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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Schlick-Problematik In Golzwarden: Ministerium bestreitet Gefahr durch Gift

13.01.2020

Brake Als einen Skandal bezeichnet Dragos Pancescu (Bündnis 90/Die Grünen) die Deponierung von Schlick aus dem Hafenbecken der Elsflether Werft auf dem Spülfeld in Golzwarden.

Und das Antwortschreiben aus dem niedersächsischen Umweltministerium auf die Anfrage des Landtagsabgeordneten ist für ihn alles andere als befriedigend: „Ich bin sehr verwundert und empört darüber, was hier in Golzwarden passiert ist“, betont er. Die Landesregierung gebe zu, dass dringender Handlungsbedarf bei der Entsorgung vom Gift-Schlick bestehe.

Mit TBT belastet

Dass ausgebaggerter und mit Tributylzinn (TBT) belasteter Schlick aus dem Hafenbecken der Elsflether Werft in Golzwarden deponiert wird, hatte die NWZ erstmals am 14. Dezember 2019 berichtet. „Da alles sehr akut ist, muss eine Zwischenlösung her, und diese heißt: Zwischenlagerung in Golzwarden auf unbestimmte Zeit“, sagt Dragos Pancescu dazu.

Der Landkreis Wesermarsch hatte der Verwertung am 25. Oktober 2019 zugestimmt. Laut Landesregierung sei der Grenzwert für das giftige TBT von 300 Mikrogramm je Kilogramm Trockensubstanz bei den Messungen im Februar 2019 an mindestens einer von zwölf Messstellen um das Vierfache überschritten worden (1300 Mikrogramm je Kilogramm Trockensubstanz). Die Gehalte an Tributylzinn-Verbindungen würden schwanken zwischen 37 und 1300 Mikrogramm je Kilogramm Trockensubstanz. Der Durchschnittswert liege bei 219,3 Mikrogramm je Kilogramm Trockensubstanz und sei somit kein Ausschlusskriterium, lässt indes das Umweltministerium verlauten.

Keine Entsorgung

„Vor diesem Hintergrund ist es mehr als verwunderlich, dass die Ausbaggerung des Hafenbeckens beauftragt wurde, ohne dass eine Entsorgungsmöglichkeit besteht“, betont nun der in Brake beheimatete Landtagsabgeordnete Pancescu.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hatte im Februar 2019 ein Institut mit der Entnahme der Proben und deren Analytik beauftragt, „da ein dringender Handlungsbedarf zur Sedimenträumung bestand“, heißt es aus dem Ministerium. Eine Zwischenlagerung auf einem Spülfeld von Niedersachsen Ports habe sich zur Lösung akuter Probleme angeboten, heißt es weiter, und: „Die Vorbereitung und Ausschreibung der Entsorgung der entnommenen Sedimente benötigt noch etwas Zeit und ist für das erste Halbjahr 2020 vorgesehen.“

5000 Tonnen Schlamm

Weitere Details wurden jetzt durch die Anfragen der Grünen-Abgeordneten Dragos Pancescu, Imke Byl und Meta Janssen-Kucz nach der Tributylzinn-Belastung offenbart: Der belastete Schlick –etwa 5000 Tonnen Schlamm – wird laut Dragos Pancescu auf dem Spülfeld in Golzwarden zwischengelagert, das über keine Abdichtung zum Erdreich verfügt.

Das Umweltministerium verweist laut Dragos Pancescu darauf, dass auf dem Spülfeld bereits viel Sand abgelagert wurde, an das sich das TBT bindet. „Das bedeutet, dass das TBT in tiefere Schichten des Spülfelds ausgewaschen wird“, befürchtet jetzt der Politiker. „Für mich als Anwohner ist das eine sehr beunruhigende Aussage.“

Kosten sparen?

Der mit TBT belastete Aushub aus dem Elsflether Hafenbecken war zuletzt im Jahr 2014 durch den NLWKN auf einer Deponie in Rotterdam entsorgt worden. Die Kosten beliefen sich damals auf rund 944 000 Euro, wobei der Elsflether Werft rund 315 000 Euro in Rechnung gestellt wurden. Für die Grünen stellt sich die Frage, ob jetzt durch die Zwischenlagerung auf dem Spülfeld in den regenreichen Wintermonaten Kosten für die Entsorgung gespart werden sollen.

„Der Eigentümer der Elsflether Werft ist rechtlich verpflichtet, ein Drittel der Kosten für Hafenausbaggerung und Schlickentsorgung zu tragen“, so Dragos Pancescu. Da sich die Werft, der trotz des Verkaufs an Lürssen noch immer Grundstücke und Gebäude gehören, im Insolvenzverfahren befinde, fürchte das Land wohl, auf den Kosten sitzen zu bleiben, so der Landtagsabgeordnete, der auch dem Braker Stadtrat angehört.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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