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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Gesundheit: Chefarzt verabschiedet sich mit Wehmut

28.06.2014

Nordenham Der Abschied aus Nordenham fällt der ganzen Familie sehr schwer. Vor zehn Jahren ist das Mediziner-Ehepaar Anja (heute 47) und Hagen Behnke (51) mit seinen drei Söhnen (heute 13, 15 und 16 Jahre alt) von Marburg nach Nordenham gezogen: nicht um von hier aus einen weiteren Karrieresprung zu machen, sondern um zu bleiben – „vor Anker zu gehen“, wie Dr. Hagen Behnke formuliert. Alle Familienmitglieder haben an der Unterweser Wurzeln geschlagen und fühlen sich sehr wohl. Dennoch wird die Familie nach Wittmund ziehen, sobald dort ein passendes Haus gefunden ist.

Nach Wittmund

Wie berichtet hat Hagen Behnke seine Anstellung als Chefarzt der Anästhesieabteilung und Leiter der Schmerztherapie in der Wesermarsch-Klinik gekündigt. Zum 1. Juli tritt er die Stelle eines von zwei Chefärzten des Krankenhauses Wittmund (142 Betten) an. Zunächst wird er in der Doppelspitze tätig, später

Engagiert

Hagen Behnke ist im Vorstand der Bürgerstiftung Wesermarsch, in der Hofmann-Bürgerstiftung, im Lionsclub Nordenham/Elsfleth und als ehrenamtlicher Ringarzt für die Sparte Boxen des Sportvereins Nordenham tätig. Seit April 2011 ist er Vorsitzender des Kreisverbandes Wesermarsch des Deutschen Roten Kreuzes. Diesen Posten gibt er im November ab.

Anja Behnke ist seit etwa einem Jahr Jugendwartin des Tennisclubs Nordenham (TKN) und wird diese Aufgabe mittelfristig abgeben müssen. Sie war sechs Jahre lang Kirchenälteste und ist unter anderem im Sozialwerk Wesermarsch sowie im ärztlichen Team für den Koronarsport beim Sportverein Nordenham tätig.

alleiniger Klinik-Chefarzt.

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„Ich habe auch eine wirtschaftliche Verantwortung für meine Familie“, begründet er diesen Wechsel. Die Entscheidung sei bereits im vierten Quartal vergangenen Jahres gefallen, also noch bevor die Klinikgruppe Helios Anfang März dieses Jahres die Wesermarsch-Klinik vom Rhön-Konzern übernommen hat.

Der 51-Jährige wollte sich und seiner Familie die Unsicherheit über die Zukunft der Nordenhamer Klinik nicht länger zumuten. „Ich agiere lieber, statt zu reagieren.“

Zwar ist es wegen des Ärztemangels nicht schwer, andernorts eine neue Stelle zu finden. Aber Hagen Behnke wollte sich Wunschoptionen offen halten, bevor es dafür zu spät sein könnte.

„Ich habe eine Menge Geduld und Ausdauer auf einem schlingernden Schiff aufgebracht“, sagt der leitende Arzt. Seit seinem Start 2004 in Nordenham hat er zehn Wechsel in der Klinik-Geschäftsführung miterlebt.

Beim Rhön-Konzern habe er zukunftsweisende medizinische und wirtschaftliche Konzepte vermisst. Helios halte sich nach wie vor alle Optionen offen und gebe auch gegenüber leitenden Ärzten keine klaren Signale. „Ich kam mir vor, als würde ich ohne Licht durch einen schwarzen Tunnel fahren.“

Hagen Behnke ist in Schleswig geboren worden und in Rendsburg aufgewachsen. Er liebt seinen Beruf als Arzt, wollte aber ursprünglich Kapitän werden. Nach einer Ausbildung zum Facharbeiter für Stahlschiffbau auf der Werft in Rendsburg fuhr er ein halbes Jahr zur See. Nach dem Grundwehrdienst verwarf er Pläne, Schiffbauingenieur zu werden und entschied er sich für ein Studium der Medizin in Kiel.

Anja Behnke ist in Göttingen geboren worden und in Kiel aufgewachsen. Es war für sie ebenso wie für ihren späteren Ehemann der erste Tag des Medizinstudiums in Kiel, als sie sich kennenlernten.

Nach der Facharztausbildung an der Uniklinik Kiel und vor dem Wechsel 2004 nach Nordenham war Hagen Behnke als Oberarzt an der Uniklinik Marburg tätig.

„Marburg war schön, aber es zog uns zurück in den Norden“, berichtet Anja Behnke, die in Marburg als zivile Ärztin bei der Bundeswehr gearbeitet hat. In Nordenham war sie eineinhalb Jahre im Medizin-Controlling des Krankenhauses tätig. Seit einigen Jahren ist sie als Dozentin tätig – in der Krankenpflegeausbildung in Bremerhaven und unter anderem bei der Kreisvolkshochschule Wesermarsch.

Das Ehepaar wird sein starkes ehrenamtliches Engagement in der Wesermarsch (siehe Infokasten) nach und nach aufgeben müssen.

Anker kommt mit

Wann die ganze Familie nach Wittmund umzieht, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall kommt aber der Anker im Garten ihres Hauses als ein Symbol ihrer Verwurzelung im Norden mit. Vor etwa zehn Jahren haben sie ihn bei einer Versteigerung zugunsten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger erworben.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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