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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Der Shootingstar von der Olympiastraße

17.09.2016

Schweieraußendeich Walter Damken ist der Shootingstar unter den Neulingen bei dieser Gemeinderatswahl. Gleich bei seiner ersten Kandidatur erhielt er 487 Stimmen – das beste Ergebnis unter allen neuen Bewerbern und das drittbeste insgesamt. Doch der Landwirt behält Bodenhaftung: „Ich bilde mir nichts darauf ein“, sagt er.

Walter Damken ist 59 Jahre alt und wohnt schon sein ganzes Leben an der Olympiastraße in Schweieraußendeich. „Ich hätte es von mir aus gar nicht gemacht“, sagt er über seine Kandidatur. Doch dann wurde er angesprochen – vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Günter Busch, vom Ortslandvolkverein Schwei und vom Kreislandvolkvorsitzenden Dr. Karsten Padeken. Und auch aus der SPD wurde Interesse signalisiert. Grund: Drei Ratsmitglieder – Hermann König von der SPD sowie Claas Vollers und Ralf Thienken für die CDU – traten nicht wieder an.

Bei der CDU kandidierte er, weil sie ihn zuerst gefragt hatte. „Ich bin kein Parteimensch“, betont Walter Damken, der noch nicht entschieden hat, ob er der CDU beitreten will. „Mit wäre es am liebsten, wenn es auf Gemeindeebene gar keine Parteien gäbe.“ Aber das heißt noch lange nicht, dass er unpolitisch wäre oder seine Möglichkeiten als Mitglied eines Gremiums überschätzen würde. Denn im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Schwei lernt er nahezu täglich, Mehrheiten zu finden und Grenzen zu akzeptieren.

„Der Verlauf der Flurbereinigung entspricht nicht den Wünschen des Vorstandes“, beschreibt Walter Damken die Situation diplomatisch. Im Vorstand säßen Laien, die es mit Gutachtern und Ingenieuren von außerhalb zu tun bekämen, die ihre eigenen Vorstellungen hätten und ebenfalls von der Flurbereinigung finanziell profitieren wollten. So werde zu luxuriös gebaut. „Es wird nicht versucht, mit möglichst wenig Mitteln möglichst viel zu erreichen“, bilanziert Damken. „Wir hätten mit der Hälfte des Geldes mehr erreichen können.“

Er habe auf seinem Hof viel gebaut und dafür auch Ingenieure beschäftigt, „aber ich war immer selbst mit dabei“.

Walter Damken ist in kleinen Verhältnissen angefangen, hat einen Pachtbetrieb in der Nachbarschaft bewirtschaftet und dann den Kleinbetrieb seiner Eltern gekauft. Zusammen mit seiner Frau Heike baute er den Betrieb immer weiter aus, 1992 kam ein Laufstall hinzu. Auf den Dächern liegen Sonnenkollektoren. Um teure Landmaschinen besser ausnutzen zu können, gründete er ein Lohnunternehmen. Jetzt hat er unter anderem sieben Trecker, drei Ladewagen und eine Fräse.

Doch eigentlich ist es nicht mehr sein Betrieb, denn sein Sohn Dennis, jetzt 30 und wie der Vater Bauer mit Leib und Seele, hat die Unternehmen übernommen und Walter Damken angestellt. „Deshalb habe ich den Kopf frei für die Arbeit im Rat und freue mich, dass ich mich mit etwas anderem beschäftigen kann“, sagt Walter Damken.

Seine Tochter wohnt in Schwei und arbeitet als Versicherungskauffrau in Bremen. Sein zweiter Sohn Tim hat bei einem Aufbaustudium in Oxford eine Ecuadorianerin kennengelernt und lebt jetzt mit ihr und seinen beiden Kindern als Geschäftsmann in der südamerikanischen Heimat seiner Frau. Walter und Heike Damken waren schon da. Sie sind nicht nur bodenständig, sondern kennen auch viel von der Welt.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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