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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Die Entwicklung mitgestaltet

06.12.2006

RODENKIRCHEN Die Mitgliederstruktur habe sich verändert. Dies sei eine Chance für den Erzeuger-Verbraucher-Dialog.

von beatrix schulte RODENKIRCHEN - „Wir Landfrauen fördern Frauen durch vielfältige Bildungsangebote vor Ort, schaffen Gemeinschaft und stärken Selbstvertrauen", sagte Lore Westerholt. Sie ist Vorstands-Sprecherin des Landfrauenvereins Rodenkirchen, der am Montagabend in Albrechts Hotel sein 60-jähriges Bestehen feierte. Unter den 130 Teilnehmern waren viele Gäste befreundeter Vereine.

Annegret Schildt, Vorsitzende der Kreisarbeitsgemeinschaft der Landfrauenvereine, wies auf die Bedeutung der Landfrauenvereine für die Gesellschaft hin. Während in den Anfängen ausschließlich Bäuerinnen Mitglied waren, zeige sich heute eine veränderte Mitgliederstruktur mit den unterschiedlichsten Berufen. Dies berge die große Chance, ein gegenseitiges Verständnis aufzubauen und den viel zitierten und strapazierten Erzeuger-Verbraucher-Dialog zu fördern.

Zudem habe sich das Angebot für die Mitglieder im Laufe der Jahrzehnte ständig geändert und passe sich den Entwicklungen in der Gesellschaft an, so Annegret Schildt. Die Landfrauenarbeit verändere die Dörfer und werde zudem gerne von den Kommunen in Anspruch genommen. Der „Lernort Bauernhof" sei ein einmaliges Wesermarsch-Projekt, um welches die hiesigen Landfrauen sehr beneidet werden.

Lore Westerholt ließ 60 Jahre Landfrauenarbeit passieren. Obwohl schon über 100 Jahre aktiv, sei die Landfrauenbewegung heute zeitgemäßer denn je. Der ursprüngliche Ansatz, Erfahrungen und Wissen auszutauschen und sich weiterzubilden, habe sich weiterentwickelt und den Anforderungen der heutigen Zeit angepasst, machte Lore Westerholt deutlich. Zudem hätten die Landfrauen immer auch die gesellschaftliche Entwicklung mitgestaltet und aktiv in Gremien, Verbänden und öffentlichen Ämtern der Region mitgewirkt.

Auf die Entwicklung des Landfrauenvereins Rodenkirchen mit seinen derzeit 180 Mitglieder, von denen 70 Prozent aus anderen Berufsgruppen kommen, zurückblickend, erinnerte die Vorstands-Sprecherin an Olga Kaper. Sie leistete nicht nur in Rodenkirchen 34 Jahre lang Vorstandsarbeit, sondern wirkte 33 Jahre im Vorstand der Kreisarbeitsgemeinschaft mit. Sie erhielt für ihre großen Verdienste um die Landfrauenarbeit und um die Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum das Bundesverdienstkreuz.

Lore Westerholt freute sich, mit Anneliese Brader die erste Kassenführerin und einzige noch lebende Mitbegründerin der Landfrauenvereins Rodenkirchen zur Jubiläumsfeier begrüßen zu können. Sie und die Ehrenvorstandsmitglieder Ilse Böger, Christa Fehlhaber und Irma Folkens sowie die Ehrenmitglieder Margret Töllner, Lisa Eilers und Anne Meischen erhielten einen Blumenstrauß.

Sieben Frauen initiieren die gründung

Sieben Frauen initiierten die am 4. November 1946 erfolgte Gründung des Landfrauenvreins Rodenkirchen. Es waren Helene Lübben, Lotte Hayssen, Jurkea Morgenstern, Annelene Tantzen, Irmgard Ahting, Edda Lübben und Anneliese Cordes (heute Brader). 28 weitere Frauen trugen sich ebenfalls in die Gründungsurkunde des dritten Landfrauenvereins in der Wesermarsch ein.

Erste 1. Vorsitzende des Landfrauenvereins Rodenkirchen war Irmgard Ahting, die den Vereine nach der Grpündung 25 Jahre leitete. Ihr folgten Ilse Böger (15 Jahre) und Christa Fehlhaber (17 Jahre). Heute wird der Verein mit seinen 180 Mitgliedern von einem gleichberechtigten Gremium mit Lore Westerholt (Sprecherin), Ute Rohde und Edith Sturm sowie Kassenwartin Jutta Barghop geführt.

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