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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Hafen wird mit Millionen fit gemacht für die Zukunft

19.03.2018

Brake Breitbandanbindung und W-Lan bis zur Hafenkante, Weservertiefung und Verbesserung der Anbindung an den überörtlichen Straßenverkehr – mit Investitionen in diesen Bereichen soll der Braker Hafen fit gemacht werden für die Zukunft. Nach einem eher schwachen Wirtschaftsjahr 2017 sollen auch diese Maßnahmen der Stärkung des Standortes dienen. 2017 wurden seeseitig rund 5,66 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, 11 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Das Jahr selbst war dabei zweigeteilt: Das erste Halbjahr war deutlich schwächer als das zweite.

Und das stimmt Jan Müller, Vorstand der J. Müller AG, zuversichtlich: „Die positive Entwicklung des zweiten Halbjahres 2017 wurde zu Beginn dieses Jahres fortgesetzt.“ Allerdings sei der weitere Geschäftsverlauf teilweise schwer einzuschätzen, meint er mit Blick auf US-Strafzölle auf Stahl, Neuerungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz und Witterungsbedingungen für die Ernten im Agrarbereich. Wichtig sei es daher, so Müller, jetzt strukturelle Veränderungen anzugehen, um das Geschäft sichern zu können. Eine davon: Aus vier Gesellschaften wurde zum Jahresbeginn eine, die J. Müller Weser GmbH & Co. KG. „Das ist nicht verbunden mit einem Personalabbau“, betont Müller. Man wolle den Personalstamm von rund 460 Mitarbeitern vielmehr „sichern und weiterentwickeln“.

Investiert werden vom Unternehmen in diesem Jahr rund 6 Millionen Euro, 4 in neue Infrastruktur, 2 in Instandhaltung. Hafenbetreiber N-Ports wird 10 Millionen Euro ausgeben, 6 für Infrastruktur, 4 für Instandhaltung.

Für N-Ports-Geschäftsführer Holger Banik ist Brake „der Innovationshafen“. Ein wichtiger Punkt: Bis Ende des Jahres soll der Hafen komplett mit W-Lan ausgestattet sein – nutzbar von Kunden ebenso wie von Seeleuten. Derzeit ermitteln zwei Netzbetreiber, was dafür notwendig ist. Große Themen seien etwa Frequenzabtrennungen und Abschattung der großen Gebäude, nennt Harald Ludwig, Niederlassungsleiter N-Ports Brake, nur zwei Beispiele der besonderen Herausforderung.

Überhaupt steht die Digitalisierung im Hafen noch am Anfang: Man stelle derzeit seine „digitale Reife“ fest, nennt es Jan Müller, „lernt, wie man sich der neuen Welt stellt“. Dazu gehöre auch die Erstellung einer einzigen Plattform, um die wachsende Datenflut bewältigen zu können. Gemeinsam mit der Jade Hochschule hat man sich hier einen regionalen Partner gesucht. Einen weiteren Ansatz steuert wiederum N-Ports bei: Ab Frühjahr werde die Binnenschiff-App „Port Spot“ nutzbar sein, die eine Anmeldung im Hafen auf mobilem Wege ermöglicht.

Unverzichtbar sind aber auch Investitionen im nicht-digitalem Bereich: Dazu gehört die Verbesserung der Verkehrsanbindung zwischen der A 27 bei Stotel und dem Hafen, damit künftig noch längere Flügel für Windkraftanlagen transportiert werden können. Für rund eine Million Euro sollen Seitenstreifen befahrbar gemacht und Signaltechnik verbessert werden.

„Besonder wichtig für die Absicherung und das Wachstum des Umschlaggeschäfts“ sei der Ausbau der Unterweser. Die Weseranpassung, wie Jan Müller die Vertiefung von 11,90 auf 12,80 Meter nennt, sei „von größter Bedeutung“. Zwischen sieben und zehn Millionen Euro Getreide würde jährlich aus Deutschland exportiert. „Wir sehen davon nichts.“ Entsprechende Schiffe würden Brake nicht anlaufen. Er sieht das Verfahren auf der Zielgeraden. Die ist angesichts von Beseitigung der Mängel und Planergänzung, dem eigentlichen Verfahren sowie möglicher Klagen allerdings noch lang. Positiv sieht Jan Müller den Kompromiss für die Schutzgebietsausweisung der Tideweser. Ein Landschaftsschutzgebiet rund um den Braker Hafen lasse den Unternehmen die notwendigen Freiräume.

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Die wirtschaftliche Entwicklung des Braker Hafens in wichtigen Segmenten

Getreide/Futtermittel Um 12 Prozent ist der Umschlag bei Agrargütern im Braker Hafen 2017 zurückgegangen, von 3,38 auf 2,96 Millionen Tonnen. Zu hohe Preise für Importgetreide werden hier als Hauptgrund genannt. Exporte finden aus dem Braker Hafen nicht statt, vor allem, weil die Schiffe den Hafen aufgrund des fehlenden Tiefgangs nicht anliefen, heißt es. Der Futtermittelumschlag zeigte insgesamt ein stabiles Niveau.

Forstprodukte Dass sich Störungen im Verkehr weit entfernt (etwa eine lange Sperrung der Rheintalbahn-Strecke) auf Aktivitäten im Braker Hafen auswirken, wurde im Segment Zellulose deutlich: Kunden wichen verstärkt auf Binnenschiff-Verladungen ab den niederländischen Seehäfen aus. Die im Vorjahr überschrittene 1 Millionen Tonnen wurden daher 2017 nicht ganz erreicht. Positiv indes verlief die Entwicklung beim Export von Schnittholz.

Eisen und Stahl Aufgrund ausbleibender Anschlussprojekte für Großröhren und politisch bedingter Exportbeschränkungen für Bleche blieb die Umschlagtonnage rund 16 Prozent unter dem Vorjahr. Zudem wirkte sich die gute Binnenkonjunktur negativ auf Exporte aus. Hoffnungen liegen im Abschluss neuer Röhrenprojekte. Sorge bereitet die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Strafzölle auf Stahl zu verhängen. Kunden verhalten sich derzeit abwartend.

Windkraftanlagen Nach schwachen Im- und Exporten im ersten Halbjahr ging es im zweiten Halbjahr aufwärts. Diese Entwicklung hält auch zu Beginn des laufenden Jahres an. Durch Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird von einem weiterer Rückgang beim Bau von Windkraftanlagen an Land ausgegangen. Insgesamt wird eine Verschiebung vom Im- zum Export erwartet. Hafen-Kunden erwarten „ein stabiles Windkraft-Exportjahr 2018“.

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

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J. Müller | N - Ports | Hafen Brake | Jade Hochschule

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