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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Strukturwandel nicht um jeden Preis

01.08.2018

Brake Sind die Innenstädte mit ihren Fachgeschäften und den Fußgängerzonen noch zeitgemäß? Kann dem Aussterben auf Raten in den Kernbereichen noch Einhalt geboten werden? Ein immenser Druck lastet auf allen.

Es gibt kein Patentrezept, um die Attraktivität der Innenstädte langfristig zu sichern. Einen neuen Weg möchte nun die Stadt Brake gehen. Ein „Masterplan für die Umstrukturierung der Innenstadt“ soll angegangen werden, um den Strukturwandel hin zur multifunktionalen Innenstadt zu vollziehen und zu unterstützen. Will heißen, den Handel in der Innenstadt gleichberechtigt zu den Nutzungen Wohnen, Dienstleistung, Gastronomie, Tourismus sowie Gesundheit und Wellness möglich zu machen. „Nicht mit uns“, sagt kategorisch die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Braker Stadtrat dazu.

Die Firma CIMA Beratung & Management (Lübeck) hatte 2016 ein kapp 80-seitiges Einzelhandelskonzept für die Stadt Brake vorgelegt. Seit einem Monat gibt es eine 24-seitige Teilfortschreibung mit brisantem Inhalt. „Die Wohnbebauung in der Innenstadt soll salonfähig gemacht werden. Das wird von uns nicht mitgetragen“, sagt Hans-Otto Meyer-Ott. Die Wohnbebauung in der Fußgängerzone generell freizugeben, würden die Grünen ablehnen. Die Ergänzung des Einzelhandelskonzeptes führe zu weit, wenn dadurch Brakes Innenstadt plattgemacht werde. Sowohl Hans-Otto Meyer-Ott als auch dessen Parteifreund Dragos Pancescu sprechen von einer „Unterdrückung eines zentralen Versorgungsbereichs“.

Im CIMA-Einzelhandelskonzept von 2016 sind vier zentrale Versorgungsbereiche festgeschrieben worden: die Bereiche Famila, Innenstadt, das Umfeld beim Combi-Markt sowie beim Netto-Markt in Golzwarden. Neuansiedlungen außerhalb dieser zentralen Bereiche müssen geprüft werden. Das sei zwar für Lidl/Aral sowie dem Fasting-Gelände an der Weserstraße sowie für Netto in Kirchhammelwarden nahe des Bahnhaltepunktes geschehen. Als sich die Stadt dann anschickte, für das Fastinggelände den Flächennutzungs- und den Bebauungsplan anzupassen, habe diesem Vorhaben das Landwirtschaftsministerium einen Riegel vorgeschoben, so Hans-Otto Meyer-Ott. Die Begründung: Das Gelände liege außerhalb der städtebaulich integrierten Lage und ein Einzelhandelsgroßprojekt sei hier nicht per Ausnahme zulässig.

Das Projekt ist indes per Ausnahme zu realisieren, wenn folgendes nachzuweisen ist, so die Grünen:

 periodische Sortimente sind auf mindestens 90 Prozent der Verkaufsflächen anzubieten;

ein verbindliches städtebauliches Konzept muss vorliegen;

es ist nachzuweisen, dass die Ansiedlung nicht in städtebaulich integrierter Lage möglich ist;

die Ansiedlung muss im Zusammenhang zu Wohngebieten stehen, was aber noch nicht hinreichend abgeprüft worden sei;

die Ansiedlung ist im Netz des Personennahverkehrs eingebunden, hierbei habe es CIMA jedoch ebenfalls versäumt, das zu prüfen und müsse nachliefern.

Die Grünen fragen sich, ob CIMA für Brake die richtigen Antworten liefere, wo doch „so viele Sachen“ vergessen worden seien. Zurzeit befänden sich 32,1 Prozent aller Betriebe mit 9,6 Prozent der gesamten Verkaufsfläche und 14,3 Prozent Gesamtumsatzanteil im zentralen Versorgungsbereich der Innenstadt. Laut Konzept-Teilfortschreibung soll der zentrale Versorgungsbereich auf das „Aldi“-Umfeld an der Breiten Straße reduziert werden. Wie das alte Gebäude/Gelände künftig zu nutzen ist, sei fraglich. Die weitgehende Streichung der Einzelhandlesfunktion im Bereich der Innenstadt werde von der Grünen-Stadtratfraktion, der auch Kirsten Günther angehört, „schärfstens missbilligt“.

Die Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzepts werde nun in den Ausschüssen des Stadtrates diskutiert. Darauf weisen Hans-Otto Meyer-Ott und Dragos Pancescu hin.

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