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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Brücke bindet Braker Hafen ab sofort besser an

17.05.2019

Brake Als ein „Ergebnis intensiver Zusammenarbeit, das die Infrastruktur des Hafenstandortes Brake und damit auch die maritime Wertschöpfungskette in Niedersachsen stärkt“ bezeichnete Dr. Niels Kämpny die neue Brücke im Verlauf der Berliner Straße. Als Vertreter des Niedersächsischen Verkehrsministeriums gab er diese mit Vertretern der beteiligten Unternehmen und Kostenträger am Donnerstag für den Verkehr frei. Die Stadt Brake, die DB Netz und Niedersachsen Ports (NPorts) teilen sich die elf Millionen Euro Kosten.

„Eine reibungslose und verlässliche Anbindung des Hafens ist ein Standortvorteil“, meinte Holger Banik. Der Geschäftsführer des Bauträgers NPorts betonte, dass das Bauwerk nicht nur die „Logistik vor Ort verbessert“, sondern auch die Sicherheit an den beiden Bahnübergängen – einer davon unbeschrankt – und für einen besseren Verkehrsfluss sorge, was Abgase reduziere. Immerhin würden jährlich 34 000 Waggons die Hälfte aller Güter im Hafen – im Vorjahr 6,4 Millionen Tonnen – bewegen. Baniks Dank galt den Bauunternehmen, aber auch den Anwohnern für deren Geduld.

Diesen Ball nahm Michael Kurz auf. Auch der Bürgermeister freute sich über die neue Brücke und die damit verbesserte Anbindung des Braker Hafens. Er sparte bei der Feierstunde aber auch nicht mit kritischen Worten: Jetzt müsse eine zentrale Forderung der Bürgerinitiative Boitwarden – der Lärmschutz entlang der Bahnstrecke – erfüllt werden. „Hafenwirtschaft und Niedersachsen Ports stehen zu ihrem Wort, die Stadt natürlich auch.“ Nun sei die Bahn am Zuge. „Mit nicht eingehaltenen Versprechen zerstört man Vertrauen. Mit einer Zusage kann die Bahn dieses Vertrauen zurückerlangen.“ Detlef Barner von der Bahn-Netz vermochte zwar keine Zusage zu machen, versprach aber, das Thema in seinem Haus noch einmal prüfen zu lassen.

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Jetzt sind die Nachbarn dran

Und auch der Bürgerinitiative Golzwarden machte der Bürgermeister Hoffnung: „Nun müssen wir die nördliche Hafenanbindung in den Fokus nehmen.“ Stehe die Stadt derzeit allerdings alleine bei der Finanzierung einer Ortsumgehung von Golzwarden, hoffe er, dass sich die Sichtweise mit Blick auf den Verkehr der A 20 ändere. „Dieser Verkehr durch Golzwarden ist zukunftsorientiert nicht darstellbar.“ Zwar sei eine Planung und Umsetzung nicht schnell zu machen, aber: „Zeit ist da.“ Man sollte aber fertig sein, wenn auf der A 20 der Verkehr rollt. Vorsichtig positive Signale kamen von Dr. Niels Kämpny: „Das Ministerium steht zur Verfügung für Gespräche über eine nördliche Hafenanbindung.“

Kurz betonte auch, dass „für einen umschlagstarken Hafen eine leistungsstarke und sichere Anbindung an das Hinterland“ unabdingbar sei. Ursula Schinski hob als stellvertretende Landrätin den Stellenwert des Hafens für Arbeitsplätze hervor.

Kurz dankte allen Beteiligten für die „faire und tolle Zusammenarbeit“, vor allem auch dafür, dass die jüngste Kostensteigerung von neun auf elf Millionen Euro ohne Mehrbelastung für die Stadt blieb. So bleibt es beim Eigenanteil der Stadt von „nur“ 750 000 Euro. 75 Prozent des städtischen Drei-Millionen-Anteils werden durch eine Landesförderung gedeckt.

Verbaut wurden für die rund 750 Meter lange Brücke übrigens unter anderem 2500 Meter Gründungspfähle, 1500 Kubikmeter Beton, 22 Tonnen Spannstahl, 150 000 Meter Vertikaldrainagen und 85 000 Kubikmeter Sand. Gepflanzt wurden und werden 918 Bäume, 3500 Sträucher und andere 487 Solitärpflanzen.

Chronik: Eine Brücke statt zwei Übergänge

Die Brücke im Verlauf der Berliner Straße war und ist umstritten. Der Fertigstellung gingen Diskussionen sowie eine lange Planungs- und Bauphase voraus.

2007 Bei der Deutschen Bahn reifen erste Pläne für einen Brückenbau.

Januar 2011Vorplanungen für den Brückenbau. 2012 soll das Vorbelastungsverfahren erfolgen, 2013 der Bau und Anfang 2014 die Freigabe. Die Ausnahmegenehmigung für die höhengleiche Querung der Gleise ist bis 2014 befristet.

November 2011 Anwohner befürchten eine zusätzliche Lärmbelästigung. Sie gründen die Bürgerinitiative Boitwarden. Sie fordern ein Lärmschutzkonzept für die Bahnstrecke – und eine Ortsumgehung für Golzwarden anstelle einer Brücke.

März 2012Der Stadtrat stimmt mit 26 Ja- und vier Nein-Stimmen (zwei Grüne, zwei Fraktionslose) für den Bau der Brücke im Verlauf der Berliner Straße. Die Politik verspricht den Anwohnern Lärmschutzmaßnahmen „über die gesetzlich notwendigen hinaus“.

November 2013Niedersachenports erhält den Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Brücke. Eine Fertigstellung im Jahr 2014 ist aufgrund von Verzögerungen im Verfahren längst vom Tisch. Zudem ist jetzt von schwierigen Bodenverhältnissen die Rede.

Januar 2015Der Rat stimmt der Einsenbahnkreuzungsvereinbarung zu. Demnach trägt die Stadt ein Drittel der Kosten, die auf mittlerweile gut 9 Millionen Euro geschätzt werden. Zuvor war von 4,5 Millionen Euro die Rede, ganz zu Beginn sogar von „nur“ 3 Millionen Euro.

Januar 2016Die Stadt erhält eine Zusage für Straßenbau-Fördermittel des Landes in Höhe von 2,255 Millionen Euro. Mittlerweile wird der Mai 2017 als Termin für die Fertigstellung genannt. Es wird bekannt, dass es außerhalb des Baufeldes keinen Anspruch auf Lärmschutz gibt.

November 2016Die europaweite Ausschreibung ist beendet, die vorbereitenden Arbeiten zum Bau der Brücke beginnen. Mitte 2018 soll der Verkehr fließen.

November 2018Die Brücke wird noch einmal teurer: 11 004 576 Euro stehen in einer Nachtragsvereinbarung zur 2015 geschlossenen Eisenbahnkreuzungsvereinbarung. Eine Zusatzvereinbarung erspart der Stadt Mehrkosten.


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Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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