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Sturmflut: Das Loch im Deich wachsen gesehen

15.02.2012

BUTJADINGEN „Das Loch im Deich sahen wir wachsen und da haben wir uns gesagt: jetzt saufen wir ab“, erinnerte sich Heinz-Wilhelm „Teddy“ Rohde an die Nacht zum 17. Februar 1962. Als damals 25-Jähriger stand er gemeinsam mit anderen Bürgern auf dem Deich in Waddensersiel. Der wurde zwar erheblich beschädigt, hielt der schweren Sturmflut aber stand.

Mit seiner Ehefrau Friedel-Anne und dem eineinhalbjährigen Kind wohnte „Teddy“ Rohde damals in Waddensersiel direkt am Deich. Mit Wind und Wasser, auch mit Sturmfluten, war er bestens vertraut, zumal die eigenen Kühe im Sommer auf dem Groden vor dem Deich weideten.

Doch was sich da am 16. Februar auch an der Butjadinger Küste zusammenbraute, verlieh „Teddy“ Rohde ein mulmiges Gefühl. Weil der Sturm ständig zunahm und das Wasser unaufhörlich stieg, packte das Ehepaar Rohde eine Zinkwanne mit dem Nötigsten. Platz blieb darin aber auch noch für das Kind, falls es zum Äußersten komme sollte, berichtet „Teddy“ Rohde.

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Die ganze Nacht hatte er gemeinsam mit anderen Männern auf dem Deich verbracht. „Es herrschte ein fürchterlicher Sturm und wenn die Wolkendecke aufriss, stand der Mond am Himmel – einfach gespenstisch und angsteinflößend. Bei jeder großen Welle lief das Wasser um unsere Stiefel herum über die Deichkuppe ins Binnenland“, schildert der 75-Jährige seine Erlebnisse in der Nacht zum 17. Februar 1962.

Die Jahrhundertsturmflut richtete am Deich zwischen Tettens und Burhave zwar erhebliche Schäden an, aber zum Deichbruch kam es nicht. Wäre der Deich nicht erst zwei Jahre zuvor auf acht Meter über Normalnull erhöht und verstärkt worden, hatte die Sturmflut wohl einen ganz anderen Ausgang für Butjadingen genommen.

„Teddy“ Rohde und die anderen Männer in Waddensersiel mussten sich am Morgen des 17. Februar in Waddens bei der heutigen Gaststätte De Butjenter einfinden. Dort wurde er zum Füllen der Sandsäcke am Neuenburger Weg eingeteilt. Von dort wurden die Sandsäcke mit Fahrzeugen zu den Schadstellen am Deich gefahren. „Während wir den Sand in die Säcke schaufelten, haben unsere Frauen die Soldaten am Deich verpflegt“, erinnert sich „Teddy“ Rohde.

Seine Erlebnisse, seine Erfahrungen und sein Wissen um den Küstenschutz kommen den seit etlichen Jahren in Burhave wohnenden ehemaligen Postboten zugute, wenn er Touristen und andere Gäste in den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer führt. Immer wieder müsse er Fragen auch zu Sturmfluten und dem Küstenschutz beantworten, berichtet Heinz-Wilhelm Rohde. Deshalb habe er stets auch Bilder von Sturmfluten dabei.

Haben Sie Erinnerungen an die Sturmflut 1962? Dann sind Sie herzlich eingeladen, uns Bilder und Texte zu schicken an die E-Mail-Adresse flutkatastrophe@nordwest-zeitung.de oder postalisch an die Redaktionsadresse: Bahnhofstraße 31 in 26954 Nordenham. Telefonisch erreichen Sie uns unter 04731/99882200, per Fax unter 04731/99882209.

Heinz-Wilhelm Rohde gibt sein umfangreiches Wissen über die Nordseeküste heute insbesondere an Touristen weiter. Seit über 20 Jahren ist der 75-Jährige als Nationalpark-Wattführer tätig. Zudem betreut der ehemalige Postbote in Fedderwardersiel den DGzRS-Rettungsschuppen und das historische Rettungsboot „Wilhelmine Wiese“.

Haben Sie Erinnerungen an die Sturmflut 1962? Dann sind Sie herzlich eingeladen, uns Bilder und Texte zu schicken an die E-Mail-Adresse flutkatastrophe@nordwest-zeitung.de oder postalisch an die Redaktionsadresse: Bahnhofstraße 31 in 26954 Nordenham. Telefonisch erreichen Sie uns unter 04731/99882200, per Fax unter 04731/99882209.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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