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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Alter Wasserturm: Diese Trümmer sind lebensgefährlich

21.10.2010

BRAKE Wenn es draußen stürmt, lässt Nicole Buntrock aus der Lessingsstraße ihre beiden Kinder Pia (1) und Philip (4) nicht in den Garten. Zu groß ist die Gefahr, dass vom alten Hammelwarder Wasserturm, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft das Haus der Familie Buntrock steht, wieder Mauerstücke abfallen und in ihrem Garten landen. Einen ganzen Eimer voller solcher Trümmer hat Nicole Buntrock bereits gesammelt. Die Stadt sei über das Problem in Hammelwarden informiert – aber sie unternehme nichts, klagen die Anwohner.

Eisenteil steckt im Rasen

An dem in den Jahren 1927 und 1928 errichteten, denkmalgeschützten Gebäude, das dem Architekten Martin Wenderoth aus Herdecke in Nordrhein-Westfalen gehört, hat heftig der Zahn der Zeit genagt. In der Fassade klaffen Löcher. Noch im September hatte Brakes Bauamtsleiter Matthias Wenholt in einem Gespräch mit der NWZ  versichert: „Von dem Wasserturm geht keine akute Gefahr aus.“ Doch das sehen die Familie Buntrock und ihre Nachbarn völlig anders. Und sie können es auch belegen: In Nicole Buntrocks Eimer befinden sich spitze Scherben von Glasbausteinen. Ein Mauerbrocken ist fast zwölf Zentimeter lang. All diese Trümmer stammen vom Wasserturm und fanden sich im Garten der Buntrocks. Die zweifache Mutter mag sich gar nicht ausmalen, was passiert, wenn eines ihrer Kinder von solch einem Trümmerteil getroffen wird.

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Was geschieht, wenn einem aus 50 Metern Höhe ein zwölf Zentimeter großes Stück eines Ziegelsteins auf den Kopf fällt, weiß Dr. Thomas Schwarzbach, Stationsarzt am St.-Bernhard-Hospital und Leiter des Notärzte-Teams in der Wesermarsch: „Im günstigsten Fall ist man schwerst verletzt und im ungünstigen Fall tot.“

Bei Thilo Schalk, einem der Nachbarn der Buntrocks, sind schon Steinbrocken durch das Terrassendach geflogen. Im Rasen steckte wie ein Messer ein Eisenteil. Ein anderer Nachbar, Erwin Simmert, hatte Glück im Unglück. Eine Scherbe aus einem der Turmfenster landete nicht in seinem Genick, sondern in der Kapuze seines Anoraks.

„Ausreichend entfernt“

Norbert Jäger, der Vater von Nicole Buntrock, hatte die Stadt bereits 2006 auf das Problem aufmerksam gemacht. Darauf hin hatte der Eigentümer ein Gutachten eingeholt, das Nicole Buntrock in Auszügen vorliegt. Darin heißt es: „Weil die Grenzen der Nachbargrundstücke ausreichend entfernt sind, ist es nicht wahrscheinlich, dass Bestandteile des Wasserturms auf diese Grundstücke herabfallen.“

Zwar räumen die Gutachter ein, dass das bei einem Sturm oder einem Orkan eben doch passieren könne. Dennoch lässt die Stadt in einem Schreiben, das die Buntrocks 2007 erhalten haben, wissen, dass sie entschieden habe, nicht tätig zu werden.

Zu einem Gespräch mit Anliegern der Lessingstraße hat sich jüngst die Wählergemeinschaft Brake getroffen. „Die Stadt spielt mit der Gesundheit der Wasserturm-Anwohner“, lautet der Eindruck, den der neuen WGB-Vorsitzende Thomas Klaus aus diesem Gespräch gewonnen hat. Und weiter: „Seit vier Jahren fordern besorgte Anwohner die Stadt Brake zum Handeln auf, weil sich der Turm-Eigentümer nicht ausreichend um die Sicherung des Gebäudes kümmert. Doch im Rathaus beruft man sich lediglich auf ein Gutachten. Das wurde vom Eigentümer in Auftrag gegeben und verneint eine vom Turm ausgehende Gefahr.“ Die WGB fordert die Stadt nun dazu auf, „unverzüglich ein eigenes Gutachten“ zu veranlassen.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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