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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Bürgerinitiative fordert: Kreis soll Deponierung in Käseburg ablehnen

25.04.2018

Brake Ist die Deponie Käseburg nun geeignet, um auf ihr schwach strahlendes freigemessenes Material aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) zu lagern oder nicht? Offiziell beantwortet ist diese Frage noch nicht. Zunächst soll ein Gutachten die grundsätzliche Eignung klären. Während Kraftwerkbetreiber Preussen Elektra aufgrund der Rückbaugenehmigung bisher von einer solchen Deponierung ausgeht und sie favorisiert, wächst vor Ort der Widerstand.

Im Namen der Bürgerinitiative „Atommüll DepoNIE“ fordert Harry Grotheer Landrat Thomas Brückmann (parteilos) nun auf, „aktiv zu werden“ und eine Deponierung abzulehnen: „Sie haben als Dienstherr der GIB-Beschäftigten (51 Prozent Landkreis Wesermarsch) nicht nur eine gesetzliche Fürsorgepflicht, sondern als Landrat auch das Wohl der Einwohner zu bedenken“, schreibt Grotheer. „Wir fordern Sie daher auf: Warten sie bitte nicht erst bis zum 30. Mai um in die Diskussion einzusteigen, sondern machen Sie es dem Beispiel von Stade und anderen Landkreisen gleich und lehnen sie die Deponierung ab. Werden Sie und die Kreistagsabgeordneten aktiv, laden Sie die Landes- und Bundespolitik ein, um mit Kommunalpolitik und Bürger dem KKU-Betreiber auf Augenhöhe entgegen zu treten.“

Die Anwohner des Hausmülldeponiegeländes Brake- Käseburg verfolgten mit Unverständnis und Fassungslosigkeit die Berichterstattungen über das Vorhaben, Rückstände des 2011 beschlossenen KKU-Rückbaus als Hausmüll zu deklarieren, um diesen dann für die Preussen Elektra kostengünstig zu entsorgen. Diese Deponie sei nicht nur zu 91 Prozent gefüllt, sondern bereits gemäß der offiziellen Voraussetzungen völlig ungeeignet, sie liege zudem in unmittelbarer Nähe zur Siedlungsbebauung. „Aus diesem Grunde erschließt sich der Sinn einer erneuten Begutachtung nicht“, schlussfolgert die Bürgerinitiative.

Infoveranstaltung

Eine Bürgerinformation plant der Landkreis Wesermarsch für Mittwoch, 30. Mai. An einer gemeinsamen Sitzung des Betriebsausschusses Abfallwirtschaft und des Ausschusses für Bauen, Kreisentwicklung, Landwirtschaft und Umwelt werden ab 16.30 Uhr im Kreishaus in Brake auch externe Experten teilnehmen und Fragen der Bürger beantworten.

Statt mit willkürlicher und umstrittener Freimessung die natürliche Strahlung für Anwohner und Deponiebeschäftigte zu erhöhen, könne es für alle Beteiligten ausschließlich zielführend sein, „dass Betreiber ihre radioaktiven Rückstände so lang auf ihrem Gelände belassen, bis eine bundeseinheitliche Entsorgung auf geeigneter Fläche geschaffen ist“.

Unter Verweis auf die erst kürzlich bekannt gewordene Einlagerung von Abfall mit einer Reststrahlung in den Jahren 1998 und 2005 verweist Grotheer auf den „Schaden der Wertminderung unserer Grundstücke“. Auch sei unklar, ob es bereits Gesundheitsschäden gebe: „Keiner misst die Strahlung im Grundwasser und schon gar nicht die der Deponieabwässer, die am Badestrand der Weser austreten.“

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

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