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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Huus An‘n Siel: Der Mann, der alte (Gast)-Häuser liebt

13.01.2011

STOLLHAMM Freude, Glaube, Hoffnung – diese drei nennt Hinrich Wulf als Gründe für den Kauf des Huus an‘n Siel. Der 75-Jährige ist ein Mann, der alte Häuser liebt. Vor einem Jahr erst hat er das Gut Lienen bei Elsfleth gekauft und zum Teil selbst renoviert. Es war bei weitem nicht das erste alte Haus, das er gekauft hat, aber die Stollhammer Gaststätte soll für ihn das letzte Objekt dieser Art sein.

Er hat es gekauft aus Freude an alter Bausubstanz, in der Hoffnung, das Denkmal wieder beleben zu können, und in dem Glauben, mit Hilfe der Stollhammer und ihrer Vereine dieses Ziel zu erreichen. Das sagte er am Mittwochmorgen, als er die bisherigen Eigentümer Hilke und Werner TönjesKarin Pohlenz war verhindert – und Bürgermeister Rolf Blumenberg auf Gut Lienen empfing.

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Am 1. März übernimmt er, wie berichtet, sowohl den Gastbetrieb als auch den bislang der Gemeinde gehörenden Saal. Die Schlüssel hat er schon jetzt erhalten. Und nachdem bekannt geworden war, dass das Gasthaus bald ihm gehört, hat er auch die ersten Anrufe von Gastronomen bekommen, die es gerne von ihm pachten wollen. Ein erster Besichtigungstermin ist schon vereinbart.

Hinrich Wulf weiß, dass der Auswahl des Pächters größte Bedeutung zukommt. Deshalb will er sehr sorgfältig suchen. Und er weiß, dass viele Pächter an zu hohem Pachtzins scheitern. Deshalb sagt er zu, dass er den Betreibern „mit möglichst niedriger Pacht ein gutes Wirtschaften ermöglichen“ will. Alle erforderlichen Renovierungen will er selbst bezahlen und nicht den Pächter damit belasten.

Am liebsten hätte Hinrich Wulf ein Pächter-Paar, gerne auch Neulinge. Er will ihnen helfen, in das dörfliche Leben zu finden und Großveranstaltungen vorzubereiten. Seine Wunschvorstellung ist, dass die Neuen zum Tanz in den Mai anfangen können, doch er weiß, dass das ein sehr enger Zeitplan ist.

Bei der Frage, wie viel Zeit er maximal habe, werde auch sein Banker ein Wort mitsprechen, sagt Hinrich Wulf. Deshalb kann er den Stollhammern auch nicht fest versprechen, dass das Huus an‘n Siel tatsächlich als Gaststätte erhalten bleibt.

Der Stil bleibt erhalten

Als erstes will Wulf den Fettabscheider in der Küche erneuern, das werde etwa 11 000 Euro kosten. Dazu kommen weitere kleine technische und optische Veränderungen; so muss ein Riss in der Fassade des Denkmals beseitigt werden. Das Inventar werde noch Jahre genutzt werden können. „Der Stil des Hauses bleibt auf jeden Fall erhalten“, verspricht Hinrich Wulf. Es werde keinen unnötigen Luxus geben, denn der habe unweigerlich höhere Preise zur Folge. Das Lokal werde Speisen und Getränke in bekannter Qualität, aber mit deutlich verkleinerter Karte, zu bezahlbaren Preisen anbieten.

Hinrich Wulf ist ein international bekannter Pony-Züchter und -Richter und hat in Bremen eine Tanzschule betrieben. In der Wesermarsch hat er mehrere ältere Anwesen gekauft, renoviert, bewohnt und wieder verkauft. Auch gastronomische Objekte hat er gekauft, renoviert und wieder verkauft – darunter den Ratskeller in Sulingen mit dem goldenen Saal und das Hotel Lohaus in Diepholz, das jetzt Historik-Hotel Kastendiek heißt.

Das Huus an‘n Siel, sagt Hinrich Wulf, sei in einem deutlich besseren Zustand als die Objekte in Sulingen und Diepholz.

1764 baute Ötke Ötken den Vorgänger des heutigen Huus an‘n Siel: einen Krämerladen und Gaststube. Es lag noch auf der anderen Seite der Heete, des heutigen Sieltiefs, schreibt Adolf Blumenberg in seinem Buch „Stollhamm“.

1852 kaufte die tüchtige Witwe Anna Harms den Betrieb; der Vertrag datiert vom 22. Oktober. 1862 erwarb sie auf der anderen Seite der Heete ein Grundstück, das näher zur neuen Straße lag, und errichtete hier ein Hotel mit Tanzsaal.

1920 kauften Georg Arnold Riefe und seine Frau Clara den Betrieb, aus Harms‘ Hotel wurde das Haus Riefe, das ab 1953 von Paul Poerschke und seiner Frau Gerda, geborene Riefe, geführt wurde.

1974 kaufte die Gemeinde Stollhamm kurz vor der Gebietsreform den Betrieb und schuf hier eine Dorfgemeinschaftsanlage mit Kegelbahn. Gaststätte, Hotel, Küche und Kegelbahn wurde dann an das Gastwirtsehepaar Monika und Roland Hillen verkauft.

1990 erwarben Hilke und Werner Tönjes sowie Karin Pohlenz die Anlage und betrieben sie bis Silvester 2009.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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