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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Stollhamm macht das Rennen

23.05.2019

Butjadingen Die zusätzlichen Kita-Plätze, die Butjadingen dringend benötigt, um den Bedarf decken und den Rechtsanspruch der Eltern erfüllen zu können, sollen durch einen Anbau an den Kindergarten in Stollhamm geschaffen werden. Das haben der Bauausschuss und der Familienausschuss des Gemeinderats bei ihrer gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend im Rathaussaal ohne Gegenstimme beschlossen.

Dem Beschluss vorausgegangen war ein einstündiger Vortrag von Gemeindekämmerer Bernd Rummel, der eine Wirtschaftlichkeitsanalyse für fünf mögliche Varianten vorstellte. Die Analyse war erst auf den letzten Drücker fertig geworden, so dass die Ausschussmitglieder nur wenig bis gar keine Zeit gehabt hatten, sich in die Zahlenkolonnen zu vertiefen.

Container-Idee verworfen

Entscheidend waren aber ohnehin die unter dem Strich stehenden Zahlen, die zeigen, was die fünf Variante hochgerechnet auf eine Zeit von 25 Jahren kosten. Dabei stellte sich heraus, dass ein Anbau an Stollhamm zwar zunächst die höchsten Investitionskosten erfordert, auf lange Sicht aber die zweitgünstigste Variante darstellt. Die günstigste Variante, nämlich eine Lösung mit Containern, die aufgestellt werden, hat die Gemeinde bereits verworfen.

Bernd Rummel hat errechnet, dass sich die Kosten für den Bau und Betrieb eines Anbaus in Stollhamm in 25 Jahren auf rund 1,25 Millionen Euro summieren würden. Der Kapitalwert für eine Nutzung der alten Schule in Stollhamm würde 1,36 Millionen Euro betragen. Eine Nutzung der verwaisten Pastorei in Stollhamm würde mit gut 1,7 Millionen Euro und eine Nutzung des Gemeindehauses in Eckwarden, die die dortige Kirchengemeinde beantragt hat, mit gut 1,8 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Dass die Nutzung kirchlicher Gebäude auf lange Sicht so deutlich viel mehr Kosten verursachen würde, liegt laut Bernd Rummel daran, dass die Gemeinde an die Kirche eine Miete sowie Abschreibungskosten zahlen und nach einer gewissen Zeit auch noch die Kosten für einen Rückbau übernehmen müsste. Dazu, dass die Eckwarder Lösung die teuerste wäre, tragen nach Rechnung von Bernd Rummel auch höhere Personalkosten als bei den Stollhammer Varianten bei.

Für Stollhamm spricht aus Sicht der Gemeinde noch ein weiterer Aspekt. Bernd Rummel hat sich eine Flurkarte von Butjadingen vorgenommen und um jede bestehende Kita sowie das Eckwarder Gemeindehaus einen Kreis gezogen, der jeweils ein Einzugsgebiet von sechs Kilometern darstellt. Die größte Schnittmenge gibt es bei den beiden Kreisen für Tossens und Eckwarden. Anders ausgedrückt: Der Kindergarten in Tossens decke bereits den größten Teil des Bedarfs in Eckwarden ab, so Bernd Rummel.

Sollten die Eckwarder gehofft haben, ihr Gemeindehaus künftig weiter nutzen zu können, obwohl es eine Kindergartengruppe beherbergt, musste die Gemeinde ihnen diesen Zahn am Dienstag ziehen. Das Landesjugendamt, das für die neue Kita die Betriebsgenehmigung erteilen müsste, habe eine Doppelnutzung des Gemeindehauses kategorisch abgelehnt, so Joachim Wulf von der Gemeindeverwaltung.

Bedarf ortsnah decken

Jürgen Sprickerhof (Grüne) sagte, dass er nichts gegen einen Anbau in Stollhamm habe, er jedoch der Eckwarder Lösung den Vorzug geben würde. Anders als in Stollhamm entstünden in Eckwarden Neubaugebiete, die Familien mit Kindern anlocken. Im Zuge einer ortsnahen Versorgung brauche das Dorf daher auch eine Kita. In Stollhamm sei der Bedarf an Kita-Plätzen aktuell und nicht erst in der Zukunft vorhanden, hielt Uta Meiners (FDP) dagegen.

Kritik an der Gemeindeverwaltung übten Ralf Töllner (CDU) und Lambertus Poll (Unabhängige). Ralf Töllner warf der Verwaltung vor, beim Thema Kita-Plätze „zu lange rumgeeiert“ zu haben. „Wir haben jede Menge Zeit verloren und könnten schon viel weiter sein“, sagte er. Lambertus Poll beklagte, dass die Ratsmitglieder die Wirtschaftlichkeitsanalyse erst so spät zur Verfügung gestellt bekommen hätten. Den engen Zeitplan hätte die Mehrheitsgruppe im Rat, zu der auch die Unabhängigen gehören, selbst vorgegeben, erinnerte Jürgen Sprickerhof.

Bei der Abstimmung enthielten sich Lambertus Poll und Jürgen Sprickerhof der Stimme, während alle anderen für den von der Verwaltung empfohlenen Anbau in Stollhamm votierten. Die zusätzlichen Kita-Plätze sind auch das Hauptthema der öffentlichen Sitzung des Finanzausschusses, die an diesem Donnerstag um 18 Uhr im Rathaussaal beginnt. Anwesend sein wird der Architekt, der die verschiedenen Varianten skizziert hat.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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