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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Dann kommen Bulldozer und machen das Dorf platt“

31.10.2013

Brake Im Vorfeld des Prozesses gegen eine Aktivistin von „Robin Wood“ haben Umweltschützer am Mittwoch vor dem Braker Amtsgericht erneut gegen den Raubbau demonstriert, den der Wilmar-Konzern nach ihrer Darstellung bei der Gewinnung von Palmöl in Indonesien sowie inzwischen auch in Afrika betreibt. „Kein Palmöl für Tank & Teller“ lautete die Aufschrift eines Transparents, das die Umweltschützer an der Mauer des Amtsgerichts angebracht hatten.

„Dreckiges Geschäft“

Seit den 80er Jahren boomt nach Informationen von „Robin Wood“ der Markt für Palmöl. Es stecke in fast jedem zweiten Supermarkt-Produkt, angefangen bei Margarine über Tütensuppe bis zur Eiscreme. Der wachsende Konsum solcher Fertigprodukte heize die Nachfrage nach dem billigen Fett weiter an. Die Folgen seien Landraub und Vertreibung, Kahlschlag im Regenwald sowie Klimaschäden, kritisiert die Umweltschutzorganisation.

Einer der größten Profiteure dieses „dreckigen Geschäfts“, wie es „Robin Wood“ in einer Presseerklärung ausdrückt, sei Wilmar. Der Konzern, der nach Informationen von „Robin Wood“ 2012 einen Jahresumsatz von rund 34 Milliarden Euro erwirtschaftet hat, sei der größte Palmöl-Händler weltweit.

Matthias Weyland berichtete am Mittwoch im Vorfeld des Prozesses als einer der Sprecher von „Robin Wood“, dass Wilmar inzwischen auch in Afrika stark expandiere. Die Proteste der Umweltschutzorganisation hatten sich bislang vor allem gegen den Raubbau gerichtet, den Wilmar in Indonesien betreiben soll. Nun geschehe das Gleiche auch in Afrika.

Wilmar bereit für Dialog

„Die Menschen werden mit Waffengewalt von ihrem Land vertrieben, dann kommen die Bulldozer und machen die Dörfer platt“, behauptet Matthias Weyland. Zudem würden Regenwälder zugunsten riesiger Monokulturen vernichtet, so der Sprecher. Dadurch werde der Boden ausgelaugt, außerdem würden starke Pflanzenschutzmittel verwendet. „Wo sich der Konzern wieder zurückzieht, hinterlässt er eine Wüste“, kritisiert Weyland.

Vor Gericht stand am Mittwoch in Brake die Aktivistin Sara L. Laut „Robin Wood“ hat sich die 30-Jährige bei einer Recherchereise selbst ein Bild davon gemacht, was in Indonesien geschieht. „Ich möchte den Menschen in Europa deutlich machen, was am anderen Ende der Welt für Grausamkeiten geschehen, damit wir hier Lebensmittel wie Margarine auf unserem Brot essen können“, begründet die Umweltschützerin ihr Engagement für „Robin Wood“.

Der Wilmar-Konzern hat in dieser Woche in einer Presseerklärung betont, dass er die Anliegen der Umweltschützer ernst nehme und „ausdrücklich für einen konstruktiven Dialog“ bereit sei (NWZ  berichtete). Wilmar „respektiert das Recht auf friedliche Demons-trationen“ und engagiere sich „für die friedliche Lösung von Landkonflikten“, heißt es in der Presseerklärung weiter.

Bei dem Prozess am Mittwoch mussten Beteiligte wie Zuschauer einen Metalldetektor und eine Kontrolle durch Justizbeamte passieren. Der Detektor habe jedoch nicht mit dem „Robin Wood“-Prozess zu tun, betonten die Beamten. Er werde turnusmäßig einmal im Monat aufgebaut. Es sei reiner Zufall, dass er nun auch bei der Verhandlung gegen die Umweltschützerin zum Einsatz kam.


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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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