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Stichwahlen in drei Gemeinden entschieden
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Aktualisiert vor 31 Minuten.

Wahlen In Westerstede, Rastede Und Molbergen
Stichwahlen in drei Gemeinden entschieden

NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Dumm, da nicht mitzumachen“

06.04.2019

Butjadingen 15 Küstenkommunen, so wusste CDU-Ratsherr Ralf Töllner zu berichten, sind der Einladung des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies (SPD) gefolgt, sich über Ziele, Maßnahmen und Entwicklungszonen für ein Unesco-Biosphärenreservat Gedanken zu machen. Wer darauf spekuliert hatte, dass Donnerstagabend noch eine 16. Kommune, Butjadingen nämlich, dazu kommen würde, der wurde eines Besseren belehrt. Im Gemeinderat blieb die aus CDU, FDP und Unabhängigen bestehende Mehrheitsgruppe bei ihrem strikten Nein. Vorausgegangen war dem Beschluss eine emotionale Debatte.

Vor drei Jahren hatte das Thema Biosphärenreservat die Gemeinde über Monate in Atem gehalten. Nach vielen Debatten und Protesten vor allem aus der Landwirtschaft hatte der Rat das Thema mehrheitlich zu den Akten gelegt. Nachdem es nun wieder aufgepoppt war, hätte eigentlich alles ganz schnell gehen können. Denn die Mehrheitsgruppe hatte schon am 11. März im Vorfeld einer Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses in einer Pressemitteilung keinen Zweifel daran gelassen, das sie auch bei diesem erneuten Versuch in Sachen Biosphärenreservat nicht mitspielen werde.

Im Ausschuss gab es dann doch noch eine Diskussion. Und auch im Gemeinderat am Donnerstagabend wollten die Befürworter auf der einen und die Gegner auf der anderen Seite sich nicht auf eine einfache Abstimmung beschränken.

Jetzt mitbestimmen

„Ich verstehe nicht, wie man so dumm sein kann, diese Chance nicht zu nutzen“, wetterte Hans-Gerd Gerdes (Grüne) in Richtung der Gegner eines Biosphärenreservats. Er habe Verständnis für die Ängste der Landwirte, die in Folge von Naturschutzmaßnahmen schon oft Einschränkungen hätten hinnehmen müssen. Es sei aber besser, jetzt mitzureden, anstatt später etwas aufgedrückt zu kriegen, ist Hans-Gerd Gerdes überzeugt. Er glaubt zudem, dass bei einer Absage eine Menge Geld an Butjadingen vorbeifließen wird.

„Werden zum Spielball“

Fraktionskollege Jürgen Sprickerhof erinnerte ebenfalls daran, dass es vorerst nur darum gehe, an einem Diskussionsprozess teilzunehmen. „Das halte ich für notwendig“, sagte er. Bürgermeisterin Ina Korter konnte dem nur beipflichten.

Für die Mehrheitsgruppe argumentierte als erster Redner Ralf Töllner. Er fürchtet, dass den Landwirten in Butjadingen durch ein Biosphärenreservat noch mehr Flächen verloren gehen, dass Butjadingen „zum Spielball der Naturschutzverbände“ wird und dass die Nationalparkverwaltung der Gemeinde den Arm ausreist, wenn sie ihr nur den kleinen Finger reicht. Außerdem fragte Ralf Töllner, wo denn die Befürworter eines Biosphärenreservats seien und warum sie sich nicht bei Sitzungen zu dem Thema blicken ließen. Die Antwort gab er gleich selbst: „95 Prozent der Bevölkerung interessiert das überhaupt nicht“, ist der Christdemokrat sicher.

Claudia Cornelius (CDU) stellt klar, dass die Landwirte nicht gegen Naturschutz seien. Sie bezweifelte auch nicht, dass es Gegenden gibt, in die ein Biosphärenreservat gut passt. Dazu gehöre aber nicht Butjadingen mit seiner von Menschen geschaffenen Kulturlandschaft und seiner hohen Produktivität. „Herr Lies hat es nicht geschnallt“, warf Claudia Cornelius dem Umweltminister vor, in der Angelegenheit nicht ausreichend informiert zu sein.

Johann Evers (CDU) versicherte, dass die Mehrheitsgruppe ihre Entscheidung erst nach langen Diskussionen getroffen habe. Jochen Kiebitz (FDP), der Aufsichtsvorsitzender von Tourismus-Service Butjadingen ist, sagte, dass man in diesem Diskussionsprozess auch ausführlich über Tourismus geredet habe. Der, so Jochen Kiebitz, komme ohne ein Biosphärenreservat aus, weil alle touristischen Betriebe die Möglichkeit hätten Partner des Nationalparks oder der Unesco zu werden.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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