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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Der Geheimrat macht sich rar

18.10.2017

Burhave Die Apfelernte fällt in diesem Jahr in Norddeutschland so gering aus wie lange nicht mehr. Sie wird sich nach Schätzungen des Landesamtes für Statistik voraussichtlich auf knapp 150 000 Tonnen belaufen – das sind 36 Prozent weniger als 2016.

Im Bürgerpark an der Rudolf-Kinau-Straße in Burhave fällt die Bilanz noch schlechter aus. Ergab die Ernte dort im vergangenen Jahr stolze 255 Liter Apfelsaft, die auf der Umweltstation in Iffens ausgepresst wurden, werden es jetzt nur rund 85 Liter sein, schätzen Hans-Gerd Gerdes, Karl-Heinz Preisler und Horst Köpke vom Bürgerverein Nordseebad Burhave. Die drei Männer waren jetzt die einzigen, die sich an der öffentlichen Apfelernte-Aktion beteiligten, zu der der Bürgerverein eingeladen hatte.

„Wir haben hier viele alte Apfelsorten wie zum Beispiel den Geheimrat von Oldenburg, den Geheimrat Franksen oder Sinswürder“, erklärt Hans-Gerd Gerdes. „Die lassen sich lange einlagern und wurden früher auch oft eingekocht.“ Direkt vom Baum seien die oftmals sauren Apfelsorten indes in den seltensten Fällen verzehrt worden, weiß der Burhaver. Zum Beweis beißt Hans-Gerd Gerdes in einen der Äpfel und verzieht sofort das Gesicht. Der frisch gepresste Most hingegen ist sehr schmackhaft. In zwei Wochen kann der naturtrübe Apfelsaft über den Bürgerverein (Telefon 04733/1891) gegen Erstattung der Unkosten bezogen werden.

Der Obstgarten auf dem Gelände hinter der katholischen Kirche wurde 1995 angelegt. Er wird ehrenamtlich vom Bürgerverein betreut und gepflegt. Nachdem die Schafe, die dort zunächst grasten, sich bald an den Baumrinden der Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume zu schaffen gemacht hatten und aus diesem Grund umziehen mussten, übernahm die Kirche das Mähen der Wiese. Auch die Gänse wurden aus dem öffentlichen und weitläufigen Areal verbannt, weil sie ihr vermeintliches Revier allzu rigoros verteidigten und die Besucher bald kaum noch in die Nähe der rund 50 Obstbäume ließen.

„Der Bürgergarten hier wird mittlerweile sowohl von Einheimischen als auch von Touristen wirklich gut angenommen. Viele versorgen sich hier mit frischem Obst“, freut sich Karl-Heinz Preisler. Im kommenden Jahr möchte der Bürgerverein Burhave einen neuen Weges anlegen. Zudem soll eine Brücke montiert werden, die den Zugang zu der Wiese vom Kirchengelände aus ermöglicht.

Bärbel Supper von der Umweltstation bestätigt derweil, dass es in diesem Herbst in der Region deutlich weniger Äpfel gibt als in vergangenen Jahren. Sie vermutet, dass das zum einen mit dem Frost zusammenhängt, den es punktuell noch im späten Frühjahr gab, zum anderen damit, dass viel Wind und Feuchtigkeit die Bienen weniger rege ausfliegen ließen – und damit auch weniger Blüten bestäubt wurden. Darüber hinaus sei es aber normal, dass Bäume nicht in jedem Jahr gleich gut tragen, so Bärbel Supper.

Im Apfelgarten in Burhave habe die kalte und feuchte Witterung während der Blütezeit dazu geführt, dass viele Äpfel von einem Pilz befallen waren, berichtet Hans-Gerd Gerdes vom Bürgerverein. Die Früchte ließen sich aber trotzdem noch zu Apfelsaft verarbeiten, versichert er.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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