• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Jeder Einzelne sollte sich einbringen

25.09.2019

Burhave Seit 1996 beschäftigt sich der Designwissenschaftler und Publizist Professor Reinhard Komar mit der Gestaltung nachhaltiger Entwicklung. Derzeit hat er eine Professur in Peking und seit Anfang vergangenen Jahres ist er stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Meeresmüll.

Wachsendes Problem

Der Stollhammer referierte nun beim Landfrauenverein Butjadingen in der Gaststätte Butjadinger Hof über Strategien gegen die Verschmutzung der Gewässer und Meere. Thema des etwa einstündigen Vortrags war die Problematik des zunehmenden Plastikmülls in den Weltmeeren. Das Problem ist nicht neu, doch das Ausmaß wird erst nach und nach deutlich. So werden rund 1600 Faserpartikel einer Fleecejacke bei einem einzigen Waschvorgang freigesetzt, die nicht im Klärwerk herausgesiebt werden können. Bis eine Plastikflasche endgültig zersetzt ist, dauert es bis zu 450 Jahre, und der Großteil des Plastikmülls – mehr als 70 Prozent – liegen am kaum erreichbaren Meeresgrund.

Selbst die entlegensten Orte haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu reinsten Mülldeponien entwickelt. Auf Henderson Island, einer unbewohnten Insel im Pazifik, sind in den vergangenen Jahren 38 Millionen Plastikteile angespült worden. Das sind 17,6 Tonnen, und täglich kommen pro Quadratmeter 27 Kunststoffteile dazu.

Erschreckende Prognose

Vor diesem Hintergrund hat die Weltbank im vergangenen Jahr eine Müll-Warnung ausgesprochen. Nach ihren Prognosen werden im Jahr 2050 um die 70 Prozent mehr Müll produziert werden als bislang, sofern kein massiver Umdenkungsprozess stattfindet. Die Weltbank fordert deshalb dringend Investitionen in Recycling- und Müllmanagementsysteme. „Refuse, reduce, re-use, repair recycle, rethink“, also Vermeidung, Verringerung, Wiederverwendung, Reparieren, Recycling und Überdenken, das sind die sechs R-Säulen eines solchen Umdenkprozesses, der mit Maßnahmen wie den Verboten von Einwegplastik im Alltag, von primärer Mikroplastik und Polymeren oder von Müllexporten einhergehen muss, erläuterte der Experte.

Die Zukunft erfordere eine Kunststoff-Politik, die sich durch die absolute Reduktion von synthetischen Kunststoffen, die Entwicklung eines international verbindlichen gesetzlichen Rahmenwerks, die Durchsetzung des Verursacherprinzips und der Herstellerverantwortung sowie durch die Förderung nachhaltiger Lebenswelten auszeichnet. Und nicht nur die Politik und Industrie sind gefragt. Jeder Einzelne kann und sollte sich einbringen und seinen eigenen Konsum sehr kritisch hinterfragen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.