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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Sorge In Brake-Golzwarden: Sturmtief „Sabine“ setzt Spülfeld unter Wasser

13.02.2020

Brake Das Sturmtief „Sabine“ hat zahlreiche Schäden hinterlassen. Und es hat dafür gesorgt, dass ein Spülfeld in Golzwarden überflutet wurde. Der mit Tributylzinn (TBT) belastete Aushub aus dem Wendebecken vor der Elsflether Werft war Ende letzten Jahres „in einer für die Anwohner in Golzwarden überraschenden Aktion“, wie es Reiner Gollenstede von der Wählergemeinschaft Brake (WGB) formuliert, auf diese außendeichs gelegene Hafenerweiterungsfläche südlich des Fährzubringers verbracht worden (die NWZ berichtete).

TBT gilt als äußerst gesundheitsgefährdend und umweltbelastend. Seit dem Inkrafttreten eines Übereinkommens der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) über Bewuchsschutzsysteme im Jahr 2008 ist der Einsatz bestimmter Stoffe in Antifouling-Anstrichen verboten, wie beispielsweise Tributylzinn und andere hochgiftige Organozinnverbindungen.

Die WGB-FDP Gruppe im Braker Stadtrat bittet deshalb in einem Schreiben an Brakes Bürgermeister Michael Kurz um eine möglichst kurzfristige Anberaumung eines Bauausschusses. Folgende Fragen sollten beantwortet werden:Warum wurden die Bürger nicht vorher informiert und stattdessen durch eine „überraschende Aktion“ vor vollendete Tatsachen gestellt?Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat das Institut Dr. Novak aus Ottersberg mit einer Beprobung des Schlicks und deren Analyse beauftragt. Danach liegt der Durchschnittswert von zwölf genommen Proben mit 219,3 Mikrogramm zwar unter dem zulässigen Grenzwert von 300 Mikrogramm, er wurde aber an einer Messstelle um das Vierfache überschritten. Es ist bekannt, dass Tributylzinn und die Verbindungen äußerst schwer oder kaum abbaubar sind. Wenn nun der NLWKN davon ausgeht, dass über den endgültigen Verbleib des jetzt in Brake lagernden Schlammes erst im Frühjahr 2020 nach erneuter Beprobung entschieden werden kann, muss dann daraus geschlossen werden, dass die Verantwortlichen damit rechnen, dass sich der Gehalt an TBT durch „natürliche“ Abbauprozesse bis dahin verringert hat?
An welche Abbauprozesse ist dabei gedacht, wenn TBT- Verbindungen doch kaum oder nur schwer abbaubar sind? Hofft man eventuell auf eine witterungsbedingte Auswaschung oder Bodenversickerung?Daraus folgt die Frage, ob das in Anspruch genommene Gelände überhaupt für eine auch nur vorübergehende Zwischenlagerung geeignet ist? Und ist (zum Schutz vor einer Grundwasserverseuchung) vorher für eine wirksame Abdichtung des Untergrundes gesorgt worden? Das SPD geführte Umweltministerium stuft die „Zwischenlagerung“ auf diesem Gelände zur „Lösung akuter Probleme“ vor der Elsflether Werft als unbedenklich ein. Die endgültige Entsorgung solle nach erfolgter Ausschreibung im ersten Halbjahr 2020 erfolgen. Der NLWKN sagt, über den endgültigen Verbleib kann erst im Frühjahr 2020 nach einer weiteren Beprobung entschieden werden. Was stimmt nun? Wird aus einer Zwischenlagerung eventuell ein Dauerzustand?
Wie ist die Fläche im Bebauungsplan ausgewiesen?  Ist es planungsrechtlich zulässig, dieses Gelände überhaupt als Deponie zu nutzen, auch nur zeitlich befristet? Wer hat diese vorübergehende Deponierung genehmigt und mit welcher Begründung ist sie erteilt worden? Ist die Stadt Brake am Genehmigungsverfahren für die Zwischenlagerung beteiligt gewesen? Wenn nicht: Warum nicht? Wenn ja: Mit inhaltlich welcher Stellungnahme?Welche sonstigen Stellen sind am Genehmigungsverfahren beteiligt worden und wie lauten deren Stellungnahmen?

Auch im Kreistag soll die Deponierung von TBT-haltigem Schlick thematisiert werden. „Dass auf dem Golzwarder Spülfeld belasteter Schlick von der Elsflether Werft abgelagert wurde, empört uns maßlos“, betont Olaf Michalowski. Er ist Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft im Kreistag. Zusammen mit der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen würden der Kreisverwaltung die gleichlautenden Fragen gestellt, betont er.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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