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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Küstenschutz: Deicherhöhung erst im Jahr 2020

29.06.2016

Jade Zur Informationsveranstaltung um den anstehenden Deichbau hatte der Bürgermeister Henning Kaars (UWG) und der II. Oldenburgische Deichverband geladen. Das Interesse war groß, über 50 Bürger fanden sich im Info-Container vom Deichverband an der Bäderstraße ein.

Erläuterungen zum langfristigen Küstenschutz gaben der Verbandsvorsteher Burchhard Wulff, Diplom-Ingenieur Rüdiger Wilken und Fritz-Harald Strodthoff-Schneider, Vorsteher vom Entwässerungsverband Jade. Auf die konkret geplanten Maßnahmen ging der Verbandstechniker Jörg Weimann ein. Zur Erinnerung: Es geht um den Deichabschnitt von Schweiburgersiel bis zum Wapelersiel, Jade-Mündungsschöpfwerk. Der jetzige Deich mit seiner Höhe zwischen 7,70 Meter bis acht Meter, soll durch einen Deich mit einer Höhe von zehn Metern ersetzt werden.

Das geplante neue, flacher auslaufende Deichprofil verbreitert den Deichfuß von jetzt 100 Meter auf 150 Meter. Man braucht also mehr Landfläche, was nicht immer auf Gegenliebe bei den Landbesitzern trifft. Drei Varianten erläuterte der Verbandstechniker mit unterschiedlichem Bedarf an Fläche, binnen- und außendeichs. Durch den Verlauf der Bäderstraße habe man vom Schweiburgersiel, Café Landlust, bis zur Abzweigung nach Schweiburg in die Kirchenstraße fast keinen Spielraum für freie Fläche binnendeichs. Die Verantwortlichen vom Deichverband favorisieren die sogenannte Variante II. Hier werden entlang des jetzigen Deiches 3,6 Hektar Fläche binnendeichs und 6,3 Hektar Fläche außendeichs zusätzlich benötigt. Das bedeutet, dass sich die Fläche 25 Meter weiter ins Hinterland erstreckt. In der Bauphase ist der Bedarf durch Baustraßen noch etwas größer.

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Schonender Deichaufbau

Bei der bevorzugten Variante wird die Baulast mittig auf dem Deich verteilt. Im 1. Baujahr wird Kleiboden vom alten Deich abgetragen und zur Seeseite als Winterdeich auf eine Höhe von 7,20 Meter aufgeschüttet. In der Mitte wird dann Sand eingespült, und über den Winter entwässert. Im 2. Baujahr beginnt die Profilierung und Ansaat. „Sehr schweres Gerät mit Großmengen an Erdbewegungen kommt nicht in Frage“, erklärt Verbandstechniker Weilmann. „Man muss den Deich schonend aufbauen.“ Dazu zähle auch, dass man auf neuste Technik wie Messsonden im Deichkörper zurückgreift.

Baubeginn erst 2020

Nach den Vorplanungen, Planfestlegungsverfahren, Prüfungen und Genehmigungen dürfte frühester Baubeginn allerdings erst 2020 sein. Danach rechnet man mit einer Bauphase von weiteren vier bis fünf Jahren. Gewaltige Erd- und Sandmassen müssen bewegt werden. Ein Teil des Materials soll, wie auch beim letzten Abschnitt praktiziert, aus dem Nationalpark Wattenmeer entnommen werden: Sand aus Flächen aus dem Jadebusen und Kleiboden aus dem Deichvorland zur Wasserseite. Bürgermeister Henning Kaars: „Küstenschutz muss eindeutig vor Naturschutz stehen.“ Allein für einen Meter Deich würden 140 Kubikmeter Erde benötigt. „Der Klei ist hier wertvoll und nicht jeder Boden ist für den Deichbau brauchbar“, erklärt Burchard Wulff.

Die genauen Kosten könne man laut Rüdiger Wilken noch nicht beziffern. „Man kann sagen: Ein Kilometer Deich für fünf Millionen Euro, ohne besondere Maßnahmen wie Spundwände.“ So dürfte eine Investition von weit über 20 Millionen Euro anstehen.

Die Restarbeiten beim jetzigen Deichabschnitt von Sehestedt bis zum geplanten neuen Abschnitt sind indes fast abgeschlossen. Dazu zählt auch die Anpassung der Deichhöhe bei der Zufahrt zum Strandbad.

Arbeiten im September

Während der Bauphase in der Strandsaison war geplant, die Zufahrt beim Café Landlust über den neuen Deichsicherungsweg außendeichs zum Strandbad vorzunehmen. Diese drei Kilometer lange Betonstraße will man später, nach Abschluss aller Arbeiten, für Fahrradfahrer und Fußgänger zugänglich lassen. Durch Formfehler in der Ausschreibung habe sich die Maßnahme „Überwegung Deichdrift zum Strandbad“ allerdings verzögert. Man werde mit den Arbeiten nach der Saison am 15. September beginnen. Henning Kaars: „Bis zum Sonnabend, 11. September, müssen alle Stellplätze geräumt sein. Danach läuft nichts mehr.“ Eine Zuwegung zum Strandbad ist nach dem 15. September nicht mehr möglich. Bis man außendeichs auf dem Fahrrad von Sehestedt bis zum Mündungsschöpfwerk Wapelersiel radelnd die Natur genießen kann, dürften noch über zehn Jahre vergehen.

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