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Aktualisiert vor 4 Minuten.

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Vollsperrung der B211 am Nachmittag

NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Bürger sollen Besitzer und Kunden sein

25.10.2013

Stollhamm Für Illusionen war kein Platz an diesem Abend. Schnäppchen und Dauerniedrigpreise in einem Geschäft vor Ort? Ein großes Sortiment? Fleisch- und Wursttheke? Keine Chance.

Dieser Überzeugung ist Michael Weerning von der Markant Nordwest Handels GmbH. Der Unternehmensberater nahm am Mittwochabend in der Gaststätte Huus an’n Siel kein Blatt vor den Mund – und damit vielen Stollhammern auch die Hoffnung auf preiswertes Einkaufen mit großer Auswahl mitten im Ort.

Die Resonanz war enorm. 170 interessierte Stollhammer folgten der Einladung von Bürgerverein und Gemeindeverwaltung. Die Einwohner wollten wissen, wie die Chancen für einen Einkaufsmarkt im Ort stehen. Und unter welchen Bedingungen ein solches Geschäft gegründet werden und erfolgreich existieren kann. „Das Thema bewegt Viele“, war sich Bürgermeister Rolf Blumenberg beim Blick durch die prall gefüllten Reihen sicher.

Unternehmensberater Michael Weerning erteilte einem eigenständigen Geschäft eines Handelsunternehmens eine klare Absage. „Das ist in Stollhamm nicht möglich“, sagte der Fachmann.

Damit ein solcher Laden aus Sicht eines Unternehmens wirtschaftlich sei, seien dreieinhalb- bis viertausend Einwohner und ein Umsatz von 2,5 bis 3,5 Millionen Euro im Jahr notwendig.

In Stollhamm leben aber nur 1300 Einwohner. Im Einzelhandel seien die Kosten außerdem hoch, aber die Gewinnspanne sehr gering, fügte er hinzu. Von einem Euro Umsatz blieben einem Geschäftsmann etwa nur 18 Cent gewinn übrig, wovon ein Betreiber alle Kosten, zum Beispiel für Energie und Personal, decken müsse.

Die Arbeitsgruppe, die sich mit der Gründung des Geschäftes befasst, schlägt deshalb ein Genossenschaftsmodell vor. Die Bürger sollen sich durch den Erwerb von Anteilen finanziell am Einkaufsmarkt beteiligen.

Michael Weerning sieht Chancen für ein solches Modell – wenn ein Großteil der Bevölkerung dahintersteht und bereit ist, Anteile zu übernehmen.

Der Unternehmensberater geht davon aus, das mindestens 80 000 Euro Startkapital nötig sind, um einen solchen Laden zu realisieren.

Ein Lebensmittelgeschäft auf Genossenschaftsbasis sei nicht mit anderen Supermärkten oder gar Discountern vergleichbar, betonte der Fachmann. „Billig einkaufen geht nicht“, sagte er. Dafür hätten die Stollhammer aber eine Einkaufsmöglichkeit direkt vor der Haustür – sie müssten keine weiten Wege zu Märkten in der Umgebung in Kauf nehmen – und würden dadurch Sprit sparen. Auf Dauer kann sich ein Lebensmittelmarkt für die Bürger also trotz höherer Preise lohnen. „Sie gönnen sich diesen Markt“, sagte Michael Weerning.

Als Partner für das Geschäft stehe sein Arbeitgeber, die Markant Nordwest Handels GmbH, zur Verfügung, betonte er. Allerdings sei zuerst eine große Bereitschaft in der Bevölkerung vonnöten, sich finanziell an dem Markt zu beteiligen. Eine zweite wichtige Bedingung: „Sie müssen in dem Laden auch einkaufen – und zwar nicht nur das vergessene Paket Zucker“, sagte er.

Auf einer Unterschriften-Liste konnten sich die Zuhörer am Ende der über zweistündigen Veranstaltung eintragen und damit ihre Zustimmung bekunden. Weitere Listen liegen ab sofort in den Geschäften aus. „Wir brauchen mehr Rückenwind aus der Bevölkerung“, sagte Bürgermeister Blumenberg.

Er bewertet die bisherigen Reaktionen als „zurückhaltend“. Arbeitskreis-Mitglied Wolfgang Stolle zeigte sich optimistischer und sieht eine breite Zustimmung für das Laden-Projekt. Im November trifft sich der Arbeitskreis zu seiner nächsten Sitzung.

Felix Frerichs Nordenham / Redaktion Nordenham
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