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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wirtschaft: Chinesen wollen mit ATB durchstarten

10.09.2011

FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE Wenn ein Betrieb im Zuge eines Insolvenzverfahrens des Mutterkonzerns verkauft werden soll, ist das meistens keine gute Nachricht. Im Fall der ATB Motorentechnik GmbH, die am Helgoländer Damm rund 220 Mitarbeiter beschäftigt, sieht die Sache aber anders aus. Die Geschäftsführung und der Betriebsrat bewerten es positiv, dass ATB einen neuen Eigentümer bekommt. Das Motorenwerk in Friedrich-August-Hütte soll im Paket mit acht weiteren Produktionsstandorten der ATB Austria Antriebstechnik AG an die chinesische Wolong Holding Group veräußert werden. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 100 Millionen Euro.

Finanzstarker Konzern

Der Nordenhamer ATB-Geschäftsführer Harald Lutz betrachtet den Eigentümerwechsel als eine „große Chance“. Er begrüßt es, dass ein finanzstarker und investitionswilliger Konzern aus der Motortechnik-Branche bei ATB einsteigt. Für den Standort am Helgoländer Damm und die Beschäftigten seien keinerlei negative Auswirkungen zu erwarten. Bei einem Verkauf an einen branchenfremden Investor ohne Marktkenntnisse hätte Harald Lutz ein weniger gutes Gefühl gehabt.

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Dass es zu einem Verkauf der ATB-Gruppe kommen würde, hatte sich schon länger abgezeichnet. Die Motorenbau-Sparte ist bisher eine von vier Divisionen der A-Tec Industries AG gewesen. Der in Wien beheimatete Konzern war im vergangenen Jahr in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Am 21. Oktober 2010 beantragte die angeschlagene Holding ein Sanierungsverfahren. In der Folge wird der Konzern jetzt zerschlagen und in Einzelteilen veräußert.

Als neue Eigentümerin übernimmt die Contor Industries die A-Tec. Während die Emco-Maschinenfabrik bei A-Tec verbleibt, werden die drei anderen Sparten abgestoßen. Die Montanwerke im österreichischen Brixlegg gehen an ein Unternehmen aus der Schweiz, bei dem ein pakistanischer Großindustrieller das Sagen hat. Das Kohlekraftwerk Voitsberg – ebenfalls in Österreich – wird an einen Investor aus Indien verkauft. Und für die ATB-Motorentechnik-Gruppe bekam die Wolong Holding den Zuschlag. Die Chinesen konnten sich gegen Mitbewerber aus den USA sowie aus Indien und Tschechien durchsetzen.

Der Aufsichtsrat von A-Tec hat zwar grünes Licht gegeben, aber die Vertragsunterzeichnung steht noch aus. Dazu soll es am 28. September kommen. Am 1. Oktober könnte dann der Eigentümerwechsel vollzogen werden.

Neben dem Werk in Nordenham gehören die ATB-Standorte in Mönchengladbach und Welzheim sowie die Niederlassungen in Österreich, Serbien, Polen, Großbritannien und China zu der Antriebstechnik-Division mit insgesamt 4300 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 350 Millionen Euro.

Nach monatelanger Unsicherheit herrscht nun Klarheit über die neuen Eigentümerstrukturen bei den Motorenbauern. Die Nordenhamer Betriebsratsvorsitzende Christa Silberbach begrüßt diese Entwicklung und macht kein Geheimnis daraus, dass sie die Trennung von der A-Tec Industries AG nicht bedauert. „Wir haben unsere Zukunft nicht unbedingt bei A-Tec gesehen“, sagt sie.

Belegschaft informiert

Für die Betriebsratsvorsitzende ist vor allem wichtig, dass keine arbeitsrechtlichen Folgen zu befürchten sind. Das hätte der Fall sein können, wenn nicht die gesamte ATB-Gruppe, sondern einzelne Betriebe verkauft worden wären. Zudem begrüßt sie es ebenso wie die Geschäftsführung, dass kein branchenfremder Investor das Unternehmen übernimmt.

Als die Belegschaft am Freitagmorgen über den bevorstehenden Werksverkauf informiert wurde, nahmen die Mitarbeiter die Nachricht gelassen auf.

Geschäftsführer Harald Lutz hofft, ATB im Verbund mit den expansionsfreudigen Chinesen noch stärker auf dem asiatischen Markt positionieren zu können. Die Nordenhamer Markennamen ATB und F & G sollen unbedingt beibehalten werden. „Diese Namen stehen weltweit für eine hohe Qualität“, ergänzt der Nordenhamer ATB-Prokurist und Finanzchef Werner Hölscher.

Die Wolong Holding Group hat ihren Sitz in Shangyu. Der chinesische Motortechnik-Konzern mit 28 000 Mitarbeitern und 37 Produktionsstätten erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4 Milliarden Euro. Mit der Übernahme der ATB-Antriebstechnik will Wolong auf dem europäischen Markt Fuß fassen.

Die ATB-Motorentechnik in Nordenham hatte 2010 einen Jahresumsatz von 22,3 Millionen Euro. Für dieses Jahr werden 30 Millionen Euro angepeilt. Die Auftragslage ist nach Angaben des Prokuristen Werner Hölscher sehr gut.

Das ehemalige Werk von Felten & Guilleaume war 1989 zunächst von der Moeller-Gruppe und 2002 von ATB übernommen worden. Wichtigste Produkte sind die explosionsgeschützten Motoren.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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