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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Vorrang für die Natur in der „Tideweser“

15.02.2019

Brake /Wesermarsch Es ist lange und ausgiebig gestritten worden über die Unterschutzstellung der Tideweser. Naturschützer hatten sich noch mehr und größere Naturschutzgebiete (NSG) gewünscht, die Wirtschaft, vor allem Betriebe direkt am Ufer, hatten um möglichst wenig Einschränkungen gerungen – und um eine Unterschutzstellung als Landschaftsschutzgebiet (LSG), das weniger Restriktionen kennt.

Gefunden wurde schließlich in einem mehrjährigen Verfahren und in zahlreichen Gesprächsrunden ein Kompromiss. Und der ist nun amtlich: Seit Donnerstag, 14. Februar, besteht das Naturschutzgebiet „Tideweser“. Es umfasst gut 4000 Hektar Wasser-, Watt- und Vordeichsflächen zwischen Nordenham und Warfleth sowie das in der Außenweser gelegene „Fedderwarder Fahrwasser“.

„Da nahezu die gesamte Tideweser Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 ist, werden mit der Unterschutzstellung von niedersächsischen Bereichen der Außen- und Unterweser nun Verpflichtungen umgesetzt, die sich aus der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der EU-Vogelschutzrichtlinie ergeben“, erklärt Helmut Dieckschäfer, Leiter des Regionalen Naturschutzes beim Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das neue Naturschutzgebiet befindet sich in den Landkreisen Wesermarsch, Cuxhaven und Osterholz sowie im kreis- und gemeindefreien Gebiet des Küstenmeeres. In den kreisangehörigen Gebietsteilen werden die Landkreise die Betreuung des Naturschutzgebietes als untere Naturschutzbehörden übernehmen. Für die Betreuung der NSG-Flächen im Küstenmeer ist die NLWKN-Betriebsstelle Brake-Oldenburg zuständig. Besondere Bedeutung hat das Naturschutzgebiet für die Arten Meerneunauge, Flussneunauge, Finte, Fischotter und Teichfledermaus. Darüber hinaus stellt es für eine Vielzahl an Brut- und Gastvögeln einen wichtigen Lebens- und Nahrungsraum dar.

Die drei Kreistage hatten im Dezember 2018 das kommunale Einvernehmen erteilt. Einige weitere Teilbereiche des Weser-Ästuars, die unmittelbar vor Hafen- und Werftanlagen liegen, werden ergänzend als Landschaftsschutzgebiete gesichert. Beim LSG „Tideweser vor Berne und Lemwerder“ ist dieses bereits in der Dezember-Sitzung des Kreistags Wesermarsch geschehen. Die Verordnung ist am 22. Dezember in Kraft getreten. Das LSG „Tideweser vor Nordenham und Brake“ wurde von dem Gremium in derselben Sitzung beschlossen, allerdings stehe die Zustimmung des Kreistages des Landkreis Osterholz noch aus, teilte Dezernent Matthias Wenholt mit. „Damit ist diese LSG-Verordnung noch nicht in Kraft getreten.“ Die nächste Kreistagssitzung in Osterholz findet am 20. Februar statt. Am Tag nach der anschließenden Veröffentlichung im Amtsblatt tritt auch diese Verordnung dann in Kraft.

Die Schutzgebietsverordnung für das neue NSG ist vor allem darauf ausgelegt, den aktuellen Zustand des Gebiets zu sichern und weitere Verschlechterungen zu verhindern. „Nutzungen des Gebietes bleiben grundsätzlich zulässig, werden aber, wenn es der Schutzzweck erfordert, Regelungen unterworfen“, erklärt Helmut Dieckschäfer. Die Nutzung der Bundeswasserstraße durch die Schifffahrt wird nicht beeinträchtigt, so dass sich für die Häfen, Werften und sonstigen Gewerbebetriebe an der Weser keine Änderungen ergeben. In den Deichvorländern sichert die Verordnung den Erhalt des Grünlandes, ohne dessen Nutzung übermäßig einzuschränken. „Nur im Bereich des Vogelschutzgebietes Unterweser wird die Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden künftig den Interessen der Vogelwelt angepasst.“ Zudem enthält die Verordnung Regelungen für die Fischerei in dem Gewässer.

Mit dem Inkrafttreten des neuen NSG verlieren die bisherigen Verordnungen über die Schutzgebiete „Neuenlander Außendeich“, „Rechter Nebenarm der Weser“ sowie „Warflether Sand/Juliusplate“ ihre Wirkung. Die Schutzgebietsverordnung können über die Internetseite des NLWKN (www.nlwkn.niedersachsen.de) abgerufen werden. Auch in den Rathäusern in Brake, Elsfleth, Berne, Nordenham und Stadland, beim Landkreis Wesermarsch sowie in der NLWKN-Betriebsstelle Brake-Oldenburg liegen die Unterlagen zur Einsicht aus.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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