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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

So werden Bauern zu Pionieren

02.11.2018

Butjadingen In Butjadingen werden an diesem Freitag drei neue Windkraftanlagen aufgestellt – ohne dass ein aufwendiges Genehmigungsverfahren, politische Debatten und Bürgerproteste vorhergegangen sind. Wie geht das? Ganz einfach: Es handelt sich um Kleinanlagen, mit denen Butjenter Landwirte vor allem ihren eigenen Strombedarf decken wollen. Sie betreten damit Neuland. Erst seit Ende 2016 ist es überhaupt möglich, solche Anlagen in der Gemeinde aufzustellen.

Vier neue Anlagen

Die Anlagen liefert die Firma E.A.Z. Wind mit Sitz in Hamburg. Sie wurden vor vier Jahren in den Niederlanden speziell für landwirtschaftliche Betriebe entwickelt und werden seit einem Jahr auch für den deutschen Markt produziert. Laut E.A.Z.-Sprecherin Linda Schmetjen stehen bislang elf der Kleinanlagen in Niedersachsen.

Nun kommen vier weitere Windräder hinzu – es werden die ersten Anlagen von E.A.Z. sein, die in der Wesermarsch stehen. Jeweils eine Anlage wird in Stadland und in Seeverns aufgebaut. Zwei weitere Windräder drehen sich künftig auf dem Hof von Stephan Bremermann am Potenburger Weg bei Eckwarden. Dort findet am kommenden Mittwoch auch eine Windmühlen-Taufe statt.

Die E.A.Z.-Anlagen weisen eine Nabenhöhe von lediglich 15 Metern auf – bei einem Rotor-Durchmesser von 12 Metern. Die Anlagen sind darauf ausgelegt, das Landschaftsbild so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Zudem sind sie besonders robust und wartungsarm. Und: Sie sind erschwinglich. Für einen Landwirt, der mit einem Windrad von E.A.Z. seinen eigenen Strom produziert, habe sich die Anschaffung an einem guten Windstandort wie Butjadingen nach spätestens zehn Jahren amortisiert, verspricht Linda Schmetjen.

Rat öffnet Türen

Um eine solche Anlage aufstellen zu können, ist kein aufwendiges und langwieriges Verfahren wie bei einem Windpark erforderlich, sondern es reicht eine vergleichsweise einfache Baugenehmigung des Landkreises. Allerdings gilt das für Butjadingen erst seit Dezember 2016. In dem Monat hatte der Gemeinderat mit dem endgültigen Okay für die Windparks in Düke und Kampen einen Schlussstrich unter die Windparkplanung der Gemeinde gezogen – und potenziellen Betreibern von Kleinanlagen wie Stephan Bremermann die Tür geöffnet.

Die frühere Windparkplanung der Gemeinde Butjadingen sah laut Axel Linneweber, Leiter des Bauamtes, Vorranggebiete für Windkraftanlagen vor, die gleichzeitig ein Ausschlusskriterium für alle anderen Flächen in Butjadingen waren. Soll heißen: Nirgends sonst als in den Vorranggebieten durften Windräder – unabhängig welcher Größe – errichtet werden.

Mit den Beschlüssen vom Dezember 2016 hat der Rat laut Axel Linneweber diesen Passus geändert. Somit dürfen Kleinanlagen in Butjadingen nun auch außerhalb der Vorranggebiete aufgestellt werden. Obwohl der Beschluss fast zwei Jahre alt ist, sind Stephan Bremermann und sein Kollege Dirk Müller, der die Anlage in Seeverns betreiben wird, indes Pioniere in Butjadingen.

Stephan Bremermann hätte auch gerne einen großen Windpark auf seinem Land errichtet. Dem 48-Jährigen ist jedoch klar, dass er dafür niemals eine Genehmigung erhalten hätte. Denn sein Betrieb liegt mitten in einem Vogelschutzgebiet. Für eine Kleinanlage ist das jedoch kein Hinderungsgrund.

Er habe lange nach einer geeigneten Anlage, die sich finanziell rechnet, Ausschau gehalten, sei jedoch nicht fündig geworden, sagt Stephan Bremermann. Dann stieß er auf die E.A.Z.-Anlagen. Ziel des Landwirtes ist es, sich unabhängig vom Strompreis zu machen. Wer eine Kleinanlage betreibt, muss wenigstens 70 Prozent des produzierten Stroms selbst nutzen, darf also höchstens 30 Prozent einspeisen. Bei Stephan Bremermann werden es sogar mehr als die 70 Prozent sein. Er betreibt drei Melkroboter, die 24 Stunden am Tag Strom benötigen.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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