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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Sind Freifahrten (k)ein Anreiz fürs Ehrenamt?

28.01.2020

Brake /Wesermarsch Freifahrten mit Bus und Bahn für Ehrenamtler = mehr freiwillige Helfer in allen Bereichen, in denen das Ehrenamt jetzt schon unersetzlich ist. – Diese Rechnung der niedersächsischen SPD-Landtagsfraktion ist denkbar einfach und folgt dem Prinzip: Stimmt der Anreiz, machen mehr Leute mit. Freifahrten im ÖPNV, gekoppelt an den Besitz der niedersächsischen Ehrenamtskarte, sollen es attraktiver machen, sich sozial zu engagieren.

Ein Konzept, das in der Wesermarsch aufgehen könnte?

Jein, lautet darauf die Antwort von Lea Grotjohann, Leiterin der Freiwilligenagentur Ehrensache im Landkreis Wesermarsch: „Die meisten Helfer wollen für ihr Ehrenamt nichts. Sie machen das auch ohne die Ehrenamtskarte.“ Mit der Ehrenamtskarte gehen beispielsweise vergünstige Eintrittsgelder für Schwimmbäder und Kulturveranstaltungen einher, Handwerksbetriebe, Einzelhändler und Dienstleister gewähren Preisnachlässe. „Das ist eine Anerkennung, nicht der ausschlaggebende Grund, um ein Ehrenamt auszuüben“, weiß Lea Grotjohann aus ihrem täglichen Kontakt mit Freiwilligen in der Wesermarsch: „Die Ehrenamtler selbst haben Spaß an der Sache, sie wollen Gutes tun, wollen aber auch selbst rauskommen, bringen so Abwechslung und Struktur in ihren Alltag und genießen den Kontakt zu anderen.“ Finanzielle Anreize wie jetzt von den Sozialdemokraten vorgeschlagen, seien deshalb zwar eine schöne Anerkennung, dürften aber nicht überschätzt werden.

Karte beantragen

Die Ehrenamtskarte wird von der Niedersächsischen Staatskanzlei ausgestellt. Der Antragsteller muss sein Ehrenamt mit mindestens fünf Stunden in der Woche oder 250 Stunden im Jahr erfüllen. Mehrere Ehrenämter dürfen zusammengerechnet werden. Das Engagement muss zudem seit mindestens drei Jahren bestehen, wird in der Wesermarsch ausgeübt oder der Antragsteller wohnt in der Wesermarsch und engagiert sich andernorts. Die Ehrenamtskarte ist drei Jahre lang gültig, kann dann aber verlängert werden

Die Prüfung der Anträge erfolgt durch den Landkreis. Online muss ein Antrag über das Portal www.freiwilligenserver.de ausgefüllt, ausgedruckt und mit dem Nachweis der ehrenamtlichen Tätigkeit beim Landkreis eingereicht werden. Dort ist Martin Bolte für alle Fragen zur Ehrenamtskarte zuständig. Er ist erreichbar unter Telefon  04401/927381 oder per Mail: ehrenamtskarte@lkbra.de.

Ob Freifahrten mit dem ÖPNV gerade in einer ländlichen Region wie der Wesermarsch, wo der Bus nicht im Minutentakt an jeder Ecke hält, überhaupt ein Anreiz sind, ist sicherlich diskussionswürdig. „Grundsätzlich gilt, dass alle Vorzüge, die das Ehrenamt stärken, begrüßenswert sind. Aber sicher gibt es Vorzüge, die im Städtischen besser funktionieren als auf dem Land und andersherum“, sagt Martin Bolte, der beim Landkreis Wesermarsch der zuständige Projektkoordinator für die Ehrenamtskarte ist.

40 Neuanträge für die Ehrenamtskarte konnte er im letzten Quartal des alten Jahres entgegennehmen. Eine erfreuliche Zahl, die gerne weiter ansteigen darf. Geprüft und bewilligt werden die Anträge aber auf Landesebene: „Wir sind mit der Ehrenamtskarte an das Land Niedersachsen angedockt. Deshalb würde ich es mir gar nicht anmaßen, darüber zu urteilen, welche Rabatte sinnvoll oder bezahlbar sind und welche nicht. Unser Antrieb ist: Wir wollen Signale setzen. Deshalb freuen wir uns über möglichst viele Rabattgeber“, so Martin Bolte weiter.

45 Positionen zählt die Liste mit den Rabattgebern in der Wesermarsch, informiert Wilhelm Kalmund von der Wirtschaftsförderung Wesermarsch die NWZ. Doch die Ehrenamtskarte kann von ihrem Inhaber in ganz Niedersachsen gezückt werden: Dort gibt es knapp 2000 Betriebe und Einrichtungen, die Vergünstigungen gewähren. Eine Übersicht gibt es unter


     www.freiwilligenserver.de 
Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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04401 9988 2321
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