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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Bürgerdialog beginnt im September

24.02.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-02-23T16:56:09Z 280 158

Kernkraftwerk:
Bürgerdialog beginnt im September

Kleinensiel

Der Rückbau des Kernkraftwerks, der in diesem Jahr beginnen soll, ist für viele Bürger ein Buch mit sieben Siegeln. Eine Reihe von Informationsveranstaltungen soll es ihnen ermöglichen, die Vorgänge besser zu verstehen, aber auch Anregungen und Kritik anzubringen.

Veranstalter ist der Landkreis Wesermarsch, der dafür 75 000 Euro vom Umweltministerium bekommen hat. Mit der Organisation hat die Kreisverwaltung das Basler Beratungsunternehmen Prognos beauftragt. Dessen Abteilungsleiterin für Dialogprozesse, Helma Dirks, informierte den Umweltausschuss des Kreistages am Donnerstag im Kreishaus darüber, was es mit den 75 000 Euro vorhat.

In der Markthalle

Geplant sind in den Jahren 2017 und 2018 zwei verschiedene Veranstaltungsreihen, die eng miteinander verknüpft werden sollen: das Forum Wesermarsch, ein moderierter runder Tisch, an dem Vertreter verschiedener Interessengruppen dienstags oder donnerstags von 18 bis 22 Uhr im Kreishaus Platz nehmen, und der Bürgerdialog am jeweils darauf folgenden Sonnabendnachmittag in der Markthalle Rodenkirchen.

Im Forum werden Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Anti-Atom-Initiativen – 15 bis 20 sollen es sein – tief in die Materie einsteigen. Der Bürgerdialog wendet sich dagegen an Einwohner mit geringeren Fachkenntnissen.

Das erste Forum soll am Dienstag, 12. September, tagen, der erste Bürgerdialog ist Sonnabend, 16. September, in der Markthalle vorgesehen. Im Forum soll es um fachspezifische Themen, etwa die Freimessung von Abbruchmaterial aus dem Kraftwerk, gehen, im Bürgerdialog soll es etwa 45-minütige bebilderte Vorträge geben; anschließend ist Zeit für Fragen. Zu Beginn der Veranstaltung informiert ein Teilnehmer des Forums die Bürger über die jüngste Sitzung; umgekehrt dürfen die Bürger Fragen an das Forum stellen.

Entscheidend seien transparente Informationen in verständlicher Sprache für die Bürger und ein respektvoller Umgang untereinander, betonte Helma Dirks. Ziel der Veranstaltungsreihe sei „ein guter Rückbau-Prozess“. Die zweite Runde sei für Januar 2018 geplant. Helma Dirks wird beide Veranstaltungsformate moderieren, ein vierköpfiges Prognos-Team begleitet den kompletten Prozess und ist ständig ansprechbar, ergänzte sie.

Prognos habe seit 25 Jahren Erfahrungen mit derartigen Dialogprozessen, sagte Helma Dirks weiter. Sie trügen zur Festigkeit der Demokratie bei, weshalb immer mehr Kommunen bei umstrittenen Vorhaben auf derartige Dialogprozesse setzten.

Kreisbaudezernent Matthias Wenholt betonte, dass die Veranstaltungsreihe der Information der Bürger diene, sie sei „kein zweiter Erörterungstermin“ und könne auch keine neuen rechtlichen Festsetzungen treffen. Er sagte, alle Diskussionen und Ergebnisse würden im Internet veröffentlicht, aber leider reiche das Geld nicht für eine interaktive Seite. Diese Öffentlichkeitsbeteiligung habe Pilotcharakter; noch nie sei ein Rückbau auf diese Weise begleitet worden.

Jürgen Janssen kritisiert

Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Janssen, Rodenkirchen, reagierte bitter auf das Transparenz-Versprechen: Der Kreistag sei nicht in die Auswahl des veranstaltenden Unternehmens einbezogen worden: „Ich fühle mich ausgebootet.“ Die SPD-Landtags- und Kreistagsabgeordnete Karin Logemann, Berne, teilte diese Kritik.