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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Feier: Dauerwelle für den Ehrentag

29.09.2010

BRAKE Als Martha Brettschneider am 29. September 1904 in Brandenthal in Schlesien geboren wurde, regierte Kaiser Wilhelm II. im Deutschen Reich, die Transsibirische Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostock wurde nach 13 Jahren Bauzeit fertig gestellt und in St. Louis in den USA fanden die Olympischen Sommerspiele statt. An diesem Mittwoch feiert Martha Brettschneider ihren 106. Geburtstag – damit ist sie nicht nur die älteste Bürgerin der Stadt Brake, sondern auch des Landkreises Wesermarsch.

Auf ihren heutigen Ehrentag hat sich Martha Brettschneider intensiv vorbereitet. So hat sie sich vor einigen Wochen bereits eine neue Dauerwelle machen lassen. „Ich habe ihr gesagt, dass ihr glatte Haare auch wunderbar stehen. Doch sie wollte unbedingt eine Dauerwelle“, erzählte ihre Pflegerin Ursula Gloystein.

Ihr Stammfriseur, der Friseurmeister Herbert Gloger, hat Martha Brettschneider persönlich mit seinem Cabrio abgeholt und den Frisiertermin kurzerhand um eine spritzige Rundfahrt erweitert. „Schon seit 20 Jahren ist Frau Brettschneider meine Stammkundin“, erzählte Gloger.

Nach knapp zwei Stunden saß nicht nur die Dauerwelle, sondern Martha Brettschneider auch wieder im Cabriolet, begleitet von ihrer Pflegerin. Herbert Gloger fuhr seine Kundin zurück nach Hause in den Kiebitzring, wo sie seit 1965 lebt und durch den Pflegedienst „Helfende Hände“ mehrmals täglich betreut wird.

Als Geheimrezept für ihr hohes Alter nennt Martha Brettschneider die Tatsache, dass sie nie geraucht und von früh auf viel körperliche Arbeit geleistet habe.

Die Jubilarin wuchs mit zwei Geschwistern auf einem Bauernhof auf, angeschlossen waren ein Lebensmittelgeschäft und eine Bäckerei. „Ich musste immer die Pferde versorgen, putzen, füttern und misten“, erinnert sich Martha Brettschneider. Sie erlernte den Beruf der Schneiderin und heiratete 1926 ihren Mann August. Gemeinsam bewirtschaftete das Paar einen Hof in der Nähe der polnischen Grenze. Zwei Töchter und ein Sohn kamen 1927, 1931 und 1933 zur Welt. Der zweite Weltkrieg riss die glückliche Familie auseinander. August Brettschneider geriet in russische Gefangenschaft, Martha Brettschneider musste die Heimat 1947 verlassen. Sie landete mit ihren Kindern in einem Auffanglager in Dessau. 1948 gelang ihr die Flucht in den Westen, in Brake fand sie ihren Ehemann wieder. Nach langer Trennung konnte man wieder den gemeinsamen Geburtstag feiern, denn beide sind am gleichen Tag geboren worden. Aus der Geburtstagsfeier am 29. September 1948 wurde ein Wiedersehensfest mit den Kindern.

Alle drei Kinder sind nach ihrer Ausbildung nach Schweden ausgewandert. Die Töchter Irene und Edith leben in Stockholm, Sohn Reinhard am Polarkreis.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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