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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Das Siel hat’s mit den Pumpen

28.10.2016

Berne Bei Hochwasser denken die meisten in der Nähe der Weser lebenden Menschen vermutlich zuerst an Sturmfluten. In der niedrig gelegenen Wesermarsch, die ohne Deiche mit jeder auflaufenden Flut zwei Mal täglich unter Wasser stehen würde, lebt man seit Jahrhunderten mit dieser Gefahr. Der 1. Oldenburgische Deichband sorgt in seinem Bereich mit insgesamt 63 Kilometern Haupt- und Schutzdeichen erfolgreich für die nötige Sicherheit.

„Doch was nützt es, wenn der Deich in Ordnung ist und die Entwässerung nicht klappt?“, fragt Bernd Döhle vom Entwässerungsverband Stedingen. Zwar ist das Schöpfwerk in Neuenhuntorf so gut wie fertiggestellt. Doch mit Sorge blickt der Vorsteher neben dem in die Jahre gekommenen Motzener Siel ganz besonders auf das 1924 errichtete und vor 60 Jahren wieder aufgebaute Mündungsschöpfwerk Lichtenberger Siel.

Erheblicher Renovierungsbedarf bestehe bei diesem durch Kurve und Wellenschlag extrem ungünstig gelegenen Bauwerk, bei dem Arbeiten an den Schützen nur mit Tauchern erledigt werden können. Es reguliert den Wasserstand von 12 500 der insgesamt 22 500 Hektar Land, für das der Stedinger Entwässerungsverband zuständig ist.

Die Hälfte der Niederschläge, die in die Hunte abgeleitet werden, stammt aus dem Oldenburgischen. Verschärft wird das Problem dadurch, dass der Klimawandel plötzliche Starkregenfälle häufiger macht und besiedelte Gebiete oder Kläranlagen immer tiefer angelegt sind.

Ist das Sperrwerk geschlossen und der Wasserstand in der Hunte hoch, muss auf die Pumpen und Schütze des Lichtenberger Siels Verlass sein. Doch zwei der Pumpen sind genauso alt wie das Gebäude drum herum – und die dritte mit 42 Jahren auch nicht wesentlich jünger.

6,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde kann jede von ihnen fördern, aber der Unterhaltungsaufwand der gesamten Technik sei hoch, wissen Döhle und Verbandstechniker Jürgen Busch. Eine umfassende Instandsetzung mit hochwassersicherer Elektrik, damit die Pumpen auch im Extremfall laufen können, wäre sicherlich am günstigsten, jedoch aus den Beiträgen der 13 000 Mitglieder nicht zu stemmen.

Eine Beitragserhöhung hätte besonders für die Landwirte, die den Hauptanteil der Zahlungen leisten, fatale Auswirkungen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Björn Thümler im Landtag hat sich vor Ort ein Bild der Lage gemacht, um sich für Mittel von der niedersächsischen Landesregierung einzusetzen. Davon, wie wichtig es sei, in diesem sensiblen Bereich vorausschauend zu arbeiten, hatte Döhle ihn überzeugt. An diesem Besichtigungstermin nahmen auch der Vorsteher des I. Oldenburgischen Deichbandes, Cord Hartjen, und Jens Kautzenbach, der die Anlage täglich bedient, teil.

Im Gespräch bedauerte Döhle, dass – im Gegensatz zur älteren Generation – es viele junge Leute als Selbstverständlichkeit ansehen würden, dass ihre Keller trocken sind. Damit das durchdachte Entwässerungssystem auch weiterhin so gut funktionieren kann, sei es aber wichtig, dass jeder Grundstückseigentümer für die regelmäßige Aufreinigung seiner Gewässer sorgt, mahnte er.

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