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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Energiegeladene Debatte über Stromsäule

11.10.2019

Butjadingen Die Butjadinger Gemeindeverwaltung wird auch künftig mit einem E-Auto unterwegs sein, sogar einem leistungsstärkeren als bisher. Ob hinter dem Rathaus auch eine öffentliche Energietankstelle für Elektro-Pkw eingerichtet wird, ist hingegen noch offen.

Die Metropolregion Hannover, Göttingen, Braunschweig und Wolfsburg stellt der Gemeinde seit 2015 einen VW E-Up zur Verfügung. Bis Januar 2018 zahlte die Gemeinde dafür monatlich 302 Euro. Für das Nachfolgefahrzeug, wiederum ein Up, erhielt Butjadingen Sonderkondition von monatlich lediglich 150 Euro. Da Butjadingen wie Rügen und die Südheide für die Metropolregion eine Projektregion für Elektromobilität in Kommunen ist, hat sie der Gemeinde einen leistungsstärkeren VW E-Golf zu einem monatlichen Mietleasingpreis von 266,44 Euro angeboten. Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, das auf drei Jahre befristete Angebot anzunehmen.

Der neue Wagen mit einer Leistung von 100 Kilowattstunden (136 PS) und einer Reichweite von rund 230 Kilometern sei sofort lieferbar, berichtete Joachim Wulf, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste. Den kleineren Wagen gibt die Verwaltung an die Metropolregion zurück.

Kosten: 14 050,32 Euro

Kontrovers diskutiert wurde hingegen ein Angebot der EWE-Tochter WayDo für die Installation einer Energietankstelle. Die Gemeinde soll dafür inklusive Wartung über einen Zeitraum von sechs Jahren monatlich 236,81 Euro bezahlen. Die einmaligen Anschlusskosten betragen 3000 Euro, so dass nach Abzug eines Zuschusses in Höhe von 6000 Euro, den der Landkreis gewährt, für die Gemeinde unterm Strich 14 050,32 Euro an Kosten verbleiben. Den Strom müssten die Kunden bezahlen, die Einnahmen würde die EWE-Tochter kassieren. Die Gemeinde bekäme für ein Jahr eine Stromkarte, um selbst kostenlos „tanken“ zu können.

„Das ist eine Abzocke, die die EWE da mit uns vor hat“, echauffierte sich FDP-Ratsherr Holger Stendel über das Angebot. Auch Claudia Cornelius (CDU) mochte nicht einsehen, „dass die Gemeinde investiert, damit ein Energieversorger seinen Strom verkaufen kann“. Gäste und Einheimische könnten in Butjadingen bereits in Burhave und Tossens Strom tanken, so die Ratsfrau aus Blexerwisch.

Für ihre Ablehnung nannte Claudia Cornelius noch einen weiteren Grund. 685 Haushalte in Butjadingen hätten kein schnelles oder gar kein Internet. „Wie soll ich denen erklären, dass wir eine E-Tankstelle finanzieren?“ Ratsherr Dr. Hans Hortig (Unabhängige) sieht die E-Mobilität aus globalen Gründen kritisch. Er verwies auf die für Batterien erforderliche Gewinnung von Lithium in Bolivien, Argentinien und Chile, bei der Unmengen Wasser verdampft würden. Das passe nicht mit dem Anspruch auf Umweltfreundlichkeit zusammen.

Gut für Tourismus

Zu den Befürwortern der Investition gehört Jochen Kiebitz (FDP) aus Stollhamm. Jeder wisse, dass E-Mobilität zunimmt. „Die Produktionskosten sinken, so dass der Normalbürger sich ein E-Auto leisten kann. Wir als Fremdenverkehrsgemeinde sollten die entsprechende Infrastruktur vorhalten“, betonte er.

Ladesäulen seien Infrastruktur, die üblicherweise von den Kommunen zur Verfügung gestellt werde, plädierte Jürgen Sprikerhof (Grüne) ebenfalls für die Investition. Der Bedarf werde größer werden. Offenbar, so der Ratsherr aus Tossens, müsse in E-Mobilität erst einmal Geld investiert werden, damit sie „ins Laufen kommt“. Bürgermeisterin Ina Korter verwies auf den Status Butjadingens als Tourismusgemeinde. „Wir werben doch mit der E-Mobilität“, argumentierte sie für eine Ladestation hinter dem Rathaus.

Selbst kassieren

Dass über den Beschlussvorschlag der Verwaltung, im Haushalt 2019 Geld für eine Energietankstelle zur Verfügung zu stellen, im Rat nicht abgestimmt wurde, lag an Ralph Krümpelmann. Der CDU-Ratsherr aus Burhave überraschte den Rat mit dem Vorschlag, eine Ladesäule an das Blockheizkraftwerk des Rathauses anzuschließen. „Das würde einmalig rund 6000 Euro kosten“, hat Ralph Krümpelmann bei einem Kasseler Unternehmen in Erfahrung gebracht. Bei diesem Modell würde die Gemeinde die Tank-Gebühren selber kassieren.

Einstimmig beschloss der Rat, die Beschlussfassung auf die nächste Sitzungsperiode zu vertagen, weil zunächst der Vorschlag von Ralph Krümpelmann näher überprüft werden soll.

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