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Aktualisiert vor 16 Minuten.

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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Im neuen Bus quer durch Butjadingen

10.01.2019

Butjadingen Der Innenraum des Wagens riecht noch ganz neu, der fröhlich-bunte Sitzbezug ist fast unbenutzt. Der Verein Bürgerbus Butjadingen hat ein neues Fahrzeug. Der neue Bus – ein VDL Mercedes Sprinter – war ein willkommenes Geburtstagsgeschenk und ein perfekter Abschluss des Jahres 2018. Denn seit 10 Jahren, genau dem 10. Juli 2008, ist der Bürgerbus in Butjadingen im Einsatz.

Da kam der neue Bus nun gerade recht. Ende Dezember wurde das Fahrzeug aufgerüstet, jetzt hat er seine ersten Fahrten absolviert. Der Bürgerbus ist eine Sonderanfertigung: Wie jeder normale Linienbus hat auch der wesentlich kleinere Bürgerbus einen Fahrscheindrucker, eine Kasse, Haltestangen, einen Zielanzeiger und einen Knopf, der dem Fahrer signalisiert, dass die Fahrgäste aussteigen möchten. „Das Einzige, was wir uns gespart haben, ist ein Mikrofon für den Fahrer“, sagt Jürgen Sprickerhof, Vorsitzender des Vereins und selbst einer der Fahrer, lachend.

Im Bus haben insgesamt acht Fahrgäste Platz. Zwei Plätze sind komplett barrierefrei erreichbar und es gibt zusätzlich Platz für Rollstuhlfahrer. Über eine kleine ausklappbare Rampe ermöglicht der Niederflurbus einen bequemen barrierefreien Einstieg mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator.

Finanzierung gefördert

Rund 92 000 Euro hat das neue Fahrzeug gekostet. 75 Prozent der Kosten, nämlich rund 64 500 Euro, hat das Land Niedersachsen über die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) gefördert. Der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), der in sechs Landkreisen und vier Städten Aufgabenträger des öffentlichen Personennahverkehrs ist, hat die Anschaffung des Fahrzeugs mit 20 000 Euro gefördert. Der Landkreis Wesermarsch hat die Finanzierung mit 5000 Euro unterstützt. „Den Rest hat der Verein bezahlt“, erzählt Jürgen Sprickerhof.

Der neue Bus ist das zweite Fahrzeug, das der Verein im vergangenen Jahr bekommen hat. Er hatte bereits im Februar 2018 einen neuen Bus bekommen, dessen Finanzierung ebenfalls gefördert wurde. Der Verein besitzt auch noch zwei ältere Fahrzeuge. Eines davon hat allerdings einen Motorschaden. „Das wollen wir verkaufen“, sagt Jürgen Sprickerhof. Das andere soll als Reserve dienen oder an den neugegründeten Bürgerbusverein in Stadland ausgeliehen werden, berichtet er.

„Wir haben immer Bedarf an Fahrern“, betont der Vereinsvorsitzende. Denn der Bürgerbus wird ausschließlich von ehrenamtlichen Fahrern gefahren. Zwar sind zurzeit 14 Ehrenamtliche als Fahrer aktiv, doch nicht alle haben immer Zeit. Die Freiwilligen wechseln und Schichten müssen eingeteilt werden. Denn die Buslinien müssen zuverlässig und fahrplangerecht bedient werden. Dabei dauert die kürzeste Schicht gerade eine Stunde, ermuntert Jürgen Sprickerhof Freiwillige, sich bei ihm (unter Telefon  0152/33713155 oder Telefon   04736920033) zu melden. Ein normaler PKW-Führerschein reicht aus. Ein Personenbeförderungsschein kann über den Verein erworben werden.

Der Bürgerbus fährt die Linie 403 zum Bahnhof nach Nordenham und die Linie 409 über Fedderwardersiel, Süllwarden, Seeverns und Eckwarden. Auch einzelne Fahrten der Linie 408, des Strandläufers, werden zu Randzeiten, also in den Morgen- oder Abendstunden, durch den Bürgerbus übernommen.

Der Strandläufer ist übrigens von den Verkehrsbetrieben Wesermarsch (VBW) eingerichtet worden, weil der Bürgerbus gezeigt hat, dass für diese Linie großer Bedarf besteht, berichtet Stefan Bendrien, der beim ZVBN im Bereich Planung und Qualität auch für den Bürgerbus zuständig ist.

Daran, sich mit seinen Fahrten an Fahrpläne zu halten, müsse man sich erstmal gewöhnen, gibt Jürgen Sprickerhof zu. In den neuen Fahrzeugen geben die Fahrscheindrucker Hilfestellung. „Die zeigen uns an, wie wir in der Zeit liegen“, sagt er. Ist der Bus in der Zeit, ist die Anzeige grün. Ist der Bus verspätet, nimmt die Anzeige einen gelben Farbton an. Am schlimmsten sei es aber, wenn der Bus zu früh dran ist, dann wird die Anzeige rot. „Zur Not müssen die Fahrer dann anhalten und warten“, sagt Jürgen Sprickerhof, denn der Bus kann nicht einfach vor der im Fahrplan angegeben Zeit abfahren.

Wertvolle Fahrerleistung

Würde die Gemeinde die Linien, die zurzeit durch die ehrenamtlichen Fahrer des Bürgerbusses abgedeckt werden, offiziell bestellen, würde die zu erbringende Fahrerleistung rund 100 000 Euro kosten, erzählt Stefan Bendrien. Das Konzept des Bürgerbusses sei eine sehr gute Lösung für den ländlichen Raum, ist er überzeugt. Kostenaufwand und Ertrag stünden in einem sehr guten Verhältnis, sagt er.

Der Etat des Bürgerbusses setze sich aus drei Quellen zusammen, sagt Jürgen Sprickerhof. 8000 Euro kommen von der Gemeinde. Aus den Einnahmen durch die Fahrgäste ergeben sich 6000 bis 7000 Euro. Dabei gehen die Einnahmen aus der Preisstufe A komplett an den Verein. Aus der Preisstufe B und von den Schülertickets bekommt der Verein einen Anteil.

Im Bürgerbus können die Fahrgäste jedes Ticket des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN), also auch für den Zug von Nordenham zum Beispiel nach Bremen, lösen. „Rund 30 Prozent der Gäste fahren über Stufe B hinaus“, weiß Jürgen Sprickerhof. Der Fahrplan des Bürgerbusses ist selbstverständlich mit den Fahrplänen der Züge und der Busse der VBW getaktet.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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