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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Weserstraße: Gewerbetreibende schlagen Alarm

24.11.2017

Brake Es sind harte Geschütze, die die Gewerbetreibenden an der Weserstraße auffahren: Arbeitsplatzverluste seien nicht auszuschließen, sogar von Existenzbedrohung ist die Rede. Grund sind für sie die Planung der Stadt Brake zur Sanierung der Weserstraße und damit verbundene wochenlange Sperrungen. Und auch die Ursache ist für sie klar: der Kreisverkehr an der Kreuzung Weserstraße/Am Sieltief/Am Stadion.

„Doch die Stadt hält an der Kreisellösung fest“, berichtete Fokke Fels, Vorstand des Logistik-Unternehmens LIT, aus einer Telefonkonferenz zwischen Vertretern der Wirtschaft und der Stadtverwaltung. Dabei liegt für ihn der Grund allen Übels in genau diesem Kreisverkehr: Sein Bau führe dazu, dass die Weserstraße zwischen B 212 und Braker Sieltief 20 Wochen voll gesperrt werden müsse. Hinzu kommen jeweils sechs Wochen Sperrung einzelner Abschnitte und zwei Wochen für die ganze Länge. Um die 50 Betriebe gibt es zwischen B 212 und Golzwarder Straße. Und auch weiträumige Auswirkungen habe die Sperrung: „Der Braker Hafen kann für die Dauer von rund 40 Wochen nur über Golzwarden erreicht werden“, heißt es im Gutachten eines Sachverständigen für die Betriebe.

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Auch die Ausschreibungsunterlagen der Stadt kommen beim Sachverständigen nicht gut weg: „In den entscheidenden Punkten entweder lückenhaft oder mit bautechnischen Fehlern behaftet“, heißt es. Hierdurch seien Mehrkosten in nicht absehbarer Höhe „praktisch vorprogrammiert“.

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Fokke Fels, Magnus Barghorn (Barghorn), Hans Conze-Wichmann (GIB), Karsten Bischoff (Famila), Klaus Scherner (Ulferts & Wittrock) sowie Björn Renken (Björn & Peter Renken), die sich am Donnerstagmorgen spontan zu einem „Krisengespräch“ zusammengefunden hatten, stellen „die Notwendigkeit der Sanierung nicht in Frage“. Mit einer Ampel wäre die Bauzeit aber nicht nur deutlich kürzer, auch eine Vollsperrung sei verzichtbar – und günstiger wäre die Lösung auch. Allein der Kreisel werde, so Fokke Fels, eine Million Euro kosten. Insgesamt geht die Stadt von Baukosten für die gesamte Weserstraße in Höhe von 2,4 Millionen Euro aus. Rund 50 Prozent soll durch Fördergelder finanziert werden, 40 Prozent durch Anliegerbeiträge, den Rest trägt die Stadt. Laut Gutachten der Wirtschaft seien Sanierung und Ampel für 870 000 Euro zu haben.

Was die Gewerbetreibenden ärgert: Die Stadt habe kein Verkehrsmanagement, auch sei mit ihnen bisher nicht gesprochen worden.

Ein Verkehrskonzept liege vor, kontert Rainer Hinrichs vom Bauamt, allerdings nur ein grobes. Eine Detailplanung werde mit dem Auftragnehmer erarbeitet. „Wenn wir das Konzept fertig haben, werden wir die Anlieger informieren.“ Dass das hätte auch früher passieren sollen, räumt er ein.

Das Problem ist die Zeit: Derzeit läuft noch die Ausschreibung. Am 12. Dezember soll der Rat die Auftragvergabe beschließen, und bis Ende des Jahres muss mit dem Bau begonnen werden, um an die Fördergelder zu kommen.

Auch widerspricht Hinrichs der Befürchtung, dass die Gewerbetreibenden über Wochen abgeschnitten seien: „Ziel ist es, den Anliegerverkehr zu gewährleisten.“ Der grundsätzlichen Dauer der Sperrzeiten widerspricht er nicht. Diese sollen aber noch reduziert werden. Nicht vermeiden ließen sich hingegen Umwege über Golzwarden.

Auch hier hat Fokke Fels Zahlen recherchiert: Täglich führen 550 Lastwagen von und zu Unternehmen an der Weserstraße und 300 durch sie Richtung Hafen. Diese müssten während der Sperrungen über die Raiffeisenstraße und Sinaburger Straße Richtung Weserstraße fahren. Hinzu kämen rund 9000 Personenwagen.

Und dieser Umweg verursache erhebliche Kosten, klagen die betroffenen Betriebe. Der Umweg über Golzwarden mache pro Tour 20 Euro aus, vor allem Arbeitszeit, so Fokke Fels. Bei 26 Wochen seien das rund 500 000 Euro Mehrkosten – allein für LIT. Bei den anderen ist es ähnlich. Auch Umstellung der Entsorgungstouren werde es geben, nennt Hans Conze-Wichmann einen weiteren Aspekt.

Für die Gewerbetreibenden an der Weserstraße steht daher fest: Politik und Verwaltung sollten vom Kreisverkehr Abstand nehmen und auf eine Ampel setzen. Dadurch ließen sich Bauzeiten und -kosten senken – und damit erhebliche Beeinträchtigungen der Betriebe. In letzter Konsequenz scheuen die auch rechtliche Schritte nicht.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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