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Aktualisiert vor 13 Minuten.

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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Fischer schauen auf den Brexit

10.01.2019

Brake Vielleicht liege es ja an den großen Seehund-Beständen, dass Scholle oder Seezunge an der Küste kaum noch in die Netze gingen, sinniert Dieter Hullmann. Ein Seehund fräße täglich etwa fünf Kilogramm Fisch. Bei 50.000 Seehunden käme da schon eine große Menge an Fisch zusammen.

Es liegt aber kaum an den Seehunden, dass die Küstenfischerei, vor allem aber die Kleine Hochseefischerei und die Hochseefischerei immer wieder in schwieriges Fahrwasser geraten. Dieter Hullmann ist geschäftsführender Vorsitzender der Fischerei-Genossenschaft Elsfleth sowie im Vorstand des Landesfischereiverbandes Schleswig-Holstein und ärgert sich über Erlasse, die den Beruf einschränkten. So müssten deutsche Nordsee-Fischer in diesem Jahr mit niedrigeren Fangmengen auskommen.

Beim Hering beispielsweise verringere sich die erlaubte Menge um 40 Prozent auf rund 39.000 Tonnen. „Wir kritisieren die Datenerhebung, um solche gravierenden Einschnitte vorzunehmen“, sagt Dieter Hullmann. Immer wieder komme es zu Fehleinschätzungen der Wissenschaft. Fisch gebe es genug. „Keiner kann genau benennen, wie viel Fisch es tatsächlich in der Nordsee gibt.“

Für das Familienunternehmen „Neptun Fischvermarktung“ in Brake gibt es im Rahmen der Kleinen Hochseefischerei laut Dieter Hullmann noch keine Probleme. Gefangen werden nach wie vor Scholle und Seezunge in der Nordsee. Zwei eigene Fischkutter sind in Fahrt, die Flotte kann aber auf rund 20 Schiffe durch die Fischereigenossenschaft Elsfleth aufgestockt werden. Die größten Probleme sieht Dieter Hullmann allerdings auf die Hochseefischerei zukommen, sollte der Brexit greifen. 90 Prozent der Fänge von Scholle, Hering oder Makrele kämen aus britischen Gewässern. „Wir brauchen die Engländer“, stellt er fest.

Auch die „Neptun Fischvermarktung“ ist auf die Engländer angewiesen. Laut Dieter Hullmann verfügt Deutschland über keine eigene Kaisergranat-Quote. Europaweit gebe es 20.000 Tonnen, die meisten davon in englischen Gewässern. Weil hier in Deutschland ein Markt vorhanden sei, tausche er bei seinen Geschäftspartnern in England Kaisergranat gegen Kabeljau. 500 Tonnen Kaisergranat waren es im vergangenen Jahr, die er so erwerben konnte. Und auch hierbei gibt es Bestimmungen: Fisch könne nur getauscht werden, erläutert der Braker. Eine finanzielle Regelung des Geschäftes sei ausgeschlossen. Wie es nach einem Brexit weitergeht, sei ungewiss.

Die Staaten der Europäischen Union legen laut Dieter Hullmann jedes Jahr die zulässigen Gesamtfangmengen fest. Die EU-Kommission schlage die Quoten auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen vor. Auf dieser Grundlage entfielen auf die Länder anhand festgeschriebener Verteilungsschlüssel die jeweiligen Fangmengen. „Historische Fangmengen aus den 70er Jahren liegen den Quoten zugrunde“, so Dieter Hullmann. Und weil vor rund 40 Jahren kaum Kaisergranat an deutschen Küsten gefangen wurde, sei man im Hintertreffen.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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