zu holen, dass ich und mein Deckmann zu zweit anpacken mussten. Die Guntsiet ist in den Wellen immer wieder abgetrieben. Am Ende haben wir es geschafft“, erzählt der Kapitän. „Die Frau aus dem Boot war an Land geschwommen und musste wiederbelebt werden.“ Solche dramatischen Ereignisse waren aber selten in den vielen Jahren auf der Fähre. Die meisten Passagiere betreten die Guntsiet schon mit einem Lächeln im Gesicht – geht es doch an die schönen Strände auf der größten Flussinsel Deutschlands. Eine Saison lang hatte Eberhard Dieckmann einen ganz speziellen Fahrgast: eine Ente brütete an Bord des Schiffes. „Sie spazierte einfach über die Gangway. Und wenn wir unterwegs waren, kam sie hinterhergeflogen und setzte sich mitten zwischen den Bänken für die Fahrgäste auf das Deck.“ Geworden ist aus der Brut nichts. Zuviel Wellengang für die zerbrechlichen Eier, so Dieckmann. Man sieht ihm an, dass er die Überfahrten auf seiner Guntsiet immer noch gern macht – ganz abtreten will er deshalb vielleicht doch nicht. „Wenn ich die Gesundheitsprüfung noch einmal bestehe, könnte ich mal dann und wann aushelfen“, hat er sich überlegt.

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Der Verein der Inselfreunde Harriersand hat ihn am vergangenen Woche zum Ehrenmitglied ernannt. Am Sonntag um 18 Uhr wird Eberhard Dieckmann die Guntsiet noch einmal über die Weser steuern – eine kleine Feier ist anschließend nicht ausgeschlossen.


Ein Video sehen Sie unter   www.nwzonline.de 
Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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