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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Auf Campingplätzen hängt der Haussegen schief

03.11.2018

Butjadingen Mangelnde Hygiene, Sanierungsstau, Saisonauftakt ohne warmes Wasser – die Mängelliste, die Andreas Kregel und Uwe Lohmann, Dauercamper auf dem Bremer Platz in Burhave, vor zwei Wochen in einem NWZ-Artikel aufgestellt hatten, ist lang. Doch womöglich ist das nur die Spitze eines Eisbergs. Etliche Dauercamper aus Burhave und aus Tossens haben sich auf den Artikel hin gemeldet. Sie beklagen nicht nur den Zustand auf den Plätzen, sondern auch den Umgangston, den die Betreiberfirma Knaus pflege.

Das kritisieren die Dauercamper:

Jutta (45) und Stefan Reichert (53) sind seit acht Jahren Dauercamper in Burhave. Sie fühlen sich wohl im Nordseebad, haben hier Freunde gefunden, kommen immer gerne wieder her. Eigentlich.

Eine Saison wie die zurückliegende haben die Oldenburger noch nie erlebt. Die Reicherts bestätigen, dass es zunächst wochenlang kein warmes Wasser gegeben habe – auf dem Bremer Platz ebenso wenig wie auf dem großen Platz in Burhave und auf den Plätzen in Tossens und Fedderwardersiel. „Warum fällt auf gleich vier Plätzen die Heizung aus – kann das ein Zufall sein?“, fragt Stefan Reichert.

Der Platz in Burhave werde als barrierefrei beworben, sei es aber nicht, sagt der Oldenburg – und deutet auf schiefe Pflastersteine, die auf dem Aufgang zum Sanitärgebäude Stolperfallen bilden. Zwischen den Schotterwegen und Aufgängen gibt es Absätze, die kein Rollstuhlfahrer bewältigen könne. Im Schotter fänden sich scharfkantige Scherben. Allgemein sei der Platz in Burhave in einem verwahrlosten Zustand, so Stefan Reichert. Wer sich darüber beschwert, bekomme von Knaus gar keine oder eine patzige Antwort. Manchen sei mit Abmahnung, anderen gar mit Kündigung gedroht worden.

„Es drängt sich das Gefühl auf, dass wir Dauer-Camper gegängelt werden“, klagt Tobias Mittmann aus Hannover, „bei Beschwerden vor Ort fühlte ich mich nicht ernst genommen“. Auf Mails, die er im Namen mehrerer Camper-Familie an die Knaus-Zentrale in Ochsenfurt geschickt hatte, habe er keine Antwort bekommen, so der Hannoveraner.

Die Zustände auf dem Platz in Tossens beklagen Ilse und Harald Grantz aus Gnarrenburg. Sie haben die Knaus-Zentrale in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass die Duschen und Toiletten dreckig seien und es nach Fäkalien stinke. Gebracht habe es nichts. „Mit Knaus ist hier nichts mehr anzufangen“, meint auch Beate Schäck aus Oldenburg, die in Tossens einen Dauerstellplatz hat. Sie verweist auf dreckige Toiletten und Schlaglöcher in den Wegen. Knaus verbiete Camper-Feste, bremse Eigeninitiative aus, listet sie weiter auf.

Karsten Schultheiß aus der Nähe von Osnabrück beklagt sich darüber, dass Knaus zum Saisonende in Tossens unter anderem Betonplatten von den Dauerstellplätzen weggerissen habe. Darauf, dass von den Plätzen alles entfernt werden müsse, habe Knaus allein mit einem Zettel im Schaukasten hingewiesen – der erst ausgehängt worden sei, als viele Dauercamper schon weg waren. „Diese Art der Kommunikation kennen wir so nicht“ sagt Maria Schultheiß. Sie ist die Mutter von Karsten Schulheiß und seit über 30 Jahren auf dem Platz.

Das sagen Knaus und die TSB:

Matthias Bräkelmann hebt eine Hand und streckt die fünf Finger daran aus: Eine Handvoll – so viele Dauercamper seien es, die in Burhave miese Stimmung verbreiteten, sagt der für die Butjadinger Plätze zuständige Regionalmanager Nord von Knaus Camping; er hatte Mitte März den Job übernommen, den davor Wilhelm Has inne hatte. Auf allen Plätzen sei der weit größte Teil der Camper sehr zufrieden. Das belege die steigende Zahl von Dauercampern. Und ein Indiz dafür sei auch, dass viele Festcamper, die nicht weit entfernt wohnen, fast jedes Wochenende nach Butjadingen kämen. „Das würden sie nicht tun, wenn hier alles schlecht wäre“, so Matthias Bräkelmann.

Dass es hier und da Unfrieden gegeben habe, dafür hat der Regionalmanager eine einfache Erklärung: Das frühere Management habe bei vielen Dingen ein Auge zugedrückt. Er hingegen lege Wert darauf, dass die auf den Plätzen geltenden Spielregeln auch eingehalten werden, so Matthias Bräkelmann. Nur so sein ein vernünftiges Miteinander möglich.

Zu diesen Regeln gehört, dass von den hochwassergefährdeten Außendeichsplätzen zum Saisonende alles abgebaut werden muss. So wolle es der Deichband, und so sei es den Dauercampern auch Jahr für Jahr gesagt worden. Diesmal sei auf die Einhaltung dieser Regel eben konsequenter geachtet worden, und das werde auch künftig so sein, sagt der Manager.

Matthias Bräkelmann berichtet von einem aggressiven Ton, den Festcamper ihm und seinen Mitarbeitern gegenüber angeschlagen hätten. Er berichtet von manchen Dauercampern, die glaubten, der Platz sei ihr Eigentum. Und er berichtet von Sabotage-Akten, zu denen es gekommen sei. Die Verursacher – unbekannt.

Hinsichtlich des Zustands der Plätze kündigt Matthias Bräkelmann Verbesserungen an. So soll zum Beispiel für Burhave 2019 ein neues Beleuchtungskonzept umgesetzt und die Barrierefreiheit wieder hergestellt werden.

Eigentümerin der Campingplätze ist die Kurgesellschaft; Knaus ist Pächterin, und der Vertrag läuft noch bis Ende 2022. Robert Kowitz, Geschäftsführer von Tourismus-Service Butjadingen (TSB), räumt ein, dass an den Plätzen etwas gemacht werden müsse. Das werde in enger Abstimmung mit Knaus auch geschehen. Zum Umgangston könne er nichts sagen, weil er bei den Gesprächen nicht dabei gewesen sei, so Robert Kowitz. Beide Seiten müssten aufeinander zugehen, meint der TSB-Chef.

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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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