• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Diese Fohlen sichern den Bestand

12.10.2015

Jaderlangstraße /Südbollenhagen Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Das weiß seit ihrer Kindheit auch Kirsten Erwentraut. Die 48-Jährige aus Südbollenhagen züchtet eine inzwischen selten gewordene Rasse, das Ostfriesische und Alt-Oldenburger Pferd.

Und das Jahr 2015 war für Erwentraut ganz besonders erfolgreich. Auf dem Carlshof in Jaderlangstraße erblickten zwei Fohlen das Licht der Welt. Mit den Stuten leistet sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der auf der Roten Liste stehende und somit gefährdeten Nutztierrasse.

Auf der Roten Liste

Am 15. Mai wurde Sünje geboren, und am 10. Juni kam Unnje zur Welt. Alles angefangen hatte es mit dem Erwerb von Lamira, genannt Käthe, im Jahre 2006. „Damit war die Liebe zu den Ostfriesen und Alt-Oldenburgern geboren“, erinnert sich Erwentraut. Im selben Jahr trat sie dem Zuchtverband für das Ostfriesische und Alt-Oldenburger Pferd bei. Ein Jahr später kam mit Hummel eine jüngere Stute hinzu. Dabei war das Warmblutpferd um die Jahrhundertwende 1900 als Arbeits - und Kutschpferd für die Pferdezucht vielfach gefragt. Diese Pferde wurden nicht nur in ganz Deutschland eingesetzt, sondern auch in fast allen Ländern Europas und sogar nach Nord- und Mittelamerika exportiert.

Das schwere Wirtschaftswarmblut wurde dann ab 1920 durch die technische Entwicklung immer mehr verdrängt. 1964 brach die Zucht zusammen. Im Jahre 1983 begann man mit der Rückzüchtung der Ostfriesen und Alt-Oldenburger, und 1986 wurde der jetzige Verband gegründet.

Mit einem Stockmaß von 158 bis 168 Zenitmetern ist die Rasse mittelgroß und verfügt über eine große farbliche Vielfalt. Auf dem Carlshof gibt es fünf Stuten, neben den schon Genannten noch Thore – und in den Farben zwei Rappen, zwei Braune und einen Schimmel.

Die Ostfriesen und Alt-Oldenburger sind vielseitig einsetzbar, in der Dressur und zum Reiten, am bekanntesten sind sie aber als erfolgreiche Fahrpferde.

Vielseitig einsetzbar

Das in die Jahre gekommene landwirtschaftliche Anwesen im zwei Kilometer entfernten Jaderlangstraße erwarben Kirsten Erwentraut und ihr Lebensgefährte Jan Hauerken im Jahre 2009.

Auf dem Anwesen wurde ein komplett neues „Paradies“ für die Pferde mit allen Drum und Dran – vom Stallgebäude mit den Boxen bis zur Reithalle – aufgebaut. Das ganze Anwesen mit den Ländereien wird seitdem Carlshof genannt und seit 2011 läuft hier auch die Bewirtschaftung. So können auch Pensionspferde untergebracht werden.

Kirsten Erwentraut hat sich auch fachlich weitergebildet. So legte sie 2012 die Prüfung zur Zuchtrichterin ab. Sie darf sich zudem Pferdefachwirtin nennen und hat das Zertifikat als Pferdemanagerin ablegt. Mit ihren Pferden besucht sie regelmäßig Messen, auch die Equitana, die alle zwei Jahre in Essen stattfindet. Dabei war sie auch in Hannover bei „Pferd und Jagd“ und in Cloppenburg beim „Tag des Ostfriesischen/Alt-Oldenburger“ und im für den Pferdesport bekannten Luhmühlen.

Große Unterstützung erfährt Erwentraut von Alicia May und Benita von Lemm, die auf dem Hof die Pferde pflegen und bewegen. Jan Hauerken ist Besitzer der Stute Sissi, der Mutter von Sünje. Erwentraut weiß, dass für den Erhalt der Ostfriesischen/Alt-Oldenburger noch einiges getan werden muss.

223 Züchter

Es gibt im Verband zurzeit 223 Züchter, einige davon auch außerhalb Deutschlands. 2014 gab es 198 Pferde, die im Zuchtverband registriert waren, davon 29 Hengste und 169 Stuten. Etliche Besitzer halten ein Pferd. 49 Fohlen wurden 2014 geboren. Für die Zucht sind die Anforderungen festgeschrieben. Der „Orginalblutanteil“ muss gegeben sein, dann werden sie ins Zuchtbuch eingetragen. Mit nunmehr fünf Stuten und zwei Fohlen zählt der Carlshof zu den größten Beständen in der Zucht der Ostfriesischen und Alt-Oldenburger Pferde.


      www.carlshof.de 

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.