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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Die neue Stadt braucht viele Häuser

17.05.2008

NORDENHAM Nordenham ist eine Stadt auf der grünen Wiese, geschaffen von weitblickenden Unternehmern, die in dieser verlassenen Ecke gute Geschäfte witterten. Die Arbeitskräfte wurden überwiegend von außen angezogen, und für sie mussten Wohnungen geschaffen werden.

In Butjadingen gab es nur wenige Landarbeiter, die für einen Arbeitsplatz in der Industrie in Frage kamen, schreibt der Wirtschaftshistoriker Friedrich Rickels 1922 in seiner Dissertation „Die Entwicklung der Großindustrie in den oldenburgischen Unterweserhäfen Nordenham und Einswarden“. Denn die meisten Bauernhöfe waren nur mittelgroß und kamen deshalb mit wenig fremden Kräften aus. Außerdem waren in den Werken auch qualifizierte Fachkräfte gefragt.

Midgard, NSW und „Nordsee“ gelang es, sich einen Arbeiterstamm aus den übrigen Gebieten des Großherzogtums Oldenburg, Ostfriesland und Bremerhaven heranzuziehen. Die Metallwerke Unterweser und die Frerichswerft setzten dagegen vor allem auf Sammeltransporte, bei denen Arbeiter in anderen Industriegebieten angeworben wurden. Die Metallwerke suchten im oberschlesischen Industriegebiet, die Frerichswerft in Schiffbauzentren wie Danzig, Stettin und Kiel.

Die Anwerber kamen meist in Zeiten von Arbeitslosigkeit oder Streik, steuerten Arbeiter-Gaststätten an und zahlten jedem, der unterschrieb, ein Handgeld. Doch das reichte nicht, um die neuen Mitarbeiter im kleinen, abgelegenen Nordenham zu halten. Deshalb waren die Betriebe zu großen sozialen Aufwendungen gezwungen. Sie bauten Wohnungen und Häuser – oft mit Gartenland – und richteten Konsumanstalten ein. Zudem gab es für die damalige Zeit erstaunlich fortschrittliche Regelungen bei Urlaub und Altersversorgung.

Vorbild bei der Schaffung von Wohnraum waren die Norddeutschen Seekabelwerke (NSW). Zusammen mit dem Bau des Werkes schufen sie eine eigene Wohnanlage, die Kabelkolonie. 1907 gab es hier schon 25 Zwei- und Vierfamilienhäuser.

Die anderen Werke beteiligten sich an Bau- und Baulandgesellschaften. Bauland lag vor allem nördlich der Bahnhofstraße, und es gehörte zum großen Teil der Bremer Reederfamilie Vinnen. 1889 hatte Johann Christoffer Vinnen das 56 Hektar große Gut Nordenham I gekauft; dazu kamen weitere Landkäufe von mindestens derselben Größe. Dem Beispiel anderer Landbesitzer folgend, legte er eine senkrechte Abzweigung von der Bahnhofstraße in sein Gelände und baute dort drei Häuser. Dennoch zog er zunächst keine Bauwilligen an die Vinnenstraße, die heutige Friedrich-Ebert-Straße.

Doch dann brauchte die „Nordsee“ eigene Wohnungen. Deren Gründer Adolf Vinnen schuf 1903 mit „Nordsee“-Kapital die Nordenhamer Häuserbaugesellschaft, die das Vinnensche Gelände – zu einem Vielfachen der ursprünglichen Kaufsumme – erwarb und dort bis 1907 für die Angestellten und Kapitäne der „Nordsee“ insgesamt 28 Häuser an der Hafen- und der Vinnenstraße baute.

1906 gründete Vinnen die Nordenhamer Terrain AG, die das Weideland siedlungsreif machte, beispielsweise durch den Bau von Straßen. Allerdings zog sich die Besiedlung hin, so dass es lange große Baulücken gab. Ebenfalls 1906 gründete die Midgard den Nordenhamer Bauverein, der auf dem Gelände der Terrain AG Arbeiter- und Angestelltenhäuser errichtete. So entstanden 1907 die Körner-, Werner- und Blumenstraße mit 24 Arbeiterhäusern.

1907 wurden auch die meisten neuen Häuser in der Vorkriegszeit gebaut: 99. Allein 37 Doppelhäuser errichtete der Bauverein Unterweser an Fulda-, Werra- und Weserstraße, 1908 folgten weitere zwölf. Ebenfalls 1908 bebaute die Oldenburger Heimstätten GmbH die nördliche Vinnen- und die Rheinstraße. Beteiligt waren hier die Metallwerke, die Superphosphatfabrik – und Adolf Vinnen.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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