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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Damit die Pastorin warme Füße hat“

13.08.2011

HOFFE Der Baumstumpf ragt aus der Erde. Er dient als Tisch. Drei Teile des dicken Stamms hat Benno Böse so gesägt, dass sie sich als Sitzgelegenheit eignen. Neben dem Friedhof in Esenshamm lädt diese Sitzgruppe zum Verweilen ein. Benno Böse freut sich, wenn sie genutzt wird. Der 68-Jährige gehört zu den Fleißigsten im Esenshammer Kirchenrat. Als Mitglied des Bau- und des Friedhofsausschusses ist es eigentlich nicht seine Aufgabe, selbst Säge und Hammer in die Hand zu nehmen. Aber ein so gewiefter und begeisterter Handwerker wie Benno Böse lässt sich kaum stoppen in seinem Tatendrang. „Ich habe noch viele Ideen“, erzählt der Rentner mit leuchtenden Augen und lässt seinen Blick über das Kirchengelände schweifen.

1968 nach Hoffe gezogen

Benno Böse gehört zu den Menschen, die gerne anpacken. Er ist in Havendorf geboren. Die Mutter hatte einen landwirtschaftlichen Betrieb. Der Vater kam nicht aus dem Krieg zurück. Benno Böse besuchte die Volksschule in Esenshamm. Er arbeitete auf dem Hof der Mutter. 1968 zog er nach Hoffe in die alte Schule. Hier baute er mit seiner Frau, die er 1963 geheiratet hatte, seinen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb auf. 1982 heuerte Benno Böse bei Metaleurop an. Seit drei Jahren ist der vierfache Vater im Ruhestand.

Und der lässt sich in dem kleinen Dorf Hoffe, das sich seit dem Bau der neuen B 212 hinter einem Lärmschutzwall versteckt, bestens genießen. Gerade einmal 71 Menschen leben in Hoffe. Benno Böse gehört zu den rührigsten. Er ist Sprecher der Dorfgemeinschaft, die alljährlich ein Osterfeuer und einen Flohmarkt auf die Beine stellt. Außerdem haben die Hoffer in den vergangenen Jahren zahllose Frühlingsblumen gepflanzt, um das Dorfbild zu verschönern. Seit einigen Jahren trägt der Lärmschutzwall den Schriftzug „Hoffe“, der zur Narzissenblüte in voller Pracht erstrahlt – auch eine Aktion der Dorfgemeinschaft.

Benno Böse erinnert sich gerne an die 90er-Jahre, als das Dorf beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ mehrmals den dritten Platz im Landkreis gewann. „Irgendwann hieß es: Hoffe ist gar kein Dorf, und wir durften nicht mehr mitmachen“, erinnert sich der 68-Jährige. Seinen schönen gepflegten Zustand hat sich der Ort aber erhalten. Und daran hat die Dorfgemeinschaft mit Benno Böse großen Anteil. Stolz zeigt der 68-Jährige auf den hölzernen Unterstand am Schoolpadd, den er von seinem Wintergarten aus sehen kann. Die Dorfgemeinschaft hat ihn gebaut. Der Rastplatz wird von Radfahrern gerne zum Verschnaufen genutzt. Und Benno Böses Haus ist das Herzstück des Ortes. Einen Anbau hat der 68-Jährige in eine Art Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert. Hier finden die Versammlungen der Hoffer statt.

Chef der Bürgervertretung

Bis zur Gebietsreform im Jahre 1974 saß Benno Böse für die CDU im Esenshammer Gemeinderat. Von 1991 bis 1999 war er Vorsitzender der Esenshammer Bürgervertretung, die inzwischen aufgelöst wurde und einem Bürgerverein gewichen ist. In den Kirchenrat ist Benno Böse vor sechs Jahren gewählt worden. Ein Glücksfall für die Kirchengemeinde. Denn Benno Böse packt gerne an. Und er ist sich für kaum etwas zu schade. Als auf dem Friedhof ein neuer Weg zur Kirche angelegt werden sollte, hat er die alten Pflastersteine mit aufgenommen. „Das spart eben ein paar Euro“, sagt Benno Böse. Er kümmert sich um den Baumschnitt. Und er hat in der Pastorei die Decke isoliert. „Damit die Pfarrerin immer warme Füße hat“, sagt der 68-Jährige.

Großes Aufhebens macht der Hoffer nicht um sein ehrenamtliches Engagement. Das gilt auch für seinen „Urlaub“, wie er seinen Einsatz beim Titan-Reitturnier in Blexen nennt. Seit 30 Jahren hilft er beim Auf- und Abbau. Eine schweißtreibende Arbeit. Aber sie macht ihm eben auch großen Spaß.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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