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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Hightech-Spürnase ermittelt Stickoxidbelastungen

21.12.2019

Butteldorf /Oldenburg Von außen recht unscheinbar, innen aber voller Hightech – das ist die Cosmo-Sensorbox aus der Wesermarsch. Und die wird in Oldenburg ihren ersten Einsatz haben. In der Stadt gibt es seit Monaten Diskussionen über vermeintlich zu hohe Stickoxidbelastungen – und über das zugrundeliegende Messverfahren.

Weitere Daten wird künftig die Sensorbox made in Butteldorf liefern. Mit dem Postdienstleister Citipost Nordwest (ein Tochterunternehmen der NWZ-Gruppe) hat Cosmo einen regionalen Partner, der die Entwicklung der „mobilen Einheit zur Luftschadstoffmessung“ auch mit 5000 Euro finanziell unterstützt. „Wir treiben die nachhaltige Zustellung immer weiter voran“, betont Geschäftsführer Jan Fitzner. Bis Ende 2020 wolle man in Oldenburg komplett emissionsfrei unterwegs sein. Mit Lastenrädern und Elek­trotransportern sind das die Mitarbeiter schon heute. Und da diese sowieso in der gesamten Stadt unterwegs sind, bieten sie sich für eine mobile Schadstoffmessung geradezu an.

Cosmo steht für Customer-Oriented Sustainable Mobility Organisation und ist zugleich Firmenname eines seit 2016 bestehenden Beratungsunternehmens in Butteldorf. Gegründet von Toni Gäbelein und Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg sind die Kernkompetenzen Nachhaltigkeit, Mobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Mit im Boot ist auch das Bremer Unternehmen Rytle, das die Citypost mit Lastenrädern beliefert, vor allem aber auch urbane, IT-gestützte Logistikkonzepte für die letzte Meile entwickelt und die Digitalisierung der Lastenräder vorantreibt.

Toni Gäbelein ist geistiger „Vater der Box“. Er wollte die stationären Messstationen mobil machen. Anfang 2018 steckte und lötete er die ersten Bauteile zusammen. Als Gehäuse diente eine leere Vanille-Eispackung. Bei einem zweiten Prototypen wurde mehr Technik in ein Standardindustriegehäuse gesetzt, die Luftzufuhr wurde verbessert, ebenso die Messdatenspeicherung und -ausgabe.

Und beim dritten Prototypen – der jetzt zum Einsatz kommt – sind die Möglichkeiten der Box schon gewaltig. Bis zu 18 Sensoren können angeschlossen werden – im Fokus stehen zunächst vor allem Feinstaub und Stickoxide. Aber auch die Erfassung von Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff oder auch des Sauerstoffgehalts sind denkbar; Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Temperatur sowieso. Nach Sensoren getrennte Luftführungen erlauben vielfältige Einsätze. Limitierender Faktor sind hier nur die Kosten: Ein Gassensor kostet rund 400 bis 500 Euro. Die GPS-Genauigkeit beträgt mittlerweile fünf Meter, übertragen werden die Daten alle zweieinhalb Sekunden per 3 G oder LTE, abgelegt werden sie in Cloud-Speichern. Eine App, in der die Daten in Echtzeit dargestellt werden können, soll noch entwickelt werden.

Auch wenn die gemessenen Werte punktuell erfasst werden und als nicht gemittelte Werte keine Grundlage für mögliche Fahrverbote sein können und sollen, ist die grundlegende Technologie dieselbe wie die der stationären Messanlagen. Das soll nicht zuletzt auch noch das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven bescheinigen, das die Tauglichkeit der Cosmo-Messbox für den maritimen Bereich testen wird. Vor allem durch die flächendeckende Messung der Citipost-Räder dürften die Messdaten hoch interessant für die Stadtplanung sein – und für die weitere Information der Öffentlichkeit durch die NWZ.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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