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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Awo: Damit Sprechen nicht schwer fällt

26.06.2012

NORDENHAM „Das Miteinandersprechen wird immer problematischer.“ Petra Segebrecht, Leiterin des AWo-Sprachheilkindergartens in der Körnerstraße, findet „es erschreckend, dass viele Kinder und Jugendliche oftmals nicht mehr in der Lage sind, vollständige Sätze zu bilden.“ Für sie und ihr Team aus Logo- und Motopäden, Sprachtherapeuten und Erzieherinnen ist es Auftrag und Aufgabe zugleich, Kindern zu helfen, nicht ins soziale, psychische oder kognitive Aus abzugleiten.

Tag des Sprechens

Der „Tag des Sprechens“, der am Sonnabend landesweit zeitgleich in allen 43 niedersächsischen Sprachheileinrichtungen Denkanstöße geben sollte, war für sie Anlass zu einem „Tag der offenen Tür“. Alle Interessierten waren eingeladen, einmal hinter die Kulissen zu blicken, sich zu informieren – oder zu spielen, sich zu schminken, Salz zu färben oder am Drehteller mit Farbtuben kleine Kunstwerke zu schaffen.

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An zahlreichen Info-Ständen rund um die Sprachentwicklung berieten die logopädische Praxis Matthes-Schlichting & Meier, die Hals-Nasen-Ohren Praxis Dr. Cordshagen, das CVJM-Sozialwerk, das Physiofitness-Studio Borchers, die Kindergärten FAH, Blexen und Phiesewarden, die AWo-Kindertagesstätte Atenser Butscher sowie der Fachdienst Gesundheit des Landkreises.

In ihrer Begrüßung erinnerte die Kindergarten-Leiterin Petra Segebrecht nicht ohne Stolz daran, dass am Sonnabend nicht nur der Tag des Sprechens gefeiert wurde, sondern auch der 20. Geburtstag der Nordenhamer Einrichtung.

Im Mittelpunkt des Tages der Offenen Tür stand der Vortrag „Sprache ist kein Kinderspiel“ von Anselm Bajus. Er ist Sprachheil- und Hörgeschädigtenpädagoge und als Fachberater des Niedersächsischen Amtes für Soziales, Jugend und Familie auch für die Wesermarsch zuständig.

Sprache, so Bajus, entwickele sich aus Bindung und Liebe, die das Kind von Anfang an erfahre, und aus dem Dialog zwischen Mutter und Kind. „Fehlender Input“ führe zwangsläufig zu „gestörtem Output“. Aber natürlich gebe es auch andere Ursachen wie genetische Vorschäden und schlechtes Hören. Mit einem Jahr lerne das Kind die ersten Wörter, mit zwei Jahren beherrsche es 50 davon, mit drei Jahren 200 bis 500. Nun könne es auch Sätze mit Subjekt, Verb und Objekt richtig bilden. Es wisse zu unterscheiden beispielsweise zwischen „Ich trinke“ und „Du trinkst“.

1200 Wörter kenne ein vier-jähriges Kind, Zahlen und Farben ein fünfjähriges, Oberbegriffe und Analogien ein sechsjähriges. Dies sei die Messlatte zum Erkennen von Sprachstörungen.

Ebenen der Hilfe

Ist der Satz aus Kindermund „Meiermann Sente bint“ (übersetzt: Der Weihnachtsmann bringt Geschenke) ein Grund zum Eingreifen? Auf jeden Fall, meint der Sprachheiltherapeut. Doch gebe es verschiedene Ebenen der Hilfe: Die Sprachförderung durch die Eltern – durch reden, nachfragen, sich erklären lassen – und mit Unterstützung durch den Facharzt, durch Sprachheilambulanzen oder Elternkurse. Der Eltern-Kind-Dialog, dem intensive Beratung und Anleitung vorausgehe. Dazu gehören Dialogregeln und dialogisches Vorlesen. Dann die gezielte Förderung in Sprachheilkindergärten.

17 Monate sei hier durchschnittlich die Verweildauer, 2000 bis 3000 Euro monatlich koste ein Platz. Aber die Investition rechne sich. Bajus: „So viel Zuwendung bekommt das Kind nie wieder im Leben“.

90 Prozent der Sprachheilkinder besuchten anschließend die Regelschule. Schließlich gibt es aber auch die ambulante Sprachtherapie, die teilstationäre oder, wenn die Defizite viel zu groß sind, die stationäre Therapie.

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